Nach 1.e4 antwortet Weiß auf 1…c5 mit 2.c3, um mit 3.d4 ein starkes Zentrum aufzubauen. Dadurch reduziert sich der Theorieaufwand, da man sich nur mit diesem einen System befasst. Gleichzeitig zwingt man den Gegner, sich sofort mit dem Zentrum zu beschäftigen und bringt ihn aus der Komfortzone.

Der Kurs verkörpert die Idee der Initiative: Figuren entwickeln sich aktiv, Bauern werden für Zeit oder Druck geopfert, und Schwarz erhält selten Gegenspiel. Der Kurs gliedert sich in drei Blöcke.
Einer dieser Blöcke ergibt sich aus den Varianten, in denen Weiß das Zentrum überlassen wird. Dies kann Schwarz sehr schnell vor ernsthafte Probleme stellen. Im Folgenden eine beispielhafte Variante aus dem Video zu Nebenvarianten im zweiten Zug:
1.e4 c5 2.c3 d6!? 3.d4

Nachdem Schwarz einen typischen Najdorf-/Drachen-Aufbau anstrebt nimmt Weiß das Zentrum mit 3.d4 ein.
3…Sf6 4.Ld3 g6 5.Sf3 Lg7 6.0-0 0-0 7.h3 Sc6

Beide Seiten haben sich bis hierhin ganz normal entwickelt, doch Weiß kann bereits sein starkes Zentrum ausnutzen, um die Stellung auf eine vorteilhafte Weise zu transformieren.
8.d5! Se5 9.Sxe5 dxe5 10.c4

Weiß hat die schwarze Bauernstruktur geschwächt und ihm einen Doppelbauern verpasst.
10…Se8 11.b4! Dieses Bauernopfer im Stil des Benko-Gambits erhöht den Druck enorm.
11…cxb4 12.a3! bxa3 13.c5

Hier endet die Variante mit klarem Vorteil für Weiß! Das Zentrum mit den Bauern e4, d5 und c5 engt die gegnerischen Figuren enorm ein und verhindert jede Form von Aktivität. Im nächsten Zug kann der Bauer a3 geschlagen und dann weiter am Vorrücken der Bauern gearbeitet werden.
Der zweite Block besteht aus dem Spiel, das nach 1.e4 c5 2.c3 d5 folgt. Hier verhindert Schwarz den Aufbau eines Zentrums, doch nimmt dafür in Kauf, dass die Dame früh im Zentrum landet und angreifbar ist.
Die folgende Variante stammt aus dem Video „e6 d5 Einführung“: 3.exd5 Dxd5 4.d4 Sc6 5.Sf3 e6 6.Sa3 cxd4?

Schwarz möchte Weiß einen Isolani verschaffen, doch obwohl dieser Zug schon von hunderten Spielern, darunter auch Großmeister, gespielt wurde, kann Weiß ihn ausnutzen!
7.Sb5!

Weiß sieht sich nicht gezwungen den Bauern auf d4 zurückzuschlagen und droht stattdessen eine Familiengabel auf c7.
7…Ld6 8.Lc4!!
Die Dame wird angegriffen und kann den Läufer aufgrund von Sxd6+ nicht schlagen!
8…De4+ 9.Le3!!

Auch dieser Läufer darf wegen Sxd6+ nicht geschlagen werden.
9…Lb8 10.Sbxd4 mit Vorteil für Weiß.
Diese Variante ist sehr typisch für die Stellungen nach 2…d5. Weiß opfert temporär den d4 Bauern und erhält dafür eine Menge Aktivität, die weiter die Prekäre Lage der Dame ausnutzt. Die Endstellungen sind selten ein Entscheidender Vorteil, aber wegen des Entwicklungsvorsprungs und der Aktivität häufig deutlich angenehmer für Weiß.
Der letzte Block beschäftigt sich mit Stellungen nach 1.e4 c5 2.c3 Sf6. Hier greift Schwarz direkt e4 an und probiert anschließend das Zentrum anzuhebeln.
Die folgende Beispielvariante stammt aus dem Video „Nebenvarianten im 5. Zug“:
3. e5 Sd5 4.Lc4!? Sb6 5.Lb3 Sc6 6.d4 cxd4 7.cxd4 d6

Weiß hat zwar eigentlich ein starkes Zentrum, doch das wird nach d6 aufgebrochen. Weiß gibt das Zentrum aber nicht umsonst auf, sondern schwächt vorher noch den Schwarzen König mit 8.e6! fxe6 9.Sc3 g6. Schwarz sieht sich gezwungen den Läufer nach g7 zu entwickeln.
10.h4! Lg7 11.Sf3 0-0 12.h5 gxh5 Txh5

Obwohl Schwarz sehr natürlich gespielt hat, konnte Weiß schnell einen Angriff initiieren und es zeigen alle Figuren auf den schwachen König! Ein weiteres Beispiel für die Figurenaktivität der Allapin-Variante.
Fazit:
Isaac Garner vermittelt in seinem Kurs zur Alapin-Variante ein klar strukturiertes und gefährliches Repertoire gegen die Sizilianische Verteidigung. Durch aktive Figurenführung, konsequente Nutzung des Zentrums und gezielte Bauernopfer erhalten Weißspieler interessante und druckvolle Stellungen. Empfehlenswert für alle, die ohne Theorieballast dynamisch gegen 1…c5 antreten wollen.
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