Der erste Mannschaftskampf des Finales zwischen der Ural State Mining University und der Saint Louis University verlief an allen vier Brettern ausgeglichen. Die drei Partien an den vorderen Brettern endeten remis: Arseniy Nesterov gegen Aryan Chopra, Rudik Makarian gegen Bharath Subramaniyam sowie Sergei Lobanov gegen Nikolozi Kacharava.

Die Entscheidung fiel am vierten Brett. Dort besiegte IM Leya Garifullina WGM Thalia Cervantes Landeiro und sicherte der Ural State Mining University damit einen 2,5:1,5-Sieg und einen knappen Vorsprung für den zweiten Mannschaftskampf.
Dieser verlief fast genauso. Erneut endeten die Partien an den ersten drei Brettern remis, sodass die Entscheidung wieder zwischen Garifullina und Cervantes Landeiro fiel. Und erneut gewann Garifullina. Damit sicherte sie ihrer Mannschaft den entscheidenden Punkt zum zweiten 2,5:1,5-Erfolg.
Mit einem Gesamtergebnis von 5:3 gewann die Ural State Mining University den Titel und wurde erster Sieger der FIDE-Universitäts-Mannschaftsweltmeisterschaft. Matchwinnerin war Garifullina: In den insgesamt acht Partien des Finales kam sie als einzige zu Siegen.

Zu dem Titel sagte GM Arseniy Nesterov:
"Das ist ein großer Erfolg, besonders wenn man bedenkt, wie knapp er war. Wir hatten einige wirklich schwierige Mannschaftskämpfe, vor allem in der K.-o.-Phase. Deshalb freue ich mich, dass wir am Ende gewonnen haben. Es ist immer schön zu gewinnen."
Nesterov hob außerdem die Unterstützung seiner Universität hervor, die es ihm ermöglicht, Studium und professionelles Schach miteinander zu verbinden.
"Es ist nicht einfach, Studium und Schach unter einen Hut zu bringen. Umso mehr freue ich mich, dass uns die Universität mit ihrem Schachprogramm unterstützt. Wenn ich an einem Turnier teilnehmen möchte, kann ich das immer tun. Es gibt dabei keine Probleme mit den Professoren oder mit meinem Studium."
Für die Saint Louis University endete mit dem Finale ebenfalls ein erfolgreiches Turnier. Bharath Subramaniyam nannte den Zusammenhalt in der Mannschaft als einen der Höhepunkte der Woche:
"Für mich persönlich war das Schönste, einfach mit meiner Mannschaft zusammen zu sein. Alle unterstützen sich gegenseitig, und es macht großen Spaß, mit ihnen zusammen zu sein. Ich freue mich, Zeit mit ihnen verbringen zu können."
KNUS gewinnt Bronze nach Stichkampfdrama
Der Kampf um Platz drei zwischen KNUS und UT Dallas verlief deutlich dramatischer. UT Dallas verschaffte sich im ersten Mannschaftskampf mit einem 2,5:1,5-Sieg einen Vorteil. Im Rückkampf schlug KNUS mit demselben Ergebnis zurück. Damit stand es insgesamt unentschieden und ein Stichkampf musste entscheiden.
Auch der erste Stichkampf brachte mit einem 2:2 keine Entscheidung. Die Bronzemedaille musste daher in einem weiteren Stichkampf ermittelt werden – dieses Mal in einer einzigen Partie zwischen den Spitzenbrettern der beiden Mannschaften.

In der alles entscheidenden Partie besiegte GM Kazybek Nogerbek GM Aditya Samant und sicherte KNUS damit den dritten Platz und dem Gastgeber eine Medaille.
Nogerbek hatte bereits zuvor erklärt, wie viel ein Platz auf dem Podium für die Mannschaft bedeuten würde:
"Das ist für uns sehr wichtig, weil wir zu Hause spielen und von vielen Zuschauern unterstützt werden. Natürlich wollten wir Gold gewinnen, aber so ist der Sport. Jetzt geht es um die Bronzemedaille."

Mit seinem Sieg in der Entscheidungspartie erreichte Nogerbek genau dieses Ziel. Der Spieler am ersten Brett von KNUS sprach auch über seine Rolle als Mannschaftsführer:
"Meine Erwartungen waren sehr hoch, weil jeder in unserer Mannschaft gewinnen wollte. Als Spieler am ersten Brett versuche ich, die Mannschaft anzuführen und ihr Energie zu geben. Meine Gegner sind sehr stark, deshalb ist es nicht immer einfach zu gewinnen. Aber ich versuche zumindest, nicht zu verlieren und damit meinen Beitrag für die Mannschaft zu leisten."

Für UT Dallas hatte GM Chatterjee Koustav sowohl auf die hohe Spielstärke des Turniers als auch auf die Herausforderung hingewiesen, Studium und Spitzenschach miteinander zu verbinden.
"Es ist schwierig, beides miteinander zu vereinbaren. An der UT Dallas wird von uns erwartet, dass wir sehr gut Schach spielen, gleichzeitig ist aber auch das Studium sehr anspruchsvoll. Während des restlichen Semesters besteht unsere Aufgabe darin, auch im Studium gute Leistungen zu erbringen."
Außerdem nannte er eine der wichtigsten Fähigkeiten, die das Schach auch über das Brett hinaus vermittelt:
"Das Wichtigste ist wahrscheinlich der Umgang mit der Zeit. Im Schach hat man nur begrenzt Zeit und steht ständig unter Druck. Schach lehrt einen, mit diesem Druck umzugehen und ruhig zu bleiben."
Endstand
Finale
Spiel um Platz drei
Gesamtergebnis nach zwei Mannschaftskämpfen: 4:4
Stichkampf: The University of Texas at Dallas 2:2 KNUS
Entscheidungspartie: GM Kazybek Nogerbek besiegte GM Aditya Samant und sicherte KNUS damit den dritten Platz.
Abschlussfeier zu Ehren der ersten Medaillengewinner
Die erstmals ausgetragenen FIDE-Universitäts-Mannschaftsweltmeisterschaft endete nach sechs Wettkampftagen in Almaty mit der offiziellen Abschluss- und Siegerehrung, zu der Spieler, Funktionäre und Gäste zusammenkamen.

Die Feier begann mit der Gesangs- und Tanzdarbietung „Samğa, elim!“ der Gruppe KeshYOU und des Bastau Dance Theatre. Anschließend erklangen die Nationalhymne Kasachstans und die FIDE-Hymne.
Danach richteten Vertreter der Stadtverwaltung von Almaty, FIDE-Generalsekretär Łukasz Turlej und Darmen Sadvakasov, Erster Vizepräsident des Kasachischen Schachverbands, Grußworte an die Gäste. Anschließend wurden die drei Universitäten, die die Medaillenplätze belegt hatten, zur Siegerehrung auf die Bühne gebeten.

Die Bronzemedaillen wurden von Marat Yessenov, Vizepräsident des Kasachischen Schachverbands, und Margulan Ibraimov, Prorektor für Forschung und Innovation der Al-Farabi Kazakh National University, überreicht.
Die zweitplatzierte Saint Louis University erhielt ihre Medaillen von einem Vertreter der Stadtverwaltung von Almaty, Yalkunchan Ganiyev, Geschäftsführer der Freedom Bank, und Gulmira Dauletova, Geschäftsführerin des Kasachischen Schachverbands.

Zum Abschluss überreichten FIDE-Generalsekretär Łukasz Turlej und Darmen Sadvakasov, Erster Vizepräsident des Kasachischen Schachverbands, der Ural State Mining University den Siegerpokal und die Goldmedaillen.