Grand Chess Tour Rapid and Blitz: "Opfer, Opfer, Matt!"

von Johannes Fischer
06.08.2026 – "Opfer, Opfer, Matt!" ist ein berühmtes Zitat von Bobby Fischer, der damit erklärt hat, wie man im Drachen erfolgreich angreift. Levon Aronian (Bild) hatte in Runde 4 des GCT-Blitzturniers keinen Drachen, sondern einen soliden Italiener auf dem Brett, aber trotzdem konnte er Anish Giri, der bis dahin in neun Schnellschach- und drei Blitzpartien ausschließlich Remis gespielt hatte, mit einer Reihe von Opfern mattsetzen. In der Gesamtwertung führt weiter Praggnanandhaa, der als Tabellenführer ins Blitzturnier gestartet war und auch beim Blitzen mit 6 aus 9 die meisten Punkte sammeln konnte. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour

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Natürlich sind Schnell- und Blitzpartien nicht so gehaltvoll wie Partien mit langer Bedenkzeit und enthalten meist mehr Ungenauigkeiten und Fehler. Dafür bieten sie oft Spannung und spektakuläres Schach. Wäre die folgende Blitzpartie zwischen Aronian und Giri vor 150, 100 oder auch nur 50 Jahren zwischen zwei Weltklassespielern mit klassischer Bedenkzeit gespielt worden, wäre sie mit Sicherheit als Beispiel für einen gut vorbereiteten und kreativen Mattangriff in zahllose Lehrbücher aufgenommen worden. Heute wäre sie ein Klassiker.height="1"

Schönheit im Schach ist die eine Sache, Preisgeld, Prestige und Grand Chess Tour-Punkte eine andere. Aronian kam in der ersten Hälfte des Blitzturniers auf 5,5 Punkte aus 9 Partien und liegt damit in der Gesamtwertung des Rapid- und Blitzturniers mit 14,5 Punkten jetzt auf Platz vier.

Was sagt die Engine? Fabiano Caruana und Anish Giri bei der Suche nach Antworten auf die wichtigen Fragen. | Foto: Lennart Ootes

Praggnanandhaa war als Sieger des Rapid-Turniers mit einem Punkt Vorsprung ins Blitzturnier gestartet und auch im Blitzen der Beste: Er holte 6 Punkte aus 9 Partien und konnte seinen Vorsprung gegenüber Javokhir Sindarov, der wie Aronian auf 5,5 aus 9 kam, um einen halben Punkt ausbauen.

Gut im Schnellschach, gut im Blitz: Praggnanandhaa | Foto: Lennart Ootes

Vincent Keymer erwischte dagegen keinen guten Tag. Er kam in vielen seiner Partien zu aussichtsreichen Stellungen, die er dann jedoch in Zeitnot verdarb. Er holte im Blitzen 2,5 Punkte aus 9 Partien und teilt sich in der Gesamtwertung mit 11,5 Punkten nun die Plätze acht und neun mit Leinier Dominguez.

Trotz allem: Vincent Keymer hatte Spaß beim Blitzen. | Foto: Lennart Ootes

Gesamtwertung

Pl. Spieler Rapid Blitz Gesamt
1 Praggnanandhaa 12 6,0 18,0
2 Sindarov 11 5,5 16,5
3 So 10 5,0 15,0
4 Aronian 9 5,5 14,5
5 Van Foreest 8 5,0 13,0
5 Caruana 8 5,0 13,0
7 Giri 9 3,0 12,0
8 Keymer 9 2,5 11,5
8 Dominguez 9 2,5 11,5
10 Liang 5 5,0 10,0

Partien

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Turnierseite


Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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