Als einer der besten Spieler der USA hätte Donald Byrne es sicher verdient gehabt, mit seinen Gewinnpartien berühmt zu werden. Stattdessen ist sein Name aber besonders mit einer Verlustpartie verbunden, der Niederlage gegen den erst 13-jährigen Bobby Fischer beim Rosenwald Turnier 1956 in New York. Die Partie ging als als "Partie des Jahrhunderts" in die Schachgeschichte ein.

Kein anderer Weltmeister erreichte auch über die Schachwelt hinaus eine derartige Bekanntheit wie Bobby Fischer. Auf dieser DVD führt Ihnen ein Expertenteam die Facetten der Schachlegende vor und zeigt Ihnen u.a die Gewinntechniken des 11.Weltmeisters

Auch der Verlierer eine Glanzpartie hat immer einen großen Anteil am Zustandekommen eines Meisterwerks. Donald Byrne gab die Partie auch nicht auf, als er seine unvermeidliche Niederlage erkannte, sondern spielte bis zum Matt weiter, um seinen jungen Gegner, der zu dieser Zeit noch völlig unbekannt war, zu ehren. Donald Byrne verlor danach auch die meisten anderen seiner Partien gegen Fischer. Immerhin ist aber auch eine gewonnene Partie im Blitzen überliefert.
Donald Byrne wurde am 12. Juni 1930 in New York geboren und war der zwei Jahre jüngere Bruder von Robert Byrne, später langjähriger Schachkolumnist der New York Times. Während Robert Byrne es bis zum Großmeister schaffte, musste sich Donald Byrne mit dem Titel eines Internationalen Meisters begnügen. Den Titel erhielt er 1962. Sicher hätte auch Donald Byrne den Großmeistertitel verdient gehabt, doch er spielte nur wenig Turniere.
Die beiden Byrne-Brüder besuchten regelmäßig den von John W. Collins gegründeten Hawthorne Chess Club. Collins war kein besonders starker Spieler, kümmerte sich aber um die Talente in New York, besonders in Brooklyn. Auch Bobby Fischer oder William Lombardy waren häufig Gäste bei Collins. Robert und Donald Byrne war zwei dieser Talente
Robert und Donald Byrne spielten neben Schach auch regelmäßig Tennis im Central Park und kamen auf dem Rückweg vom Tennis an den Schachtischen am Rande des Parks vorbei. Die recht spielstarken Schachzocker dort glaubten, mit den weiß gekleideten Tennis-Bubies im Teeniealter leichtes Spiel zu haben, wunderten sich dann aber, dass sie im Spiel um Geld ohne Chance waren.
Mit 16 Jahren qualifizierte sich Donald Byrne 1946 schon für das Finale der US-Meisterschaften. Er wurde Achter, zwei Plätzte hinter seinen Bruder. In den folgenden Jahren nahm er auch an einigen Open teil.
Eine Partie gegen die Nationalspielerin und Sponsorin Jaqueline Piatigorsky:
Aus den Jahren 1947 bis 1951 findet man in der Mega Database nur eine einzige Partie von Donald Byrne aus einem Länderwettkampf gegen Argentinien. Offenbar konzentrierte sich Byrne in dieser Zeit ganz auf sein Studium der Anglistik. Byrne erwarb einen Bachelor of Arts an der Yale University und einen Master of Arts an der University of Michigan.
Nach der Turnierpause gewann er 1953 die US Open. In dieser Zeit hatte er hinter Samuel Reshevsky die zweithöchste Ratingzahl in den USA. Im folgenden Jahr besiegte er in einem Wettkampf USA vs. UdSSR Jury Averbakh mit 3:1 (drei Siege, eine Niederlage). Außer ihm konnte nur noch Larry Evans sein Match gegen Mark Taimanov gewinnen. An allen anderen Brettern - gespielt wurde an acht Brettern - siegten die Sowjetspieler. Beim Wiederholungskampf 1955 in Moskau unterlag Donald Byrne mit 1:3 Efim Geller.
Nach seinem Studium unterrichtete Donald Byrne zunächst an der Valparaiso University und dann am Olivet College. 1961 wurde er Assistenz-Professor für Englisch an der University of Pennsylvania und übernahm dort auch das Training der Schachgruppe der Universität. An der University of Pennsylvania war er wegen eines breitkrempigen Stetsonhuts, den er stets trug, unter den Studenten weithin bekannt.
Einzelturniere spielte Donald Byrne nur noch wenige.
Byrne gehörte aberzum Aufgebot der USA bei den Schacholympiaden 1962, 1964 und 1968. In seinen insgesamt 34 Partien bei diesen Olympiaden erreichte er 25 Punkte. 1962 war Byrne der zweitbeste Spieler am ersten Reservebrett und 1968 der drittbeste Spieler am zweiten Reservebrett.
Bei den Schacholympiaden 1970 und 1972 war Donald Byrne der Mannschaftskapitän der US-Mannschaft. Von der Anreise zur Schacholympiade Warna 1962 erzählte Donald Byrne folgende Anekdote von der Anreise.
Das US-Team war in Mitteleuropa (vermutlich Westdeutschland)) mit dem Flugzeug gelandet und von dort mit der Bahn nach Bulgarien weitergereist. An der Grenze betraten bulgarische Soldaten die Bahn und wollten die Reisenden kontrollieren. Zum US-Team, das ein eigenes Abteil hatte, gehörte auch der 19-jährige Bobby Fischer, der vor den Soldaten die Tür verschloss, mit dem Kommentar: "Ich lasse mich nicht von diesem Kommunisten anfassen." Die anderen US-Spieler erschraken und öffneten schnell die Tür mit dem Hinweis, dass der junge Mann in ihrer Gruppe etwas exzentrisch wäre.
Donald Byrne litt an "systemischem Lupus erythematodes" (SLE), einer Autoimmunkrankheit, die die Organe angreift. Ab 1971 erhielt Byrne deshalb regelmäßig Dialyse, mit der der Krankheitsverlauf aber nur verzögert werden konnte.
Donald Byrne starb am 8. April 1976 im University of Pennsylvania Hospital in Philadelphia an den Folgen seiner Krankheit. Er wurde nur 45 Jahre alt.
Donald Byrne Memorial Chess Club...
