Prag: Abdusattorov setzt sich durch

von Martina Gerdts
07.03.2026 – Der Usbekische Schachverband feiert Nodirbek Abdusattorov. Er gewinnt als erster Spieler das Masters beim Schachfestival Prag zum zweiten Mal, überholt Vincent Keymer im Liverating und erreicht im Live-Ranking Platz 4 der Welt. Gegen Hans Niemann spielte er nur remis, durch den Verlust von Jorden van Foreest gegen Parham Maghsoodloo reichte dieses Remis jedoch für den Turniersieg. Keymer konnte nicht aufholen und unterlag Yakubboevs Springerpaar in der letzten Runde. Im Challengers gewann Finek die Runde und das Turnier. | Foto: Nils Rohde/ Chessbase

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Masters

Abdusattorov lässt Konkurrenz zurück

Mit einer Performance von 2831 und 6 aus 9 Punkten gewann Nodirbek Abdusattorov das Masters in Prag. 2024 war ihm der Turniersieg beim Schachfestival in Prag zum ersten Mal gelungen, nun schreibt er Geschichte durch die Wiederholung dieses Turniersiegs.

Abdusattorov spielte in dieser Position 18.Sxf6+. Damit stellte er sicher, dass Niemann mit Schwarz den weißen Springer nicht gewinnen würde, wenn sich Dame und Läufer aus der Gabel entfernen. Nach 18...Lxf6 folgte 19.De3!. "Danger Levels!" würde Levy Rozman aka. GothamChess hier rufen. Weil die Dame den ungedeckten Turm auf a7 angriff, konnte man den weißen Läufer auf b3 für einen Zug ignorieren. Der Turm hatte Priorität, deshalb zog Schwarz 19...Te7. Mit 20.Lc2 wandt Abdusattorov das Unglück von seinen Figuren ab.

Nodirbek Abdusattorov und Hans Niemann teilten sich die Punkte in der Partie, die mit einem Najdorf-Sizilianer begann und in einem symmetrischen Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und je einen Turm endete.

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Bei Jorden van Foreest war die Luft raus

Für den Niederländer Jorden van Foreest hätte das Turnier nach Runde 7 enden sollen. Die letzten beiden Runden brachten nur noch Niederlagen. In Runde 6 kam er noch zu einem Remis gegen Nodirbek Abdusattorov, doch danach ging es bergab. In der Partie gegen Parham Maghsoodloo gab van Foreest seine Dame für einen Turm und eine Figur ab. Für eine ausgeglichene Stellung hätte er hier lieber die Damen tauschen sollen.

Um in der Partie zu bleiben wäre 27...Ta8 28.Sxb3 Sxe3 angebracht gewesen. Selbst die Damen mit 27...Sxe3 zu tauschen funktioniert nicht, da Weiß den Zwischenzug 28.Txd8+ hat. Sobald der König in Sicherheit gebracht ist, kann Weiß immernoch die Dame zurückschlagen. In der Partievariante und in der Variante mit dem Damentausch würde Schwarz einen Bauern weniger haben.

Die Varianten am Brett zu sehen ist die eine Sache, doch die Einschätzung, dass sein Turm und Springer in dieser Position den Kürzeren gegen die Dame ziehen, ist eine ganz andere Herausforderung. Am Ende erreichte Van Foreest Platz 4 mit 5 aus 9 Runden. Maghsoodloo und Aravindh nahmen Platz 2 und 3 mit derselben Punktzahl ein. Da diese im direkten Vergleich mit Van Foreest gewonnen hatten, konnten diese ihn im Ranking überholen.

Van Foreest fällt zurück auf eine Performance von 2754 | Foto: Nils Rohde

Endspiele mit Turm und Leichtfigur gegen Turm und Leichtfigur kommen in der Praxis sehr oft vor, sogar viel häufiger als Turmendspiele. Die vier verschiedenen Materialkonstellationen Turm und Springer gegen Turm und Springer, Türme mit ungleichfarbigen und gleichfarbigen Läufern und Turm und Läufer gegen Turm und Springer werden nacheinander unter die Lupe genommen.
Videospielzeit: 7 Std. 24 min.

Keymer lässt den Springern zu viel Auslauf

In der Partie gegen Nodirbek Yakubboev stellte Vincent Keymer seinen Springer auf ein Randfeld, wo dieser jederzeit durch einen Abzug angegriffen werden konnte. Durch dieses Manöver vergab Keymer entscheidende Tempi, wodurch die schwarzen Springer aktiviert werden konnten:

Mit 4 Punkten aus 9 Partien landete Vincent Keymer auf Platz 7 von 10. Sein direkter Kontrahent Nodirbek Yakubboev hatte im Verlaufe des Turniers einen halben Punkt mehr eingesammelt, weshalb dieser Platz 6 mit 4,5 aus 9 erreichte. 

Vincent Keymer | Foto: Nils Rohde

In diesem Videokurs werden die möglichen Aufstellungen, die Schwarz wählen kann, in allen Einzelheiten vorgestellt. Sie werden die wichtigsten Konzepte und Strategien lernen, um diese fantastische Eröffnung in Ihr Repertoire aufzunehmen.

Ergebnisse Masters Runde 9

In der letzten Runde ergatterte sich Gukesh den einzigen Sieg des Turniers. Gegen David Anton Guijarro, im Duell um den vorletzten Platz, siegte er und zog durch den Sieg in der direkten Begegnung an dem Spanier vorbei auf Platz 9. Beide Spieler beendeten das Turnier mit 3,5 Punkten.

Gukesh hochkonzentriert | Foto: Nils Rohde

Tabelle Masters Runde 9

Alle Partien Masters

Im ersten Teil der Videoreihe werden wir uns mit 6. Lg5, 6. Le3, 6. Le2 und 6. Lc4 die vier Hauptzüge von Weiß anschauen.

Challengers

Finek gewinnt, triumphiert im Turnier und erspielt GM-Norm

Vaclav Finek beendete das Challengers ungeschlagen. Mit einem Sieg gegen Thomas Beerdsen erreichte er 6,5 Punkte aus 9 Partien und damit den ersten Platz. Mit einem halben Punkt weniger folgt Daniil Yuffa in der Tabelle. Er hatte gegen Jachym Nemec gewonnen. Divya Deshmukh konnte durch ihren Sieg gegen Stepan Hrbek Platz 3 mit 5 aus 9 ergattern. So ließ sie Spieler wie Benjamin Gledura und Jonas Buhl Bjerre in der Tabelle hinter sich zurück, die über einhundert Elopunkte mehr haben als sie. Finek, Yuffa und Deshmukh standen in der letzten Runde unter besonderem Druck: Ohne den Sieg in der letzten Runde, wäre die Konkurrenz jeweils an ihnen vorbeigezogen. Diesem Druck konnten sie jedoch standhalten, wodurch sie die Plätze 1 bis 3 einnahmen.

Vaclav Finek erreicht dritte GM-Norm mit 2720 Performance | Foto: Nils Rohde

Thomas Beerdsen hätte seinen Springer auf dem Feld d4 stehenlassen sollen und so weiterhin den Bauern blockieren. Die oberste Priorität hätte es außerdem haben sollen, den Läufer wegzuziehen, z.B. mit Lc3.

Divya Deshmukh erreicht Top 10 der Frauen-Weltrangliste im Liverating | Foto: Nils Rohde

Ergebnisse Challengers Runde 9

Tabelle Challengers Runde 9

Alle Partien Challengers

Links


Martina Gerdts studierte portugiesische und spanische Sprachwissenschaft und arbeitet heute als Sprachdozentin und schreibt über Schach und Sprachen. Einmal für ein Turnier in Paris mit Schach angefangen, ist sie heute als Spielerin aber auch durch ihr Engagement neben dem Brett und ihre schreibenden Aktivitäten im Schach aktiv.
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