Prag Challengers: Gledura punktet, Finek bleibt vorne

von Carlos Colodro
04.03.2026 – Benjamin Gledura (im Bild) war der einzige Sieger in der sechsten Runde des Challenger-Turniers beim Prager Internationalen Schachfestival. Der Ungar besiegte Jachym Nemec. Die übrigen Partien endeten remis. Dennoch boten sie komplexe Stellungen und vergebene Chancen. Spitzenreiter Vaclav Finek ließ gegen Zhu Jiner eine vielversprechende Gelegenheit aus. Der halbe Punkte reichte dem 16-Jährigen dennoch, um seine Führung mit einem vollen Punkt zu verteidigen. | Foto: Petr Vrabec / Prager Schachfestival

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Finek behält seinen 1-Punkt-Vorsprung 

Die sechste Runde des Challenger-Turniers beim Prager Schachfestival endete mit einem Sieg und vier Remis. Trotz der vielen Remis bot die Runde einige dynamische Stellungen, in denen sich beiden Seiten Siegchancen boten.

Den einzigen Sieg des Tages errang der topgesetzte Benjamin Gledura, der einen Spielverlust von Jachym Nemec eiskalt ausnutzte. Durch diesen Sieg konnte Gledura in der Tabelle wieder Boden gutmachen und steht nun bei 3 von 6 Punkten (also 50 Prozent), nachdem er in den ersten drei Runden lediglich einen halben Punkt erzielen konnte.

Stepan Hrbek

Stepan Hrbek analysiert seine Stellung neben dem Brett stehend. Benjamin Gledura und Jachym Nemec kämpfen am Brett im Hintergrund. | Foto: Petr Vrabec / Prager Schachfestival

Der Führende des Turniers, der 16-jährige tschechische IM Vaclav Finek, spielte mit Schwarz gegen Zhu Jiner und hatte eine vielversprechende Chance, seinen Vorsprung an der Spitze weiter zu vergrößern. Der entscheidende Moment kam, als Zhu in Zeitnot den ungenauen Zug 28.g3 spielte. Sie hatte nur noch sechs Minuten auf der Uhr, aber zwölf Züge zu spielen. Finek hingegen hatte 26 Minuten Zeit und somit ausreichend Zeit zum Rechnen.

Finek verwarf den dynamischen Zug 28…Sxb2!. Nach 29.Dxb2 Le5 hätte er den Springer gefesselt und damit aktives Spiel gehabt, zum Beispiel: 30.Da3 Lxc3 31.Dxa6 Dc4 und die schwarzen Figuren arbeiten gut zusammen und behalten die Initiative.

Der alleinige Spitzenreiter spielte nach siebenminütigem Überlegen das vorsichtigere 28…Db7?!. Eine Entscheidung, die vermutlich seine Turniersituation berücksichtigt – immerhin hat er einen vollen Punkt Vorsprung und möglicherweise wollte er unnötige Risiken vermeiden.

Nach dem Textzug vereinfachte Zhu die Stellung rasch. Durch Abtauschen entstand schnell ein symmetrisches Endspiel mit Dame, Springer und sechs Bauern auf beiden Seiten, in dem keiner der Spieler realistischerweise noch mehr Druck ausüben konnte. Nach dem 49. Zug von Schwarz einigten sich die beiden Spieler auf Remis vereinbart.

Vaclav Finek

Vaclav Finek | Foto: Petr Vrabec / Prager Schachfestival

Die übrigen Remispartien waren alles andere als ereignislos. Es gab unausgewogene Mittelspiele oder technisch anspruchsvolle Endspiele, in denen es immer wieder vielversprechende Chancen gab. Insbesondere Thomas Beerdsen und Stepan Hrbek vergaben mehrere Gelegenheiten, einen ganz Punkt zu erobern.

Nach sechs gespielten Runden führt Finek weiterhin allein das Challengers-Turnier an und hat nach wie vor einen vollen Punkt Vorsprung vor Beerdsen und Hrbek. In der siebten Runde tritt er mit Weiß gegen den wiedererstarkten Gledura an.

Jonas Buhl Bjerre

Jonas Buhl Bjerre liegt mit 3 von 6 Punkten eineinhalb Punkte hinter dem Führenden. | Foto: Petr Vrabec / Prager Schachfestival

Ergebnisse Runde 6 

Tabelle nach Runde 6

Alle Partien

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Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
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