02.12.2024 – Die Funktionen „Stilreport“ und „Fehlerreport“ des gerade erschienenen ChessBase 18 erleichtern die strategische Selbstanalyse und die gezielte Vorbereitung auf die nächsten Gegner. Wir zeigen, wie sie beispielsweise in der Vorbereitung auf den kommenden Mannschaftskampf effektiv eingesetzt werden können. | Fotos: Nils Rohde
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Schon seit vielen Jahren sind die ChessBase-Datenbanken aus der Vorbereitung auf die nächsten Gegner nicht mehr wegzudenken. Ob beim Einzelturnier oder für den nächsten Ligaspieltag mit dem Team. Gerade bei Letzterem bedeutet die in ChessBase 18 eingeführte Funktion „Style Report“ einen Quantensprung. Denn mit nur wenigen Klicks und erfreulich kurzer Wartezeit kann beispielsweise der Teamcaptain alle infrage kommenden Gegner analysieren lassen und die Ergebnisse an die eigenen Spieler weitergeben.
ChessBase-Geschäftsführer, -Entwicklungsleiter und -Chefprogrammierer Matthias Wüllenweber gibt einen fundierten Insider-Einblick in den Stilreport, den Fehlerreport und deren neuartigen Funktionen.
Stilreport
Die Funktion „Style Report“ in ChessBase 18 ermöglicht eine detaillierte Analyse des Spielstils eines Schachspielers und ergänzt die üblichen Eröffnungsstatistiken um psychologische und strategische Einblicke. Sie bewertet unter anderem Eigenschaften wie Aggressivität, Risikobereitschaft, Endspielkompetenz und Zähigkeit.
Dies ist der Beginn des Stilreports (anonymisiert) eines starken Amateurspielers und schon eine übersichtliche Charakterisierung des Spielers.
Das alles sind automatisch von der künstlichen Intelligenz erzeugte Ergebnisse, die sich die Spieler einer Mannschaft bislang in mühevoller Kleinstarbeit zumeist selbst erarbeitet haben, nachdem sie sich vorher ausgeknobelt haben, wer denn wohl der konkrete Gegner sein wird. Mit dem Stilreport erhält einfach jeder die komplette Übersicht über die gegnerischen Mannschaftsmitglieder des nächsten Spieltags.
Wohl die wertvollste Ansicht für die Vorbereitung: die Eröffnungen des Spielers.
Der Bericht zeigt dann detailliert in der grafischen Übersicht, welche Spielstile und welche konkreten Eröffnungen zu erwarten sind. Diese rasend schnelle Beurteilung geht weit über das bisherige selbstständige interpretieren – und oft im Trüben fischen – hinaus. Es beschreibt typische Verhaltensmuster und stellt dazu passende Beispielpartien bereit. So können Spieler nachvollziehen, ob sie etwa durch aggressive Eröffnungen oder passives Spiel geprägt sind. Die Funktion analysiert auch statistisch relevante Themen wie die Bereitschaft zu Materialopfern oder das Handling asymmetrischer Positionen, was wertvolle Hinweise zur Vorbereitung auf Gegner liefert.
Fehlerreport
Mit der Funktion Fehlerreport lassen sich über den Stilreport hinausgehend die Fehler des potenziellen Gegners genauer sezieren und lokalisieren. Macht er die Fehler in der Eröffnung? Machte er sie im Endspiel? Wie sind die Fehlerhäufigkeiten im Vergleich zu Großmeistern verteilt?
Wie wichtig sind die Fehler für das Ergebnis oder patzt der Gegner nur, wenn er ohnehin schon auf Verlust steht schwer?
Im Zusammenspiel mit dem Stilreport bietet der Fehlerreport also noch tiefere Einblicke. Mit etwas Übung im Umgang mit den innovativen Tools lassen sich so blitzschnell Gegnerprofile für die Vorbereitung erstellen.
Weitergabe der Ergebnisse
Wirklich praktisch ist auch die Form der Datenspeicherung:
Über das Menü lässt sich einfach das gesamte Ergebnis der von ChessBase 18 erstellten Gegneranalyse speichern und als 2cbh-Datei im gewünschten Ordner speichern – inklusive der gegnerischen Partien! So ist der Report jederzeit und von jedem Mannschaftsmitglied abrufbar.
Fazit
Aus der anstrengenden und manchmal recht trockenen Vorbereitung wird mit dem neuen Tool von ChessBase 18 eine interessante, oft überraschende und vor allem ebenso fundierte wie schnell durchzuführende Aufgabe.
Ein weiterer Vorteil ist die hohe Geschwindigkeit der Funktion. Durch die Minimierung von Engine-Berechnungen und den Einsatz mehrerer Prozessorkerne wird eine effiziente Analyse vieler Partien gleichzeitig ermöglicht.
Noch zwei Tipps zum Abschluss:
Wenn möglich, ist es dann sicher auch intensiver und lehrreich, sich die Ergebnisse einer solchen Mannschaftsanalyse mit dem eigenen Team gemeinsam anzuschauen.
Und für viel Unterhaltung dürfte es auch sorgen, die eigenen Teamkameraden beim Clubabend gemeinsam zu durchleuchten, die Ergebnisse zu diskutieren und die Trainingspläne darauf abzustimmen ...
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Links mit Beiträgen (dt./engl.) und Videos zum Thema:
Stefan LiebigStefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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