Weissenhaus Chess: Königsmacher Büttner

von Gregor Poniewasz
18.02.2026 – Im letzten Jahr wechselten Freestyle Chess und die FIDE noch viele Nachrichten, die sich um den Titel "Weltmeisterschaft" drehten. Das ist Geschichte. Die dritte Ausgabe des Freestyle Chess Turniers in Henric Büttners Weissenhaus Resort wurde vom Weltschachbund offiziell als "FIDE Freestyle Weltmeisterschaft 2026" geadelt. Gregor Poniewasz hat die Atmosphäre vor Ort eingefangen. | Fotos: Gregor Poniewasz

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Weissenhaus Chess: Königsmacher Büttner

Zieht man nach einigen Tagen ein Resümee vom “Freestyle Chess FIDE 2026 World Championship Weissenhaus Germany”-Event, wie es jetzt ja offiziell heißt, könnte man fragen “war es nun besser mit der FIDE oder nicht und wie war es insgesamt im Vergleich zu 2025 und 2024?”

Äußerlich, vom Setting in der herrschaftlichen Anlage und vom Raum für die Spiele(r) her war es wieder so herausragend grandios wie 2025 (siehe Schach als große Show im Weissenhaus | ChessBase). Musste man vor einem Jahr Veranstalter Büttner wirklich Respekt zollen für die Leistung, Schach 960 in so gediegene aber auch aufmerksamkeitsstarke und top-besetzte Organisation aus dem Nichts emporgehoben zu haben, so könnten einige mäkeln, dass er nach dem Streit im Vorjahr jetzt doch vor der FIDE eingeknickt ist und das “World Championship”-Emblem unter deren Ägide gestellt hat. Oder aber, weitaus treffender, man zollt ihm noch mehr Respekt, nämlich genau dafür, dass er vielleicht auch durch sein Muskelspiel mit der FIDE vor einem Jahr Fischer Random hoffähig gemacht hat für die nunmal etablierte Schachverbands-Turnierwelt.

Und was für ein Hof das in Weissenhaus wieder war: Die Top-5-Spieler der Welt waren sich nicht zu schade, zum Würfel-Positions-Schach zu kommen (Nakamura wollte aus verschiedenen nachvollziehbaren und auch nicht so nachvollziehbaren Gründen nicht mitspielen), der Spieler-Raum war angesichts noch weniger Menschen vor Ort als im Vorjahr zuweilen mucksmäuschenstill, obwohl mehr Kameras da waren.

Top-Streamerinnen und -Streamer und Top-Kommentatorinnen und –Kommentatoren waren wieder da, das Mittagessen hatte Büttner diesmal sogar im Schloss selbst statt im Nebengebäude servieren lassen und eine diese Männerrunde auflockernde Sache war das Match zwischen der Schweizerin Alexandra Kosteniuk und Bibisara Assaubayeva aus Kasachstan parallel im Spielerraum: Es war eine Vorschau auf eine geplante Freestyle Chess Weltmeisterschaft der Frauen, die später im Jahr 2026 ausgetragen werden soll. Und die Damen haben auch in der Vorbereitung der Männer auf die Positionen Dynamik erzeugt: Vor einer Partie am Sonnabend hatten Aronian, Carlsen, Caruana und Sindarov gemeinsam die geloste Stellung diskutiert. Nach einigen Minuten Ratlosigkeit fragte Carlsen “was wäre wenn wir mit G4 eröffnen würden?” und die dabei sitzende Kosteniuk schnappte “das habe ich vor 5 Minuten schon gesagt!”, was Carlsen kleinlaut mit “da hätten wir mal auf Dich hören sollen” quittierte...

Ein Kompliment an Organisator Büttner war sicher auch, dass viele Teilnehmer Anhang mitgebracht hatten: Beim Lunch im Schloss traf man eine größere Gruppe
osteuropäischer Frauen, angeblich war auch Carlsens Frau Ella Victoria mit dem 2025 fast genau neun Monate nach Weissenhaus Chess geborenen Sohn da. Und bei Caruana war eine blonde junge Frau, über die es im vorigen Jahr gerüchteweise hieß, dass es seine dänische Freundin wäre.

Mit dem deutschen Shooting Star Vincent Keymer war sein Vater Christof gekommen, der Konzertpianist und Musikpädagoge; Vater und Sohn unterhielten sich im Spieler-Raum oft zwischen zwei Spielen.

Und Magnus Carlsens Vater Henrik war ebenfalls angereist (im Porsche Cayenne? Zwei solche waren mit norwegischem Nummernschild auf dem Anwesen); sein Sohn erklärte ihm zuweilen noch laufende Spiele, sie setzen sich dazu ganz bodenständig auf Zuschauerstühle. Nicht mal Animositäten zwischen Niemann und Carlsen waren zu beobachten.

Magnus Carlsen hat spektakulär gewonnen und nun auch den Freestyle-Chess-Weltmeistertitel, was ihm im alten FIDE-Fischer-Random-Format ja nicht gelungen war. Und somit hat Büttner mit seinem nun mittlerweile schon dritten Weissenhaus-Event letztlich sogar zu einer weiteren Krone für Carlsen beigetragen. Daher wird richtig spannend, wie es 2027 weitergeht...


Gregor Poniewasz, Jahrgang 1969, arbeitet im digitalen Marketing und ist ein begeisterter Hobbyschachspieler. Er verfolgt das Geschehen im Turnierschach sehr intensiv und interessiert sich vor allem für die technischen Aspekte von Schachengines, besonders seit dem Start von Alpha / Leela Zero.
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