Interview mit Silvio Danailov

19.01.2006 – Mit Hilfe eines Ü-Notebooks, einer Digital-Kamera und Wireless Lan sendet TV ChessBase in Wijk aan Zee sehr flexibel und mobil Berichte und Interviews sogar aus dem Turnierraum und den Nebenräumen des Corus-Turniers. Nachdem Yasser Seirawan zur Verblüffung der Zuschauer auf dem Fritzserver schon eine Führung durch die Räume gemacht und ihnen die Spieler vorgestellt hat, führte er später noch in der Bar ein Interview mit dem Topalov-Manager Silivio Danailov. Neben allgemeinen Aussagen über seiner Arbeit als Manager waren auch die bis heute teils rätselhaften Vorgänge um die Absage des Wiedervereinigungswettkampfes zwischen Ponomariov und Kasparov ein Thema. Während FIDE bzw. ihr Präsident Kirsan Ilyumshinov als Grund dafür angegeben hatte, Ponomariov hätte die Verträge nicht fristgerecht unterschrieben, bestätigte Danailov ein schon früher von anderer Seite publiziertes Gerücht, wonach "hohe politische Kreise in Russland" wegen Kasparovs Kritik an Präsident Putin das Match gekippt hätte: "Ilyumshinov musste den Wettkampf absagen. Er wollte nicht, aber er musste." Außerdem erzählt Danailov, woran der Wettkampf Topalov gegen Kramnik gescheitert ist. Mehr...

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Durfte Kasparov nicht noch einmal Weltmeister werden?
Von André Schulz

Interview mit Silvio Danailov...

Im Jahr 2002 trafen sich die wichtigsten Leute im Schach auf Einladung von Bessel Kok in Prag am Rande eines Schachturniers zu einer Konferenz und handelten einen Weg aus, mit dem man aus dem Dilemma der zwei Weltmeister wieder heraus finden könne, der so genannte Prager Wiedervereinigungsplan. Gemäß diesem sollten die beiden Weltmeisterversionen auf folgendem Weg zusammen geführt werden: Der amtierende FIDE-Weltmeister Ponomariov spielt gegen den Weltranglistenersten Garry Kasparov, der amtierende "Weltmeister im klassischen Schach" Vladimir Kramnik, spielt gegen einen Herausforderer, der durch ein Qualifikationsturnier in Dortmund noch ermittelt werden sollte. Die beiden Sieger spielen einen Wettkampf um den "unbestrittenen Weltmeister"-Titel. Dieser war für Oktober/November 2003 geplant. Die Prager Vereinbarung wurde am 6.Mai 2002 unterzeichnet.

Laut Yasser Seirawan unterbreitete Bessel Kok der FIDE noch in Prag das Angebot, für die Finanzierung des Wettkampfes zwischen Ponomariov und Garry Kasparov zu sorgen, doch die FIDE nahm dieses aus unbekannten Gründen nicht an. Zur Realisierung des Planes hatten beide Linien mit Problemen zu kämpfen. Die Rechte an Kramniks Weltmeistertitel gehörten dem privaten englischen TV-Sender Einstein plc., die diese von Raymond Keenes Braingames erworben hatten. Einstein hatte zwar Interesse an der WM und der Durchführung eines Qualifikationsturniers, aber kein Geld. Bei der Finanzierung half schließlich die französische Mäzenin Nahed Ojjeh aus. Das Kandidatenturnier in Dortmund fand dann noch wie geplant statt, aber nachdem sich Peter Leko dort qualifiziert hatte, dauerte es bis Herbst 2004, bis es zum Wettkampf mit Kramnik kam. Der Grund war die endgültige Pleite von Einstein, wodurch die Rechte an dem Wettkampf zunächst noch aus der Konkursmasse heraus gekauft werden mussten.

Auch die FIDE hatte mit Problemen zu kämpfen. Ruslan Ponomariov, der den langjährigen Topalov-Manager Silvia Danailov auch für sich engagierte, fühlte sich in den Verträgen benachteiligt, vielleicht auch durch seine Nichteinladung an der Prager Konferenz übergangen, und nahm einen zähen Kampf mit der FIDE um die Konditionen und den Vertragstext auf.

Als Austragungsort für den Wettkampf zwischen Ponomariov und Kasparov wurde Buenos Aires ausgewählt, als Termin Sommer 2003. Dann wurden Termin und Ort verschoben. Von Juni in Buenos Aires auf September in Jalta in der Ukraine. Dort hätte Ruslan Ponomariov Heimrecht genossen. Am 29.8.2003 wurde der Wettkampf dann von Kirsan Ilyumshinov abgesagt, nachdem Ponomariov ein Ultimatum zur Vertragsunterzeichnung spätestens am 28.8.2003 habe verstreichen lassen. Ponomariov hat sich später in einer Pressekonferenz überrascht gezeigt und sagte, das man im Prinzip Einigkeit über alle strittigen Punkte erzielt habe und Ilyumshinov dann plötzlich den Wettkampf abgesagt habe.

Gerüchte über eine Einflussnahme russischer politischer Kreise mit Druck auf Ilyumshinov wurden erstmals im November 2004 geäußert. Putin bzw. ihm nahe stehende Personen hatten Ilyumshinov unter Druck gesetzt, das Kasparov sich fortgesetzt öffentlich gegen Putin und dessen Politik gestellt hätte. Schon 2002 hat Kasparov sich u.a. im Spiegel negativ zu Putins Tschetschenien-Politik geäußert.

Kirsan Ilyumshinov ist als Lokalfürst der autonomen Republik Kalmückien von der Gunst Putins bzw. des Kremls abhängig. Nachdem Putin ihm bei der Wahl 2002 schon einen Gegenkandidaten ins Land geschickt hat, hat er ihn kürzlich in einer pseudodemokratischen Farce im Amt bestätigt. Daraus kann man entnehmen, dass sich die Beziehungen zwischen Putin und Ilyumshinov im Laufe der Zeit verbessert haben.

Danailov behauptet in seinem Interview das gleiche, was Dr. Mark Livschitz im November 2004 auf einer Ukrainischen Webseite veröffentlich hat, nämlich die Einflussnahme der russischen Politik, mit dem Ziel dem Oppositionellen Kasparov zu schaden. Auch nachdem Ponomariov als FIDE-Weltmeister von Kasimdzhanov ersetzt wurde, kam kein Wettkampf zustande. Ilyumshinov favorisierte Geldgeber in Dubai, aber der Wettkampf scheiterte, weil dort keine Garantien vorgelegt worden seien. Ali Nihat Yacici konnte mit Hilfe der türkischen Regierung das Geld für den Wettkampf aufbringen und bot an, es in der Türkei durchzuführen. Doch aus unbekannten Gründen hatte die FIDE daran kein Interesse. Schließlich beendete Kasparov das ganze Theater, indem er seinen Rücktritt erklärte. Im folgenden ist eine Agenda aus Beträgen aufgelistet, die zu diesem Themenkreis bei ChessBase erschienen sind. Machen Sie sich ihr eigenes Bild von den Vorgängen und Hintergründen.

Inzwischen ist ein neues Kapitel aufgeschlagen. Karmnik hat seinen Wettkampf gegen Herausforderer Leko gespielt und gewonnen, die FIDE hat sich mit einem Rundenturnier einen neuen Weltmeister, Topalov, besorgt. Einigkeit wurde aber immer noch nicht erzielt.
 


Bei ChessBase erschiene Beiträge zu Kirsan Ilyumshinov und den abgesagten Wettkämpfen zwischen Kasparov und Ponomariov bzw. Kazimdzhanov:

 

Politische Kultur in Russland
26.10.2005 Anfang des Jahres entschloss sich Garri Kasparov, seinen Abschied vom Schach zu nehmen und mit ganzer Kraft in der russischen Politik tätig zu werden. Das Kommitee-2008, zu deren Gründungsmitgliedern der ehemalige Schachweltmeister zählt, setzt sich für freie Wahlen in Russland im Jahr 2008 ein, so wie die Verfassung das eigentlich vorgesehen hat. Präsident Putin unternimmt indes einige Anstrengungen, um die russische Verfassung in seinem Sinne zu ändern. Die Opposition wirft dem Amtsinhaber deshalb vor, in die Diktatur wieder einführen zu wollen. Auf einer Tournee durch das Land wirbt Kasparow für die Ziele der Opposition. Dabei gab es bisher schon eine Reihe von "Zwischenfälle". Wie diese von der Staatsführung organisiert werden, kann man aus einem Augenzeugenbericht schließen, den Boris Reitschuster in der aktuellen Ausgabe des Focus veröffentlicht hat. Dort wurde auch ein Interview mit Kasparov abgedruckt.
Bericht im Focus...

Interview mit Kasparov im Focus...

Ilyumshinov als Präsident Kalmückiens wiedergewählt
25.10.2005  Vor einem Monat hatte Kirsan Ilymshinov sein Amt als Staatspräsident Kalmückiens zur Verfügung gestellt und Präsident Putin damit vor die Wahl gestellt, einen Nachfolger zu bestimmen oder ihn im Amt zu bestätigen. Nach dem kürzlich geänderten russischen Wahlgesetz werden die Provinzpräsidenten nicht mehr Volk direkt gewählt, sondern vom russischen Präsidenten ernannt, eigentlich: vorgeschlagen. Im Falle Ilyumshinovs entschied sich Putin zur Bestätigung des Amtsinhabers, worauf sich dessen Amtszeit vorzeitig um vier weitere Jahre verlängert.
Meldung bei Pravda 2...
Meldung bei Pravda 1...
Meldung bei Mosnews...


Kirsan Ilyumshinov erklärt Rücktritt vom Präsidentenamt in Kalmykien
06.10.2005 "I want to spend more time with my money", ließ die satirische englische Schachzeitschrift Kingpin Florencio Campomanes sagen, als der 1995 sein Amt als FIDE-Präsident aufgeben musste. Mit Berufung auf die Nachrichtenagentur ITAR-TASS meldet die Webseite von Mosnews nun den Rücktritt von FIDE-Präsident Kirsan Ilyumshinov von seinem Präsidentenamt in Kalmykien. Offiziell enden sollte seine jetzige Amtszeit 2006. Welche Auswirkungen diese Entscheidung auf die FIDE und die Schachwelt hat, ist noch offen.
Meldung bei Mosnews (engl.)...
Zu Kingpin...

Kasparov im Würgegriff der Polizei

17.05.2005
Anlässlich des Prozessauftaktes gegen den früheren Yukos-Chef kam es in Moskau zu Demonstrationen und Sitzstreiks. Die Vertreter der russischen Opposition war vollständig versammelt und protestierte lautstark gegen den Prozess, der als Schauprozess gegen den Opposition aufgefasst wird. Zwischen Putin und dem Oligarchen Maichael Chodarkowsky hatte sich um den Yukos-Ölkonzern ein Machtkampf entwickelt, den Putin durch Festnahme von Chodarkowsky und Zerschlagung des Konzerns für sich entschied. Im Hintergrund werden Zugriffsversuche von US-Geldgebern auf die russische Ölindustrie vermutet. Garry Kasparov hatte offen für Chodarkowsky Partei ergriffen und ist inzwischen eine der Galionsfiguren der russischen Opposition. Bei den Demonstrationen in Moskau wurde er in Handgreiflichkeiten mit den Sicherheitskräften verwickelt. Die ARD berichtete in ihrer gestrigen Tagesschau.
Videostream bei der ARD...

"Caligula in Moskau"
11.02.2005 Unter dem Titel "Caligula in Moscow" hat Garry Kasparov in einem Artikel für das Wall Street Journal erneut die Politik des russischen Staatspräsidenten Vladimir Putin in Russland angegriffen. In dem Artikel, der von The Foundation of the Defence of Democracies nachgedruckt wurde, wirft Kasparov Putin diktatorische Praktiken vor und unterstellt, dass Putin eine völlige Kontrolle aller Aspekte des Landes anstrebt. Dies würde unter der besonderen Mithilfe einer Marionetten-Justiz erfolgen, die jede demokratische Bewegung mit juristischen Mitteln unterdrückt. Anders als jüngst in der Ukraine, hätten die demokratischen Kräfte in Russland derzeit keine Chance. Als heraus ragendes Beispiel nennt Kasparov die Vorgänge rund um die Enteignung und Verstaatlichung des Ölkonzerns Yukos, die im PACE (Parliamentary Assembly Council of Europe) -Report durch die frühere deutschen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger scharf kritisiert wurden.
Wall Street Journal...
Nachdruck bei FDoD...
PACE-Report zu Yukos...
Reaktion in Moskau auf den PACE-Report (Mosnews.com)...


Kasparov vs. Putin in Die Welt

12.01.2005 In der heutigen Ausgabe der Welt erschien ein Beitrag, der sich mit Kasparovs Kritik an der Politik Putins beschäftigt. Nach einer zehntägigen Feiertagsserie zum Jahreswechsel begann das politische Leben Russlands mit Protestmärschen von Rentnern in mehreren Städten. Den Senioren wurden bisherige staatliche Vergünstigungen gestrichen. "Die Demokratie weicht einer brutalen Diktatur", hatte Kasparov auf einer Presseveranstaltung in London erklärt und den Westen aufgefordert, Putin und dessen Politik nicht mehr zu unterstützen. Kasparov engagiert sich seit einiger Zeit in der russischen Politik und hat mit anderen das Komitee 2008 gegründet, das für freie Wahlen im Jahr 2008 in Russland sorgen will.
Artikel in der Welt...

Kasparov contra Putin
11.01.2005 Anlässlich seines Besuches in England hat sich Kasparov in einem Interview erneut mit harten Worten gegen die Politik Putins ausgesprochen. Die Rolle Moskaus als Gastgeber des G7-Gipfels im nächsten Jahr vergleicht er mit der Berlins bei der Olympiade 1936. Die Abwicklung des Yukos-Konzerns ist laut Kasparov der "größte Raub in der Geschichte der Menschheit" gewesen. Auch zu aktuellen Vorgängen in der Schachpolitik hat er sich geäußert, so zur Absage des Wettkampfes gegen Kazimdzhanov: "Das zeigt, dass die FIDE keinen Respekt vor den Spielern und den professionellen Elementen des Spiels hat".
Interview bei BBC-online...

Kasparov in "Cicero"
23.12.2004 Während Russlands Präsident Putin in Deutschland Bundeskanzler Schröder besuchte, veröffentlichte das deutsche Politmagazin "Cicero" unter dem Titel "Putin marschiert in die Diktatur" einen sehr kritischen Artikel von Garry Kasparov zu Putins Politik in Russland. In diesem rückt der Exweltmeister Putins Innenpolitik sogar in die Nähe der Maßnahmen, die die Nationalsozialisten zur Vorbereitung ihres Terrorregimes ergriffen hatten. "Viele Jahre lang ist Russland nur dem Namen nach eine Demokratie gewesen; nun wird es selbst das bald nicht mehr sein", so Kasparov.
Kasparov-Artikel in Cicero... 

Kasparov in Focus-Online
21.12.2004 Focus-Online zitiert heute Garry Kasparov, der in einem am Dienstag im Politmagazin "Cicerao" veröffentlichten Artikel vor Putin und großen Veränderungen in Russland warnt. Die westlichen Führer würden die Anzeichen der bevorstehenden Krise in Russland ignorieren. Putin würde sich inzwischen schon keine Mühe mehr geben, seine Pläne zu verschleiern. Laut Kasparov werde Putin sein Amt nicht freiwillig aufgeben.
Meldung in Focus-Online...

Vielleicht...
14.12.2004 Mitte Januar 2005 hätte der Wettkampf zwischen Kasimdzhanov und Kasparov in Dubai stattfinden sollen, wurde aber kürzlich endgültig von der FIDE abgesagt, da die Organisatoren bis dato keinerlei Garantietn für eine reibungslose Durchführung und Finanzierung vorgelegt hatten. In einer Interfaxmeldung wurde gestern FIDE-Präsident Kirsan Illymshibov zitiert, der nun als möglichen neuen Austragungsort  die Türkei nennt. Als Termin käme vielleicht die erste Hälfte des kommenden Jahres in Frage.
Meldung bei Interfax...

Kasparovs Komitee 2008: Offener Brief an Putin
04.12.2004 In einem Offenen Brief hat das von Kasparov mit gegründete Komitee 2008 sich an  Putin gewandt. In diesem wird der russische Präsident aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass Russland die Wahl des ukrainischen Volkes respektiert, die separatistischen Kräfte in der Ukraine, sowohl im Osten wie im Westen des Landes, nicht weiter unterstütz und die andauernde Propaganda zu Gunsten eines der beiden Kandidaten zu unterlässt. Außerdem soll Putin seine Macht einsetzen, die Zensur und die einseitige Darstellung im russischen Fernsehen zur Situation in der Ukraine zu stoppen. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gehören neben Kasparov auch Ruslan Ponomariov. Außerdem haben der Schachjournalist und IM Odessky und die beiden Großmeister Golubev und Novik unterschrieben.
Offener Brief an Putin (russ.)...
 

Präzisierung der FIDE
22.11.2004 Auf der Eröffnungspressekonferenz in Moskau kam es zu einem Disput zwischen Garry Kasparov und Berik Balgabaev, Assistent von FIDE-Präsident Kirsan Illymzhinov, bei der Beschreibung der Situation des geplanten Wettkampfes zwischen Kasparov und FIDE-Weltmeister Kazimdzhanov. Strittig war insbesondere, ob der Türkische Verband eine ernst zu nehmendes Angebot zur Organisation des Wettkampfes gemacht hatte. Georgios Makropoulos, Vizepräsident der FIDE, hat in einer Presseerklärung die fraglichen Punkte präzisiert.
Zur FIDE...
Presseerklärung (engl.)...

Moskau: Altes zum Wettkampf Kasparov gegen Kazimdzhanov
16.11.2004 Bei der Pressekonferenz zur Eröffnung der Russischen Meisterschaften in Moskau war auch der geplante Wettkampf zwischen Garry Kasparov und FIDE-Weltmeister Rustam Kazimdzhanov ein Thema. Kasparov teilte der Presse mit, dass ihm außer der mündlichen Zusage von FIDE-Präsident Kirsan Ilyumzhinov keinerlei Garantien des Veranstalters aus Dubai vorliegen würden. Dies sei exakt die gleiche Situation wie im letzten Jahr vor dem Wettkampf gegen Ponomariov, der ursprünglich in Buenos Aires hätte stattfinden sollen. Während Kasparov redete, gab es aus dem Hintergrund Zwischenrufe vom Assistenten des FIDE-Präsidenten Berik Balgabaev (Foto), der Kasparov als "vret" (russisch für: "einer der Lügen erzählt") bezeichnete.
Bericht von der Pressekonferenz von Ilya Odessky bei e3e5.com (russ.)...
Nicht Neues bei der FIDE...

Kasparov und die "Fünfte Kolonne"
17.11.2004 Offizielle russische Kreise bezeichnen die Kräfte der Opposition im Lande gerne als "Fünfte Kolonne", ein Begriff, der auf Ernest Hemingway und eine Geschichte über den Spanischen Bürgerkrieg zurückgeht. Gemeint ist eine Gruppe von Kämpfern, die im gegnerischen Lager auf den Angriff wartet. Im vergangenen Jahr hat sich der frühere Schachweltmeister Garry Kasparov im Komitee 2008, das sich für freie Wahlen in vier Jahren stark macht, in vielen Äußerungen gegen die Politik Putins gestellt. Manche Russen sehen in Kasparov den kommenden Oppositionsführer, andere den vielleicht aus Washington ferngesteuerten Anführer einer "Fünften Kolonne". Schon gibt es Gerüchte über mögliche Einflussnahmen Putins auf den gescheiterten Wettkampf zwischen Kasparov und Ponomariov. Warum wurde Verbandspräsident Zhukov, gleichzeitig Inhaber des dritthöchsten Amtes im Staat, von einer "übergeordneten Instanz" zu einem anderen Meeting beordert, statt wie geplant zur Eröffnungspressekonferenz der Russischen Meisterschaft zu erscheinen? Gerald Schendel lädt in seinem Beitrag zur Betrachtung der Befindlichkeiten russischer Innenpolitik ein.
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Absage des Wettkampfes Kasparov-Ponomariov auf Druck Putins?
08.11.2004 Gemäß der Prager Vereinbarungen von 2002 sollten Garry Kasparov und der damalige FIDE-Weltmeister Ruslan Ponomariov auf dem Wege der Wiedervereinigung einen Wettkampf austragen, der zuletzt für September 2003 in Jalta terminiert war. Obwohl in der Ukraine die Vorbereitungen für die Durchführung  des Wettkampfes in vollem Gang waren, wurde dieser sehr überraschend kurz zuvor, am 29. August abgesagt. Als Grund gab Illyumzhinov an, dass Ponomariov den Vertrag nicht fristgerecht unterzeichnet habe. Nach Auffassung von Beobachtern waren die noch strittigen Punkte allerdings geringfügig und hätten leicht ausgeräumt werden können. Einen neuen Aspekt hat nun laut Chess Today der israelische Journalist Dr. Mark Livshitz eingebracht. Demnach hätte der russische Premier Putin dafür gesorgt, dass das Match nicht stattfindet, weil er Kasparov für dessen politische Auftritte im Rahmen des Komitees 2008 bestrafen wolle. Sein Artikel erschien in der israelischen Zeitschrift Vesti und ist als Nachdruck in chesspage.kiev.ua zu lesen.
Artikel von Dr. Mark Livshitz...

Wettkampf Kasparov gegen Kazimdzhanov in Dubai bestätigt

05.11.2004 Laut einem Bericht der russischen Zeitung Sportexpress hat FIDE-Präsident Kirsan Illymzhinov bestätigt, dass der Wettkampf zwischen Garry Kasparov und Rustam Kazimdzanhov in Dubai stattfinden werde, aber auf Wunsch von Kasparov, der im November noch am Finale der russischen Meisterschaft teilnehmen wird, um eine Woche, auf den Zeitraum 14.Januar bis 1. Februar 2005, verschoben wird. Die von Kasparov kürzlich noch geforderten Bankgarantien lägen ihm vor. In Kürze würde er zusammen mit Kasparov in Dubai eine Pressekonferenz geben.
Zu Sport-Express...

Gerangel um Kasparov-Kashimdzhanov-Match
31.10.2004 Um die Ausrichtung des Wettkampfes zwischen Kasparov und Kashimdzhanov hat sich ein Wettstreit zwischen dem Türkischen Schachverband und Dubai und möglicherweise auch verschiedener Kräfte innerhalb der FIDE entwickelt. In einer Pressekonferenz hatte FIDE-Präsident Kirsan Illymzhinov kürzlich verkündet, der Wettkampf werde kommenden Januar in Dubai stattfinden. Nachdem bisher aus Dubai außer der Zusage anscheinend keinerlei Garantien vorgelegt wurden, hat der türkische Verbandpräsident Ali Nikat Yazici sich in einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit gewandt und Interesse an der Ausrichtung des Wettkampfes bekundet. Kasparov hatte zuvor in einem offenen Brief um Klarheit gebeten. Er wies darauf hin, dass er bereits zweimal eine Absage seines Wettkampfes gegen den FIDE-Weltmeister, damals noch Ponomariov, hinnehmen musste und forderte die Hinterlegung von Bankgarantien bis 31.Oktober bzw. 10.November, andernfalls werde er im Januar nicht antreten können, da die Zeit für eine ernsthafte Vorbereitung fehle.
Presserklärung von Ali Nihat Yazici...
Offener Brief von Garry Kasparov...

Chess president threatens the Kremlin
11.06.2004 The Russian news service Pravda is reporting that the President of the autonomous Republic of Kalmykia, Kirsan Ilyumdzhinov, is telling the Kremlin that if Moscow dismisses him, there will be the second Chechnya in Kalmykia. Ilyumzhinov is also the president of the world chess federation FIDE. Here are the details of this ominous story...

Kasparov als Politik-Experte
21.05.2004 Die Helsinki-Kommission der USA führte gestern eine Anhörung zum Thema "Menschenrechte in Putins Russland" durch, zu der sie als prominentesten Gutachter Garry Kasparov eingeladen hatte. Seit Januar hat Kasparov den Vorsitz des russischen "Komitees 2008 - Freie Wahl" übernommen. In jüngster Zeit hat sich Kasparov mehrfach in Essays und Interviews kritisch zum Regierungsstil Putins geäußert. Bereits in der Vergangenheit wurde er von US-Einrichtungen als Experte in Russlandfragen gehört, so vom House Banking Committee des US-Kongresses oder  dem House Policy Committee.
Artikel in russland.ru...

Neues von den Weltmeisterschaften
11.05.2004 In einem Interview mit Sport-Express hat sich FIDE-Präsident Kirsan Illymshinov zum Stand der Dinge bei den kommenden Weltmeisterschaften der Frauen (21.5-8.6, Elista) und Männer (18.Juni -13.Juli, Tripolis) geäußert. Außerdem berichtet er von den Plänen der FIDE in Bezug auf die Wiedervereinigungswettkämpfe gemäß den Prager Plänen von 2002. Demnach soll der Wettkampf zwischen dem FIDE-Weltmeister und Garry Kasparov spätestens im kommenden Januar stattfinden. Angebote zur Ausrichtung liegen aus Dubai und Kairo vor. Der endgültige Wettkampf zwischen dem Sieger und dem Sieger aus Karmnik gegen Leko könnte im folgenden Sommer ausgetragen werden. Eine englische Version des Interview liegt bei der FIDE bereit. In Georgien-Nachrichten wird FIDE Vizepräsident Zurab Asmaiparashvili zitiert, nach dem Bekannte des abgesetzten früheren Präsidente Adscharines Abaschidzefür das Preisgeld der Frauen aufkommen werden.
Interview mit Kirsan Ilymshinov...
Meldung bei Georgien-Nachrichten...

A Tragedy of Errors – Part I
02.05.2004 The chess world is currently in a mess, nobody would deny that. There is no clear world champion, and none in sight. So what happened to the high-flying plans, proposed and agreed almost two years, to unify the different fractions? Yasser Seirawan, the spiritus rector of the Prague Agreement, tells us what went wrong. Here is the first part of a candid, insightful interview.

'I would have payed $50,000 to play Kasparov...'
06.05.2004 A few days ago American GM and chess political insider told us some of the reasons he believes were responsible for the mess in the chess world. In the second part of the interview Yasser describes in microscopic detail the role FIDE world champion Ponomariov played. And how he himself would have handled the situation. Read Yasser's 'Tragedy of Errors Part II'

Kasparov gründet "Komitee 2008"
20.01.2004 Garry Kasparov ist einer der Gründungsmitglieder des russischen "Komitees 2008". Dieses will sich dafür einsetzten, dass nach der als sicher geltenden Wiederwahl des russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin bei der Wahl am 14.März 2004 im Jahre 2008 der dann neu zu wählende Präsident tatsächlich vom Volk gewählt und nicht als "Thronfolger" von Putin ausgewählt wird. Putin hat angedeutet, er wolle die Zwei-Drittel-Mehrheit der Kreml-Anhänger im Parlament nicht für eine Verfassungsänderung nutzen, um eine dritte Amtszeit für sich zu ermöglichen. Naturgemäß ebenfalls stark in die Politik in Russland involviert ist Kalmückiens Präsident Kirsan Ilymshinov, gleichzeitig FIDE-Präsident. Die Pravda berichtet von zahlreichen Gesetzesverstößen bei der letzten Wahl in Kalmückien.
Meldung bei yahoo.de...
Artikel in russland-online...
Infos zur Wahl in Russland bei russland-online...

"A post-election syndrome" (Pravda)...

Materialien eines abgesagten Wettkampf
06.11.2003 Im September hätte auf dem Weg zur Wiedervereinigung der Weltmeisterschaften eigentlich in Jalta ein Wettkampf zwischen dem Fide-Weltmeister Ruslan Ponomariov und Garry Kasparov stattfinden sollen, ursprünglich sogar schon im Juni in Buenos Aires. Nach offenbar zähen Verhandlungen über Details im Vertrag zwischen der Fide und Ponomariov wurde dieser vom Fide-Präsidenten abgesagt. Auf dem letzen Fide-Kongress Chalkidiki wurde seine Entscheidung von den Delegierten ausdrücklich gebilligt. Zum abgesagten Wettkampf reichen wir noch zweiursprünglich in russischer Sprache erschienene Stellungsnahmen von Karpov und Ponomariov nach (Materialien 2).
Kommunique des Fide-Kongresses...
Materialien 1...
Materialien 2


Ponomariov zum abgesagten Wettkampf gegen Kasparov
23.10.2003 Ponomariov zum abgesagten Wettkampf gegen Kasparov
Am Ruhetag der Europameisterschaft hat sich Ruslan Ponomariov in einer Pressekonferenz zur Absage seine Wettkampfes gegen Kasparov geäußert. Seiner Auffassung nach ist Fide-Präsident Kirsan Illyumshinov für die Absage verantwortlich. Er selbst habe alles getan, um den Wettkampf auch nach der Verschiebung - ursprünglich war als Termin Juni und als Ort Buenos Aires vorgesehen - möglich zu machen.
Informationen zur Pressekonferenz (englisch)...
Interviews, Stellungsnahmen ...

Diskussion bei Chess Ninja.com...

Wettkampf Kasparov - Ponomariov abgesagt
29.08.2003 Der für 18.September angesetzte Wettkampf zwischen Kasparov und Ponomariov wurde heute von der Fide abgesagt. Als Grund gibt die Fide an, dass Ponomariov den Vertrag bzgl. der Wettkampfregularien auch nach Verlängerung der Frist (bis 28.8.2003) nicht unterzeichnet hat. Aus diesem Grund sehe sich die Fide außerstande, den geplanten Wettkampf in Jalta durchzuführen. Stattdessen will die Fide im Dezember diesen Jahres eine Weltmeisterschaft im K.-o.-Modus durchführen. Der Sieger spielt dann im nächsten Jahr das Halbfinale gegen Kasparov auf dem Weg zur Wiedervereinigung. In Bezug auf den Wettkampf Kramnik-Leko hat die Fide bei ihrem letzten Kongress in Abudja (Nigeria) mit dem Rechteinhaber Einstein eine Einigung erzielt und will das Match nun unter eigener Ägide und mit einem garantierten Preisfonds von 500.000 USD im November in Buenos Aires durchführen.
Zur Fide-Presserklärung...
Informationen bei worldchessrating.com...
Informationen zum Vertrags-Hickhack (englisch)...

Kasparov: no laughing matter!
28.08.2003 On Tuesday we reported that FIDE had given its world champions Ponomariov 48 hours to sign and fax an agreement for his title match against Garry Kasparov. Yesterday we heard that Ponomariov had agreed to sign the document. Today we learn that FIDE has not received anything. Apparently the young Ukrainan has allowed the deadline to pass.

Kasparov-Ponomariov steht
23.07.2003 Nun ist es also offiziell: das FIDE-Weltmeisterschaftsmatch zwischen Garry Kasparov und Ruslan Ponomariov wird vom 19. September an in der Ukraine stattfinden, und zwar in Jalta am Schwarzen Meer. Der (noch nicht ganz gesicherte) Preisfonds beträgt eine Million Dollar. Bei der Eröffnung werden der russische Präsident Vladimir Putin und sein ukrainischer Amtskollege Leonid Kuchma anwesend sein und den ersten Zug für Kasparov bzw.  Ponomariov ausführen. Natürlich bleibt ein Restrisiko: Was passiert, wenn die beiden Gefallen am Spiel finden und nach ihren Zügen einfach nicht aufstehen wollen...?
Zum Bericht im Russia-Journal...

Ponomariov gegen Kasparov in Jalta - oder nicht?
12.06.2003 Kürzlich wurde von der Fide noch dementiert, dass der für Juni in Buenos Aires geplante Wettkampf zwischen Ponomariov und Kasparov verschoben würde, nun ist offenbar nach einem Treffen zwischen Kutschma und Illyumshinov (Foto) Jalta in der Ukraine als neuer Austragungsort im Gespräch. Termin könnte September 2003 sein. Noch vor der offiziellen Ankündigung hat Fide-Weltmeister Ruslan Ponomariov in einer Pressekonferenz Protest erhoben und Forderungen gestellt.
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Kasparov-Ponomariov NICHT! verschoben
26.04.2003 Laut Aussagen von Chef-Organisator GM Miguel Quinteros soll der Wettkampf Kasparov gegen Ponomariov vom ursprünglich geplanten Termin (19.Juni bis 7.Juli) auf November 2003 verschoben werden. Dies berichtet Mig Greengard mit Hinweis auf eine Meldung von La Nación auf seiner Seite chessninja.com. Als Grund für die Verschiebung werden fehlende finanzielle Mittel zur Durchführung am Veranstaltungsort Buenos Aires für den Sommertermin angegeben. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Nachricht wurde sie von der Fide mit einer Erklärung per e-Mail dementiert. Laut Fide findet der Wettkampf wie geplant statt.
Zur Fide-Seite...

Kasparov gegen Ponomariov in Buenos Aires
21.02.2003 Auf einer Pressekonferenz in Moskau, bei der neben Fide-Präsident Illymshinov auch Gary Kasparov anwesend war, wurden erste Einzelheiten zum Wettkampf zwischen dem amtierenden Fide-Weltmeister und dem Weltranglistenersten Kasparov bekannt gegeben. Danach soll der Wettkampf in der zweiten Juni-Hälfte in der argentischen Hauptstadt Buenos Aires stattfinden. Der Preisfond beträgt 1 Mio. Dollar. (= 923.958,24 EUR).
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Why should the challenger have more rights?
11.12.2002 As we heard from Yasser Seirawan in his "turkey article" FIDE world champion Ruslan Ponomariov has thrown a spanner into the Reunification Plan for chess by insisting on draw odds in his upcoming match against Garry Kasparov. Now Ponomariov has explained his motivation for this move. He also complains about his treatment by the International Chess Federation in the wake of the Prague summit. Read all about it in this interview by Anatoli Jaworski.


Kirsan forever
30.10.2002 Mit rund 57 Prozent der abgegebenen Stimmen gewann Kirsan N. Ilyumschinow vergangenen Sonntag die Stichwahl der kalmückischen Präsidentschaftswahlen (1. Wahlgang: 20.Oktober). Er wurde damit zum dritten Mal zum Präsidenten der russischen Republik Kalmückien gewählt. 1993 hatte Ilyumshinov zwei Gegenkandidaten und erzielte im ersten Wahlgang um die 60 Prozent. Bei den vorgezogenen Wahlen im Oktober 1995 war er der einzige Kandidat. Mit der Wiederwahl Ilyumshinovs zum Präsidenten Kalmückiens scheint auch seine Wiederwahl als Präsident des Weltschachbundes FIDE gesichert.

Wahlsieg für Ilymshinov (2002)...

Ilyumshinov im Wahlstress
23.10.2002 Die Wiederwahl zum Präsidenten von Kalmückien läuft für Kirsan Iluymshinov nicht wie gewünscht. Nach der Stimmenauszählung am Montag fehlten ihm einige Prozent zur direkten Wiederwahl. Nun ist eine Stichwahl nötig, für die Ilyumshinovs Anwesenheit in Kalmückien erforderlich ist. Zur gleichen Zeit muss die Wiederwahl zum Fide-Präsidenten vorbereitet werden. Zum Glück sind dort aber weniger Schwierigkeiten zu erwarten. Zur Wahl steht schließlich nur ein Kandidat. Gerald Schendel kennt die Details.

Ilyumshinov im Wahlkampf (2002)...

 

 

 

 

 



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