Vor 30 Jahren: Kasparov schlägt Deep Blue

von Johannes Fischer
17.02.2026 – Deep Blue war der erste Computer, der einen Wettkampf gegen den amtierenden Weltmeister gewinnen konnte. Im Mai 1997 schlug Deep Blue Garry Kasparov in einem Wettkampf über sechs Partien mit 3,5:2,5. Deep Blue war auch der erste Computer, der überhaupt eine Partie mit klassischer Bedenkzeit gegen einen amtierenden Weltmeister gewinnen konnte – die erste Partie des ersten Wettkampfs zwischen Deep Blue und Kasparov. Angesichts dieser Erfolge wird leicht vergessen, dass Kasparov den ersten Wettkampf mit 4:2 gewann und den Supercomputer, der im Schnitt 126 Millionen Stellungen pro Sekunde berechnete, dabei manchmal wie einen besseren Anfänger aussehen ließ. | Kasparov hat die Möglichkeiten des Computers früh erkannt | Foto: ChessBase

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Der Wettkampf fand vom 10. bis 17. Februar in Philadelphia statt, der Preisfonds betrug 500.000 $, für seinen Sieg erhielt Kasparov 400.000 $. Nach seiner sensationellen Niederlage in der ersten Partie zeigte Kasparov, wie so oft in seiner Karriere, Nehmerqualitäten und Kampfgeist. Er gewann die zweite Partie und glich den Wettkampf wieder aus.

Nach zwei Remis in den Partien 3 und 4 gewann Kasparov auch die fünfte Partie und lag damit vor der sechsten und letzten Partie mit 3:2 in Führung. Ein Remis in dieser Partie hätte ihm zum Sieg im Wettkampf gereicht, doch Kasparov wollte mehr und demontierte den taktisch übermächtigen Computer mit einer strategischen Glanzleistung.height="1"

Ein bemerkenswerter Sieg, in dem Kasparov demonstrierte, welche Schwächen die besten Computer der damaligen Zeit noch hatten. 30 Jahre später haben die Computer mehr als aufgeholt, und selbst Programme, die auf dem Handy laufen, sind besser als die besten Menschen. Aber anders als von vielen Pessimisten nach Kasparovs 2,5:3,5-Niederlage im zweiten Wettkampf gegen Deep Blue 1997 prophezeit, sind die Rätsel des Schachs nach wie vor nicht gelöst und das Spiel ist populärer denn je.

Garry Kasparov ist nicht nur einer der besten Schachspieler der Welt, er ist auch ein ausgezeichneter Schachtrainer. Im Rückblick auf seine Karriere zeigt der 13. Weltmeister eine Auswahl seiner besten Partien - mit auch heute noch verblüffenden Ideen

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Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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