Hussain Besou und Christian Glöckler beim WWRR in Belgien am Brett

von Stefan Liebig
18.02.2026 – Ein kleines belgisches Dorf ist gerade zum Austragungsort eines aus deutscher Sicht interessanten Turniers: Beim Wachtebeke Winter Round Robin kämpfen junge Spitzenspieler gegen erfahrene Großmeister um Normen und sammeln internationale Erfahrung. | Fotos: Veranstalter

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Spielort

Wachtebeke, eine rund 8.000 Einwohner zählende Gemeinde nahe der niederländischen Grenze, bildet den Schauplatz des Wachtebeke Winter Round Robin. Das internationale Rundenturnier findet vom 14. bis 19. Februar 2026 statt und ist Teil des winterlichen Schachfestivals, das traditionell während der belgischen Krokusferien organisiert wird und zu dem neben dem GM-Turnier auch Rapid-, Blitz- und weitere Wettbewerbe gehören. Gespielt wird im lokalen Lyceum, einer funktionalen Schulhalle – alles getragen vom Engagement des örtlichen Vereins Schaakclub De Pluspion Wachtebeke. Diese Bodenständigkeit ist zugleich ein Markenzeichen des Turniers, das bewusst auf gute Spielbedingungen setzt. 

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Hauptturnier

Das GM- und Normenturnier ist als klassisches Rundenturnier mit neun Runden konzipiert. Besonders aus deutscher Sicht ist die Zusammensetzung des Teilnehmerfeldes: Im zehnköpfigen Turnier treten mehrere Großmeister sowie internationale Meister und aufstrebende Nachwuchsspieler gegeneinander an. Diese Mischung berücksichtigt die Regularien der FIDE, wonach Normturniere eine bestimmte Anzahl von Titelträgern erfordern, um Spielern die Möglichkeit zu geben, Normergebnisse für höhere Titel zu erzielen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt den jungen deutschen Spitzentalenten Hussain Besou und Christian Glöckler. Der 14-jährige Besou ist bereits FIDE-Meister und der gleichaltrige Glöckler sogar schon Internationaler Meister und er erzielte durch seinen überragenden Turniersieg beim Qualifier-Turnier des Tata Steel in Wijk an Zee bereits seine erste GM-Norm. Im selben Jahr wie die beiden ist auch der belgische IM Elias Ruzhansky geboren. Der jüngste Teilnehmer aber ist der 2014 geborene englische FM Supratit Banerjee. Er ist zwar mit 2322 an letzter Stelle gesetzt, aber es zeigt sich, dass er sich in diesem Feld durchaus behaupten kann. Neben diesen vier ganz jungen Spielern komplettieren IM Bernardo Cesar Maestre (Jg. 2005, ESP, 2378 Elo), IM Aaron Alonso Garcia (Jg. 2003, ESP, 2441 Elo), FM Sargis A. Manukyan (Jg. 1995, ARM, 2325 Elo), GM Vitaly Sivuk (Jg. 1992, ARM, 2521 Elo), GM Alexandre Dgebuadze (Jg. 1971, ARM, 2393 Elo) und der erfahrene GM Eduardis Rozentalis (Jg. 1963, ARM, 2450 Elo) das Teilnehmerfeld.

Die beiden deutschen Talente beim Turnier in Belgien: Hussain Besou (l.) und Christian Glöckler (m.). | Foto: Veranstalter

Die beiden deutschen Zukunftshoffnungen starteten mit jeweils 50 Prozent ins Turnier: Nachdem Besou mit Schwarz gegen Manukyan verloren und Glöckler mit Weiß gegen Alonso Garcia gewonnen hatte, trafen die beiden schon in Runde 2 aufeinander und durch den Besou-Sieg waren danach beide punktgleich:

Im ersten Teil der Videoreihe werden wir uns mit 6. Lg5, 6. Le3, 6. Le2 und 6. Lc4 die vier Hauptzüge von Weiß anschauen.

Für Besou war dies quasi der Startschuss in ein bislang sehr starkes Turnier: Er schlug in den folgenden Runden Cesar Maestre, Banerjee und Alonso Garcia. Gegen Dgebuadze remisierte er. Dadurch ist er der aktuelle alleinige Tabellenführer mit einem halben Punkt Vorsprung vor Ruzhansky und Manukyan. Glöckler hingegen teilt sich mit Dgebuadze und Cesar Maestre die letzten drei Plätze. Der in Wijk noch so auftrumpfende Deutsche konnte zwar gegen Sivuk und Ruzhansky remisieren, doch er verlor bislang alle drei Schwarzpartien. 

Tabelle nach 6 Runden:

Partien:

Links

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Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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