Helmut Pfleger in der ZEIT

von ChessBase
16.01.2026 – In der Ausgabe 3-2026 seiner Schachkolumne im ZEITmagazin schreibt Deutschlands dienstältester Schachkolumnist Helmut Pfleger am Beispiel von Paul van der Sterren und dessen Gewinnpartie gegen den großen Viktor Kortschnoi über das Leben im „Hier und Jetzt“ und weitere philosophische und spirituelle Einsichten.

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„Im Sieg entsteht Feindschaft, bei Verlust Schmerz. Der Gelassene ruht in Leichtigkeit – er hat Sieg und Niederlage überwunden.“

Diesen für den niederländischen Schachgroßmeister Paul van der Sterren so prägenden Ausspruch aus dem Dhammapada, der Sammlung von kurzen Lehrversen des Buddha, stellt Johannes Fischer im Kulturellen Schachmagazin Karl seiner Rezension von dessen Buch Mindful Chess („Achtsames Schach“) voran.

Der 1956 geborene van der Sterren beendete schon 2001 seine Laufbahn als Schachprofi nach Jahren intensiver buddhistischer Meditation, bei der er Tausende Stunden auf dem Meditationskissen verbrachte. Doch die Frage nach dem Sinn des Lebens hatte er sich schon vorher immer wieder gestellt, in seltenen Glücksmomenten auch die vollkommene Hingabe an das „Hier und Jetzt“ erlebt. So wie 1978 sogar beim Turnier in Wijk aan Zee, wo er ziemlich gezaust wurde, bis er auf den großen Viktor Kortschnoi traf: „Ich ließ mich einfach von Zug zu Zug durch die Partie treiben. [...] Ich dachte nicht nach, ich wusste, was zu tun war – und tat es.“ Es sollte sein einziger Sieg bleiben, während Kortschnoi so der Turniersieg entging.

Die großen Momente und die kleinen Anekdoten der Schachgeschichte: wer wüsste besser davon zu erzählen als Dr. Helmut Pfleger?

Freilich schreibt van der Sterren dann weiter: „Der alles überlagernde Gedanke nach der Partie war, dass ich niemals wieder in meinem Leben so gut spielen würde: Triumph und Tragödie in einem.“ Mit nur 21 Jahren erkannte er, dass dies der Gipfel und eine unwiederholbare Erfahrung war. Heute weiß er, dass ein unveränderliches „Ich“ eine Illusion ist: „Es ist nicht der Wandel, der einen verletzt, es ist die Vorstellung, dass es ein Ich gibt, das verletzt werden kann.“ Diese Einsicht führte bei ihm zu einer Befreiung vom Erfolgsdruck des Turnierschachs und zu einer neu erwachten Begeisterung für das Spiel: An die Stelle des Wettbewerbs trat bei ihm die Freude, die er als Zuschauer, Kommentator und Schach-Autor fühlte – im Leben wie im Schach wurde er zum „Amateur“, im Wortsinne „Liebhaber“.

Wie erreichte van der Sterren als Weißer am Zug gegen Kortschnoi eine Gewinnstellung?

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In diesem Videokurs untersuchen Experten die Partien von Viktor Kortschnoi. Lassen Sie sich von ihnen zeigen, welche Eröffnungen Kortschnoi wählte, wo seine Stärken im Mittelspiel lagen oder wie er seine Gegner im Endspiel überspielte.


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