Maia Chiburdanidze wurde am 17. Januar 1961 in der georgischen Stadt Kutaissi geboren. Schach war in ihrer Familie sehr populär und Maia Chiburdanidze erwies sich bald als ganz besonders talentiert, nicht nur auf dem Gebiet des Schachs.
Maia Chiburdanidze konnte mit drei Jahren lesen, wurde mit fünf Jahren eingeschult, und löste bald komplizierte Rechenaufgaben im Kopf.

Ein Wunderkind | Foto: Privat
Mit acht Jahren lernte Maia Chiburdanidze auch das Schachspiel von ihrem zehn Jahre älteren Bruder Reziko. Schon bald begann sie jedoch, ihren Bruder regelmäßig zu besiegen. Dieser soll darüber, dass er gegen seine kleine Schwester keine Chance mehr hatte, so wütend gewesen sein, dass er das Schachbrett in den Kamin warf, wo es verbrannte.
Ihr Bruder starb jedoch mit 19 Jahren auf tragische Weise, und danach kümmerte sich eine Zeit lang niemand mehr um die Schachfähigkeiten von Maia Chiburdanidze. Dann soll Reziko ihrer Mutter im Traum erschienen sein, berichtete Maia Chiburdanidze später einmal in einem Interview, und die Mutter aufgefordert haben, das Schachtalent der Tochter weiter zu fördern. Diese und weitere Begebenheiten sah Maia Chiburdanidze als göttliche Fügung an und wurde sehr religiös. Zum Ende ihrer Karriere soll sie über ein Leben im Kloster nachgedacht haben.
Mit zehn Jahren wurde Maia Chiburdanidze georgische Schulmeisterin im Schach. Die Familie zog nun in die georgische Hauptstadt Tiflis um, damit die schachbegabte Tochter in den dortigen Schachschulen eine bessere Förderung bekommen sollte.

Beim Simultan gegen Gaprindshvili | Foto: Privat
1973 gab die amtierende Frauenweltmeisterin Nona Gaprindashvili eine Simultanvorstellung gegen die begabtesten Mädchen des Landes. Die Weltmeisterin gewann alle Partien mit einer Ausnahme. Sie verlor gegen die zwölfjährige Maia Chiburdanidze. Später im Jahr gewann Chiburdanidze gegen die Weltmeisterin aber auch noch bei den UdSSR-Meisterschaften.
Im folgenden Jahr (1974) wurde Chiburdanidze aufgrund ihrer Turniererfolge schon zur Internationalen Meisterin der Frauen ernannt. 1977 erhielt sie als 16-Jährige den Großmeistertitel der Frauen (WGM). 1984 erhielt sie auch den absoluten Großmeistertitel.

Im Gespräch mit Tigran Petroian | Foto: Privat
Maia Chiburdanidze gewann mit 13 Jahren ihr Turnierdebüt in Brasov sowie 1976 die UdSSR-Meisterschaften der Mädchen (U18) und qualifizierte sich über die sowjetischen Frauenmeisterschaften für das Interzonenturnier der Frauen 1976 in Tiflis. Dort erreichte sie als Zweite die Kandidatinnen-Wettkämpfe.
Im Finale besiegte sie im Januar 1978 knapp Alla Kushnir und wurde mit 16 Jahren WM-Herausforderin von Nona Gaprindashvili. In diesen Jahren profitierte Chiburdanidze vom Training mit Eduard Gufeld, der sie 1976–1977 betreute.
1978 spielte die 17-jährige Chiburdanidze gegen ihre georgische Landsfrau Nona Gaprindashvili um die Weltmeisterschaft. Gaprindashvili hatte zuvor 16 Jahre lang das Frauenschach in der Sowjetunion und auch weltweit dominiert. Der Wettkampf wurde in Bichvinta (Pizunda), einer Stadt in der georgischen Provinz Abchasien, damals Teil der Sowjetunion, ausgetragen. Chiburdanidze siegte mit 8,5:6,5 und wurde die jüngste Schachweltmeisterin der Geschichte.
1981 verteidigte Chiburdanidze ihren Titel mit einem 8:8 gegen Nana Alexandria. Ein Unentschieden reichte damals zur Titelverteidigung. 1984 war Chiburdanidze in Wolgograd gegen Irina Levitina mit 8:5 erfolgreich. 1986 gewann Chiburdanidze mit 8,5:5,5 gegen Elene Akhmilovskaya. 1988 gelang in Telavi die letzte erfolgreiche Titelverteidigung mit 8,5:7,5 gegen Nana Ioseliani.

Spaß beim Schach
1991 verlor Chiburdanidze jedoch etwas überraschend das WM-Match gegen die Chinesin Xie Jun. Mit dieser Niederlage ging gleichzeitig die Vorherrschaft im Frauenschach von der Sowjetunion/Georgien an China über.

Georgisches Quartett: Ioseliani, Chiburdanidze, Gaprindashvili, Alexandria
Nach dem Verlust des Titels nahm Chiburdanidze noch an weiteren Kandidatinnenturnieren teil, konnte sich aber nicht mehr als Herausforderin qualifizieren.
1995 unterlag sie Susan Polgar. Bei den K.-o.-Weltmeisterschaften 2001 und 2004 schied sie jeweils im Halbfinale aus. 2008 nahm sie wegen des russisch-georgischen Krieges an der K.-o.-Weltmeisterschaft im russischen Naltschik nicht teil.
Nach dem Gewinn der Frauenweltmeisterschaft wurde Chiburdanidze regelmäßig zu (Männer-)Turnieren eingeladen und spielte dort gegen die männliche Konkurrenz erfolgreich mit. Zwischen 1981 und 1989 gewann Chiburdanidze zahlreiche Turniere, an denen auch Männer teilnahmen, oder belegte die Preisränge: 1984 in Neu-Delhi (1. Platz), 1985 in Banja Luka (1. Platz), 1987 in Bilbao (3./4. Platz), 1987 in Brüssel (2. Platz).
Im Laufe ihrer Karriere hat Maia Chiburdanidze mit dem Team neun Goldmedaillen gewonnen, fünf für die Sowjetunion und vier für Georgien.

Bei der Schacholympiade | Foto: FIDE
Neben dem Schach hatte und hat Maia Chiburdanidze viele andere Interessen. Sie interessierte sich früh für Medizin, für Ayurveda und Aromatherapie und begeisterte sich für die Philosophie der Mixed Martial Arts, für die Kultur der asiatischen Länder im Allgemeinen und für die Herstellung von Tee in Indien und China im Besonderen. Maia Chiburdanidze studierte Medizin und schloss das Studium 1978 ab. Sie praktizierte zwar nie als Ärztin, war aber medizinische Beraterin und Hausärztin für Verwandte und Freunde, wie sie einmal in einem Interview verriet.
Errungenschaften und Auszeichnungen
2011 - Ehrenbürgerin von Tiflis
2008 – Weltmeisterin der Schacholympiade der Frauen
2001 – Wachtang-Gorgasali-Orden, III. Klasse
1996 – Weltmeisterin bei der Schacholympiade der Frauen
1994 – Weltmeisterin bei der Schacholympiade der Frauen
1994 – Ehrenorden
1994 – Orden der Völkerfreundschaft
1994 – Orden des Roten Banners der Arbeit
1992 – Weltmeisterin bei der Schacholympiade der Frauen
1988 – Weltmeisterin der Frauen
1987 – Gewinnerin des Schach-Oscars
1986 - Lenin-Komsomol-Preis Georgiens
1986 – Weltmeisterin der Frauen
1986 – Gold bei der. 11. Schachweltolympiade der Frauen
1986 – Gewinnerin des Schach-Oscars
1985 – Gewinnerin des Schach-Oscars
1984 – Gewinnerin des Schach-Oscars
1984 – Weltmeisterin der Frauen
1984 – Gold bei der 10. Schacholympiade der Frauen
1981 – Weltmeisterin der Frauen
1981 - Gold bei der 9. Schacholympiade der Frauen
1978 - Internationaler Meister des Sports (bei den Jungen)
1978 – Meister des Sports der Sowjetunion (bei den Jungen)
1978 - Gold bei der 8. Schacholympiade der Frauen
1978 – Weltmeisterin der Frauen
1978 – Georgische Sportlerin des Jahres
1974 – Meisterin des Sports der Sowjetunion (bei den Frauen)
1974 - Internationale Meisterin des Sports (bei den Frauen)
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