In memoriam Henryk Konaszczuk

von André Schulz
15.05.2015 – Am 24. März starb in Hindenburg (heute: Zabrze) der polnische Schachhistoriker Henryk Konaszczuk. Konaszczuk hat sich besondere Verdienste um die Erforschung des schlesischen Schachlebens erworben. In seinen beiden auf dieser Seite erschienen Artikeln, zum Turnier von Bad Salzbrunn 1933 und zum schlesischen Spieler Paul Mross, förderte er viele vergessene Details zutage. Mehr...

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In Memoriam Henryk Konaszczuk

* 20 March 1955
† 24 March 2015 (Zabrze)
 

Henryk Konaszczuk, Ostrów Wielkopolski, 2013. Foto: Tomasz Lissowski 

Henryk Konaszczuk wurde 1955 in dem kleinen Ort Biała Podlaska, in Ostpolen geboren. Nachdem er in Warschau sein Chemiestudium abgeschlossen hatte, zog er nach Hindenburg (heute: Zabrze) in Oberschlesien und nahm in Gleiwitz (Heute: Gliwice) am örtlichen Forschungszentrum für Chemie eine Stelle an. Seine Liebe galt dem Schach und hier besonders der Schachgeschichte. Nachdem Konaszczuk nun in Oberschlesien beheimatet war, entwickelte er Interesse für die Schachgeschichte in Schlesien. 

Auf der ChessBase-Seite erschienen zwei großartige Artikel von Henryk Konaszuk, die Thomas Lemanczyk seinerzeit dankenswerterweise aus dem Polnischen übersetzt und so für die deutschen Schachfreunde zugänglich gemacht hat. In einem der beiden Artikel erinnerte Henryk Konaszczuk an das vergessene Schachturnier 1933 in Bad Salzbrunn (heute: Szczawno Zdrój), dem Geburtsort von Gerhard Hauptmann. 

Das "Deutsche Meisterturnier" wurde vom Schlesischen Schachverband organisiert, der, wenn es ihn noch geben würde 2008 sein 100-jähriges Jubiläum gefeiert hätte. Parallel wurde ein "Schlesisches Meisterturnier" durchgeführt. Austragungsort der beiden Turniere war der mondäne "Schlesische Hof". Das Meisterturnier gewann der aus Augsburg stammende Ludwig Schmitt, ein starker Spieler, der in Vergessenheit geraten ist. Er stammte aus Augsburg, lebte lange in Breslau und kehrte nach dem Krieg nach Augsburg zurück. Carl Ahues wurde Zweiter.

 

Partien des Turniers
 

 

 

Noch bedeutsamer war vielleicht das Ergebnis von Henryk Konaszczuks Forschungen zu Paul Mross bzw. Paweł Mróz, so die polnische Schreibweise seines Namens.

Mross gehörte der Schachabteilung des Vereins Wielkie Hajduki in Chorzów Batory (deutsch: Bismarckhütte), einem Stadtteil von von Chorzów (Königshütte) an. 1922 wurde Ost-Oberschlesien als Ergebnis des Ersten Weltkrieges und der Wiedererschaffung Polens vom Deutsch Reich abgetrennt. Die deutschen Ortsnamen wurden in polnische Namen geändert. 

Mross war 1910 in Bismarckhütte geboren worden und spielte für die Mannschaft Schlesiens bei der 1. polnischen Mannschaftsmeisterschaft 1929 in Königshütte mit. Anfang der 1930 Jahre zog Mross nach Berlin um und nahm dort auch nach dem Krieg noch an einigen Turnieren teil. In den 1960er Jahren zog Mross nach Erlangen und starb 1991 in Düsseldorf.

 

Henryk Konaszczuk, links mit Paweł Dudziński, Jerzy Moras, Tomasz Lissowski, Michael Negele und Andrzej Olszowski (Ostrów Wielkopolski, 2013). Foto: Wojciech Zawadzki, Wrocław (Breslau).

Zuletzt arbeitete Henryk Konaszczuk über den polnischen Meister aus Posen Antoni Wojciechowski, durfte aber die Fertigstellung nicht mehr miterleben. Er starb am 24 March 2015 in Hindenburg (heute: Zabrze). Die Ken Whyld Foundation & Association veröffentlichte auf ihrer Seite einen Nachruf auf den polnischen Schachhistoriker.

Mit besten Dank an Tomasz Lissowski and Michael Negele

 

Nachruf bei der Ken Whyld Foundation & Association...

Ein vergessenes Turnier...

Paul Mross...

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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