Premiere in Almaty: Erste FIDE-Universitäts-Mannschaftsweltmeisterschaft beginnt

von Pressemitteilung
05.08.2026 – Mit der ersten FIDE-Universitäts-Mannschaftsweltmeisterschaft beginnt in Almaty ein neues Kapitel im internationalen Hochschulschach. An dem erstmals ausgetragenen Wettbewerb nehmen Universitätsmannschaften aus aller Welt teil. Gastgeber ist die Al-Farabi Kazakh National University. Das Turnier ist Teil des FIDE-Jahres des Schachs in der Bildung 2026 und soll nicht nur sportliche Höchstleistungen würdigen, sondern auch die wachsende Bedeutung des Schachs an Hochschulen unterstreichen.

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Das Turnier bietet Studierenden führender Universitäten aus aller Welt eine einzigartige Plattform, auf der sich akademische Spitzenleistungen und internationaler Wettbewerb verbinden. Zugleich schafft es Raum für neue Freundschaften und den kulturellen Austausch durch das Schachspiel.

Schon bei ihrer Ankunft in Almaty wurden die Delegationen mit der sprichwörtlichen Gastfreundschaft Kasachstans empfangen. Traditionelle Musik, landestypische Küche und kulturelle Darbietungen vermittelten den Gästen einen Eindruck vom reichen kulturellen Erbe des Landes und sorgten bereits vor dem offiziellen Turnierbeginn für eine herzliche Atmosphäre.

Feierliche Eröffnung

Die Meisterschaft wurde im Farabi Hub der Al-Farabi Kazakh National University mit einer feierlichen Zeremonie offiziell eröffnet. Die Veranstaltung würdigte die Kultur Kasachstans sowie das Engagement des Landes für Schach und Bildung. Nach traditionellen Darbietungen folgten Grußworte von Vertretern der Regierung Kasachstans, der Al-Farabi Kazakh National University und des Kasachischen Schachverbands.

Der Präsident des Kasachischen Schachverbands, Timur Turlov, begrüßte die Teilnehmer in Almaty und bezeichnete die Meisterschaft als einen Meilenstein – sowohl für Kasachstan als auch für das Universitätsschach weltweit.

"Wir freuen uns sehr, dieses lange erwartete Turnier endlich ausrichten zu können. Die Austragung der ersten Veranstaltung dieser Größenordnung in unserem Land ist für uns eine große Verantwortung. Zugleich ist es uns eine Ehre, herausragende Universitäten aus aller Welt willkommen zu heißen."

Turlov betonte, dass es bei der Premiere dieser Meisterschaft um weit mehr gehe als um den sportlichen Wettbewerb. Das Turnier biete den Studierenden die Gelegenheit, internationale Freundschaften zu knüpfen, die Kultur und Gastfreundschaft Kasachstans kennenzulernen und Verbindungen aufzubauen, die weit über das Schachbrett hinausreichten. Zugleich verwies er auf das Engagement seines Landes für Schach in der Bildung und auf das rasche Wachstum der Schul- und Hochschulschachprogramme in Kasachstan.

Schach über das Brett hinaus

Auch wenn in Almaty um Medaillen gespielt wird, versteht sich die Meisterschaft zugleich als Bekenntnis zu den Bildungswerten des Schachs und zu den Chancen, die das Spiel Studierenden in aller Welt eröffnet.

Andrea Henderson de La Fuente von der University of Oxford, Doktorandin der Astrophysik, bezeichnete ihre Teilnahme in Kasachstan als ein besonderes Erlebnis. Obwohl ihre Forschung ihr nur wenig Zeit für den Turniersport lasse, spiele Schach auch für ihre wissenschaftliche Arbeit eine wichtige Rolle.

"Seit ich Schach spiele, hat sich vor allem meine Konzentrationsfähigkeit verbessert. Ich kann mich über lange Zeit auf eine Aufgabe konzentrieren, ohne mich ablenken zu lassen."

Andrea sprach außerdem über die lange Schachtradition an der University of Oxford, an der sich Studierende regelmäßig zum gemeinsamen Spielen und zu Wettkämpfen treffen. Obwohl ihr Team in seiner Gruppe nicht zu den Favoriten zählt, bleibt die Zielsetzung realistisch.

"Wir möchten das Turnier genießen und unser Bestes geben. Wenn wir die K.-o.-Runde erreichen, wäre das großartig – vor allem aber sind wir hier, um diese Erfahrung zu machen."

Ähnlich äußerten sich Studierende der University of Melbourne, die Studium und Leistungsschach miteinander verbinden. Chloe und Ryan, beide Bachelor-Studierende der Naturwissenschaften, kamen bereits im Alter von sechs oder sieben Jahren über Schachklubs an ihren Schulen zum Schach.

Für Chloe hat das Spiel bis heute nichts von seiner Faszination verloren:

"Jede Partie ist anders. Ganz gleich, wie viele Partien man spielt – jede verläuft anders. Gerade deshalb macht es so viel Freude, immer wieder Neues zu lernen."

Ryan erklärte, was ihn am Schach besonders fasziniert:

"Mich begeistert vor allem die Mustererkennung. Bestimmte Ideen lassen sich auf ganz unterschiedliche Stellungen übertragen und plötzlich funktionieren sie. Das finde ich einfach großartig."

Studium und Turnierschach unter einen Hut zu bringen, erfordert Disziplin. Für Ryan ist Schach zugleich der Ausgleich nach einem erfolgreichen Studientag:

"Sobald ich mit dem Lernen fertig bin, geht es ans Schach. Ich gehe online, bereite Eröffnungen vor und arbeite Varianten durch. Nach dem Studium ist das meine Belohnung und genau das motiviert mich."

Die Studierenden hoben außerdem die offene Atmosphäre des Schachklubs der University of Melbourne hervor, der im vergangenen Jahr deutlich gewachsen ist:

"Bei uns kann jeder mitmachen. Wer noch nicht Schach spielen kann, dem bringen wir es bei."

Auf die Bedeutung des Schachs für die persönliche Entwicklung angesprochen, zogen sie folgendes Fazit:

"Schach fördert Geduld, Durchhaltevermögen, logisches Denken und Rechenfähigkeit. Aber letztlich ist Schach für mich auch eine Kunst. Es ist etwas Schönes, das Menschen verbindet und an dem jeder Freude haben kann."

Diese Aussagen spiegeln den Geist der Meisterschaft wider, die Studierende aus aller Welt nicht nur im Wettkampf zusammenführt, sondern auch durch Bildung, Freundschaft und die gemeinsame Leidenschaft für das Schachspiel verbindet.

Die erste Runde beginnt

Erste Runde der Gruppenphase

Mit der ersten Runde begann die Gruppenphase des Turniers. Jede Begegnung besteht aus zwei Mannschaftskämpfen mit vertauschten Farben.

Pool A: Die Ural State Mining University übernahm mit zwei klaren 4:0-Erfolgen gegen die Peking University die Tabellenführung. Die Harvard University liegt nach einem 2½:1½- und einem 2:2-Unentschieden gegen die University of Melbourne auf dem zweiten Platz.

Pool B: Die Saint Louis University setzte sich mit 3½:½ und 4:0 gegen die Webster University durch und führt die Tabelle an. Die Universidad de Chile folgt auf Rang zwei. Nach einem 2:2 gegen die University of Pretoria gewann sie den zweiten Mannschaftskampf mit 3½:½.

Pool C: Die University of Texas at Dallas besiegte die University of Cambridge mit 4:0 und 3½:½ und führt die Gruppe an. Die National Technical University of Athens folgt nach zwei 2½:1½-Erfolgen gegen die Almaty Management University auf dem zweiten Platz.

Pool D: Gastgeber KazNU Al-Farabi begeisterte die heimischen Zuschauer mit Siegen von 3:1 und 3½:½ gegen die University of Oxford. KNUS sicherte sich mit einem 3:1 und einem 2:2 gegen die Universitas Gunadarma den zweiten Tabellenplatz.

Die Gruppenphase wird am Mittwoch fortgesetzt. Die jeweils beiden besten Mannschaften jeder Gruppe erreichen die K.-o.-Runde.

Tabellenführer nach der ersten Runde der Gruppenphase: KazNU Al-Farabi, The University of Texas at Dallas, Ural State Mining University und Saint Louis University.

Inspiration für die nächste Generation

Kasachstan gegen die Weltauswahl

Parallel zur Universitäts-Mannschaftsweltmeisterschaft findet in Almaty auch der Kinder-Länderkampf Kasachstan gegen die Weltauswahl statt. Damit unterstreicht die Veranstaltung ihr Ziel, das Schach in allen Altersgruppen zu fördern.

Am Dienstag standen die Schnellschachpartien auf dem Programm. Bei den Jungen setzte sich Kasachstan mit 14½:9½ gegen die Weltauswahl durch. Im Wettkampf der Mädchen schlugen die Gäste zurück und gewannen deutlich mit 18:6, sodass beide Teams den ersten Wettkampftag mit einem Sieg abschlossen.

Am Mittwoch werden die Nachwuchsspieler ihre Wettkämpfe im Blitzschach fortsetzen, bevor die Universitätsmannschaften den Kampf um die Plätze in der K.-o.-Runde wieder aufnehmen.

Ausblick

Die Gruppenphase wird am Mittwoch mit einer weiteren Doppelrunde fortgesetzt. Dabei kämpfen die Mannschaften weiter um den Einzug in die K.-o.-Runde. Schon nach den ersten Wettkämpfen hat die Premiere der FIDE-Universitäts-Mannschaftsweltmeisterschaft gezeigt, wie das Schach Studierende aus aller Welt durch Wettkampf, Bildung und kulturellen Austausch zusammenbringen kann.


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