Die Frauenbundesliga musst nach der letzten Saison den Rückzug von Schwäbisch Hall verkraften, seit Jahren eines der Topteams mit vier Meistertiteln (2017, 2023, 2024, 2026) im Laufe der Zeit. Den vierten und letzten Titel holte der Verein noch in der vergangenen Saison. Ausgerechnet nach dem Gewinn des vierten Titels mussten die Schwaben nun die Segel streichen. Bei der nie einfachen finanziellen Planung gelang es für die neue Saison diesmal nicht, ausreichend Sponsorengelder zu beschaffen, um auf dem bisherigen Niveau mitzuspielen. Der Klub hätte auf die teuren Profis verzichten müssen, aber im Mittelmaß wollte man nicht Teilnehmen. So blieben den Verantwortlichen zum Schutz des Vereins nichts anderes übrig als die Reißleine zu ziehen.

Foto: Hazel Morley via DSB
In den vergangenen Jahren war der Kampf um den Titel oft ein Vierkampf mit den Teams aus Baden-Baden, Bad Königshofen, Schwäbisch-Hall und Deizisau. Daraus wurde ein Dreikampf, nachdem Deizisau seinen Kader qualitativ reduziert hatte. Als Spielverderber war einige Mal das Team des Hamburger SK unterwegs. Manchem Top-Team konnten die Hamburgerinnen ein Bein stellen konnten. Nach dem Ausfall von Schwäbisch Hall deutet für den Titelkampf nun wohl alles auf einen Zweikampf zwischen Baden-Baden und Bad Königshofen hin.
Baden-Baden hat die letzte Saison praktisch ohne sein "A-Team" bestritten. Von den Top Sechs kamen nur Alina Kashlinskaya und Teodora Injac an je einem Termin zum Einsatz. Auch Tsolakidou Stavroula an Brett sieben spielte nur an einem der Wochenenden. So musste also das "B-Team", angeführt von Dinara Wagner die Kastanien aus dem Feuer holen. Zur Meisterschaft reichte es nicht, aber zum Vizemeister.
Für die kommende Saison hat Baden-Baden das Team nun etwas aufgeräumt. Vaishali Rameshbabu, Alexendra Kosteniuk, Alina Kashlinskaya und Sarasadat Khademalsharie sind nun auch nominell nicht mehr dabei. Das B-Team ist jetzt auch auf der Meldeliste das neue A-Team.
Bad Königshofen hat sich mit Alua Numan verstärkt. Die 19-jährige Kasachin tritt gleich an Brett eins an. Auch Iulija Osmak an Brett zwei ist neue im Team. Ein interessanter Neuzugang ist auch die Indonesierin Diajeng Theresa Singgih, etwas weiter hinten eingesetzt. Nicht mehr dabei sind Klaudia Kulon und Karina Cyfka.
Beim Hamburger SK, Vierter der letzten Saison, ist Eline Roebers an Brett eins gerutscht. Mit Bodana Sivandanjan kann der HSK einen prominenten Neuzugang vermelden. Das 11-jährige Wundermädchen aus England, wird an Brett vier sicher ordentlich punkten, sollte sie häufig zum Einsatz kommen. Neu im Hamburger Team ist auch Anna-Maia Kazarian aus den Niederlanden. .
Die SG Solingen muss in der kommenden Saison ohne Annmarie Mütsch auskommen. Ansonsten ist das Team mehr oder weniger so zusammengeblieben wie im Vorjahr.
Fast unverändert treten auch die Rodewischer Schachmiezen an. Anna Lhotska erhöht allerdings noch einmal die ohnehin starke tschechische Achse im Team.
Die Schachfreunde Deizisau freuen sich über den Neuzugang von Lara Schulze. Nicht mehr dabei sind Elena Köpke und Fiona Steil-Antoni.
TuRa Harksheide hat den Abgang von Lara Schulze durch den Neuzugang der Rumänin Miruna-Daria Lehaci kompensiert. Neu dabei sind außerdem Teja Vidic und Ornella Falke.
Die Griechin Maria Tsakona wird in der kommenden Saison Brett eins bei Freiburg-Zähringen besetzen. Im Übrigen ist das Team im Prinzip so aufgestellt wie im Vorjahr.
Durch den Rückzug von Schwäbisch Hall bleibt der SV Hemer, drittletzter der Vorsaison, doch noch in der Liga. In der letzten Saison die ersten drei Bretter nicht gespielt. Von diesen ist Priyanka Nutakki in der kommenden Sasion auch nicht mehr in der Meldeliste. Auch bei beim SV Hemer ist ansonsten das Team mit nur leichten Veränderungen so zusammengeblieben wie im Vorjahr. Mit Michelle und Tamila Trunz sowie ihrer Mutter Dr. Elena Trunz bildet die Familie Trunz eine starke Achse im Team.
Der Chemnitzer SC Aufbau war in der letzten Saison das kompakteste Team überhaupt. Die ersten Sechs, angeführt von Anne Czäczine, bestritten mit ganz wenigen Ausnahmen alle Partien. Leider reichte es nicht zum Klassenerhalt. Auch der SC Kreuzberg spielt nächste Saison in der Zweiten Liga.
Aufgestiegen sind SZ Seeblick Dippoldiswalde mit der großen Schachfamilie Peglau, der SC Rotation Pankow und Bayern München.
Die Teams der Saison 2026/27
| Mannschaft | |
|---|---|
| 1. | Hamburger SK |
| 2. | TuRa Harksheide |
| 3. | SC Rotation Pankow |
| 4. | SZ Seeblick Dippoldiswalde |
| 5. | SC 1957 Bad Königshofen |
| 6. | Rodewischer Schachmiezen |
| 7. | SG Solingen |
| 8. | SV Hemer 1932 |
| 9. | FC Bayern München |
| 10. | Schachfreunde Deizisau |
| 11. | OSG Baden-Baden |
| 12. | SK Freiburg-Zähringen 1887 |
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