Für Schach-Einsteiger und Nachwuchsspieler sind Vorbilder wichtig. Es ergibt großen Sinn, sich an großen Meistern zu orientieren, deren Spielstil dem eigenen entspricht oder der angestrebt wird. Man sollte ihre Partien studieren und kann sich z.B. auch an deren Eröffnungsrepertoire orientieren. Die Master Class-Reihe, die nun schon aus 20 Bänden besteht, bietet dafür sehr gut geeignetes Material.
Meine erste Master Class DVD war Band 1 über Bobby Fischer in 2013, welche ich über „Bobby Fischers Fritz“ erworben hatte, eine damals erhältliche Kombination aus Fritz 15 SE und Master Class Band 1.
Es folgten weitere Ausgaben bis Band 8 (Carlsen, inzwischen neu aufgelegt), dann verlor ich etwas das Interesse. Ich war daher sehr gespannt, wie sich das Master Class Format inzwischen entwickelt hat.
Der grundlegende Aufbau der Master Class hat sich nicht geändert. Nach einer Einführung mit der Vorstellung des Meisters und der Kurzbiografie folgen Kapitel von verschiedenen Autoren zu den Themen Eröffnung, Strategie, Taktik und Endspiel. Das umfangreiche Bonus-Kapitel bringt uns neben einer Datenbank mit den kompletten Partien Larsens auch zusätzliche Teststellungen aus den Bereichen Taktik, Strategie und Endspiel und zwei „Eröffnungsbücher“ im Powerbook Format, die Larsens Eröffnungsrepertoire mit Weiß und Schwarz enthalten.

Ein deutlicher Unterschied ist in Sachen Design, Präsentation und Format zu erkennen. Bis Band 12 (Anand) wurde entweder ChessBase, Fritz oder der ChessBase Reader benötigt, was die Nutzung auf Windows Computer beschränkte.
Danach wurde die Fritz Trainer-App mitgeliefert, die auch für den Apple Mac verfügbar ist. Ab Ausgabe 17 (Spassky) können die Master Class-Ausgaben auch online auf beliebigen Computern und Tablets im „ChessBase Book“-Format gelesen werden, ein Format, welches gerade bei diesen Biografien sehr sinnvoll ist.

In der Bent-Larsen-Folge haben mir die Video-Beiträge von Larsens Landsmann Peter Heine Nielsen sehr gut gefallen, der die Biografie mit Berichten über persönliche Begegnungen mit Larsen ergänzt und den Einfluss des Meisters auf seine eigene Laufbahn erklärt.
Kostenlose Videobeispiele
Dorian Rogozenco zeigt in diesem Kapitel die Eröffnungen und Varianten, die Larsen in seinem Repertoire hatte. Er spielte gerne auch seltene Varianten, die scheinbar wenig oder keinen Eröffnungsvorteil versprachen. Eine davon (1.b3) trägt sogar seinen Namen.

Diese Kapitel erinnern inhaltlich stark an entsprechende Beiträge aus dem ChessBase Magazin. Das ist nicht verwunderlich, denn hier kommen mit Mihail Marin (Strategie), Oliver Reeh (Taktik) und Karsten Müller (Endpiel) die Autoren zum Zuge, die auch die entsprechenden Rubriken im CBM verantworten.
Sehr gut gefallen hat mir, dass in den Kapiteln Taktik und Endspiel auch interaktive Übungsaufgaben im Fritztrainer-Format verwendet werden.

Diese Master Class-Ausgabe bietet dem Leser ein nahezu vollständiges Bild des dänischen Meisters aus seiner schachlichen Laufbahn. Wir lernen sein Eröffnungsrepertoire kennen und die Autoren präsentieren uns die Highlights aus Taktik, Strategie und Endspiel. Wie die anderen Master Class-Bände auch, ist Master Class Band 20 ein hervorragendes Trainingswerkzeug im Stile des ChessBase Magazins. Dank des optionalen ChessBase Book-Formates können wir die Beiträge auch bequem mit dem Tablet auf dem Sofa genießen.
Das Produkt wurde dem Autor von ChessBase zur Verfügung gestellt.
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