Nachdem er sich vor der vierten Runde am Knöchel verletzt hatte und deshalb seine Partie gegen Fabiano Caruana verpasste, kehrte Firouzja gegen Javokhir Sindarov ans Brett zurück – liegend auf einem Bett in einem Hotelzimmer. Sindarov saß ihm gegenüber – ein ungewohnter Anblick. Allerdings gibt es dafür ein bekanntes Vorbild: Der englische Großmeister Tony Miles spielte beim Turnier in Tilburg 1985 wegen akuter Rückenschmerzen ebenfalls liegend auf einer Massagebank.
From Tony Miles to Alireza Firouzja - the fighting spirit lives on! No matter the circumstances, the game goes on! ♟️#chess #Grandchesstour #alirezafirouzja #chesshistory
— Grand Chess Tour (@GrandChessTour) May 18, 2026
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Firouzjas Entscheidung, trotz der Verletzung weiterzuspielen, wurde von zahlreichen Spielern kommentiert. Die meisten lobten seinen Kampfgeist. Auch Anish Giri meldete sich zu Wort:
Poor guy, and such a hero for continuing playing! I really thought it was a perfect opportunity for him to call it a day. But he's really a hero, for the love for chess!
Sindarov kam mit Schwarz zu klarem Vorteil, aber Firouzja, der seine beiden vorherigen Partien verloren hatte, rettete gegen den Sieger des Kandidatenturniers noch ein Remis. Das dürfte seinem Selbstvertrauen guttun – gerade angesichts der besonderen Umstände. Die verschobene Partie der vierten Runde gegen Caruana soll am Dienstag nachgeholt werden, wenn der Rest des Feldes spielfrei hat.
Praggnanandhaa stand gegen Wesley So aussichtsreich, aber verpasste kurz vor der Zeitkontrolle die Gelegenheit, Schwarz mit 35.Dc2! stärker unter Druck zu setzen.
Stattdessen spielte er das verlockende, aber ungenaue 35.Tf7+?, wonach Schwarz seine Figuren mit 35...Kh8 36.Df4 Tg5 besser koordinieren konnte.
Nach 45 Zügen endete die Partie mit Remis.

Praggnanandhaa konnte Sos Widerstand nicht überwinden. | Foto: Lennart Ootes
Auch Bogdan-Daniel Deac und Maxime Vachier-Lagrave erreichten mit Weiß vorteilhafte Stellungen gegen Fabiano Caruana beziehungsweise Jorden van Foreest, fanden in kritischen Momenten jedoch nicht die präzisesten Fortsetzungen.
Anish Giri und Vincent Keymer diskutierten die Vor- und Nachteile der Berliner Verteidigung, wobei Giri aus der Eröffnung leichten Vorteil erhielt. Der Niederländer behandelte die Stellung später jedoch ungenau, sodass Keymer die Initiative übernehmen konnte. Zu einem ernsthaften Gewinnversuch kam es allerdings nicht mehr, denn nach 32 Zügen endete die Partie durch dreifache Stellungswiederholung remis.
Keymer bleibt damit alleiniger Spitzenreiter und liegt einen halben Punkt vor Giri, Van Foreest und Praggnanandhaa.

Bogdan-Daniel Deac zu Beginn seiner Partie gegen Fabiano Caruana | Foto: Lennart Ootes

Tabellenführer Vincent Keymer | Foto: Lennart Ootes
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