Firouzja verlässt die Grand Chess Tour

von Carlos Colodro
30.07.2026 – Für Alireza Firouzja ist die Grand Chess Tour 2026 vorzeitig zu Ende. Der Franzose entschied sich für eine Teilnahme am Esports World Cup in Paris, der zeitgleich mit dem Sinquefield Cup stattfindet. Das hat Konsequenzen: Seine bislang erzielten Tour-Punkte werden gestrichen, zudem muss er mit vertraglichen Sanktionen rechnen. Beim Sinquefield Cup ersetzt ihn Samuel Sevian. Fabiano Caruana, Wesley So und Maxime Vachier-Lagrave standen vor derselben Terminüberschneidung, entschieden sich jedoch für die Grand Chess Tour. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour

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Sevian ersetzt Firouzja in Saint Louis

Firouzja steht im Teilnehmerfeld des Esports World Cup in Paris, der vom 11. bis 15. August ausgetragen wird. Da sich das Turnier mit dem Sinquefield Cup überschneidet, der vom 10. bis 20. August gespielt wird, musste er sich entscheiden. Als Stammspieler der Grand Chess Tour hatte Firouzja vertraglich zugesagt, an einer bestimmten Zahl von Turnieren teilzunehmen, darunter auch am Sinquefield Cup.

Nach den Bestimmungen dieses Vertrags gilt der Rückzug von einem der vereinbarten Turniere zugleich als Rückzug aus der gesamten Grand Chess Tour. Deshalb werden Firouzjas Tour-Punkte aus der Saison 2026 gestrichen, außerdem greifen die im Spielervertrag vorgesehenen Sanktionen. Seinen Platz beim Sinquefield Cup übernimmt Samuel Sevian.

Fabiano Caruana, Wesley So und Maxime Vachier-Lagrave standen vor derselben Terminüberschneidung, entschieden sich jedoch für ihre Verpflichtungen in der Grand Chess Tour. Beim Esports World Cup werden sie durch Arjun Erigaisi, Alexey Sarana und Pranesh M ersetzt.

Maxime Vachier-Lagrave

Maxime Vachier-Lagrave | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour

Maxime Vachier-Lagrave erklärte auf X, man habe gemeinsam mit Team Vitality, den betroffenen Spielern und den Organisatoren vergeblich nach einer Lösung gesucht. Die Entscheidung sei ihm schwergefallen, letztlich habe er sich aber dafür entschieden, seine Verpflichtungen gegenüber der Grand Chess Tour einzuhalten.

Die Grand Chess Tour betonte, jeder Spieler könne seine Karriere frei gestalten. Die vertraglichen Verpflichtungen der Stammspieler müssten jedoch einheitlich angewendet werden.

Pressemitteilung der Grand Chess Tour

Großmeister Alireza Firouzja, Stammspieler der Grand Chess Tour 2026, hat der Grand Chess Tour mitgeteilt, dass er wegen einer Terminüberschneidung nicht am Sinquefield Cup 2026 teilnehmen wird und sich stattdessen für ein anderes Turnier entschieden hat.

Als Stammspieler der Grand Chess Tour hat Firouzja einen Spielervertrag unterzeichnet, der ihn zur Teilnahme an bestimmten Turnieren der Grand Chess Tour verpflichtet. Darin heißt es:

Der Spieler verpflichtet sich, an allen Turnieren teilzunehmen, für die er sich im Rahmen dieses Vertrags angemeldet hat. Zieht sich der Spieler nach Unterzeichnung dieses Vertrags von einem dieser Turniere zurück, gilt dies als Rückzug aus der gesamten Grand Chess Tour 2026. Die Organisatoren können ihn dann bei den verbleibenden Turnieren ersetzen.

Firouzja zieht sich damit sowohl vom Sinquefield Cup als auch von der Grand Chess Tour 2026 zurück. Gemäß dem Spielervertrag für Stammspieler werden alle von ihm in der Saison 2026 erzielten Grand-Chess-Tour-Punkte annulliert. Darüber hinaus kommen die im Vertrag vorgesehenen Sanktionen zur Anwendung.

Großmeister Samuel Sevian wurde als Nachrücker für den Sinquefield Cup nominiert.

In seiner Mitteilung an die Grand Chess Tour verwies Firouzja auf die Terminüberschneidung und seinen Wunsch, als bestplatzierter französischer Spieler sein Land bei einem anderen Wettbewerb zu vertreten. Die Grand Chess Tour respektiert das Recht jedes Spielers, seine sportliche Laufbahn selbst zu gestalten. Zugleich sieht sie sich verpflichtet, die von allen Stammspielern eingegangenen Verpflichtungen und Vertragsbedingungen einheitlich anzuwenden.

Die Grand Chess Tour dankt außerdem den zahlreichen Spielern, die der Tour über viele Jahre die Treue gehalten und ihre Verpflichtungen stets erfüllt haben. Mit ihrer Professionalität haben sie maßgeblich dazu beigetragen, die Grand Chess Tour als führende internationale Turnierserie im Spitzenschach zu etablieren.

Seit mehr als zehn Jahren investiert die Grand Chess Tour erhebliche Preisgelder und weitere Mittel, um eine internationale Turnierserie auf höchstem Niveau aufzubauen, die das professionelle Schach weltweit stärkt. Wir freuen uns auf einen hochklassigen Sinquefield Cup und einen spannenden Abschluss der Grand Chess Tour 2026 beim Tour-Finale.

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Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
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