Spätzünder und beliebter Trainer
Jonathan Hawkins (1983–2025) war ein englischer Großmeister mit einer ungewöhnlichen Karriere. Geboren in Consett, County Durham, verbesserte er sich weitgehend außerhalb der Juniorenförderung. Er erklomm die nationale Rangliste Platz um Platz. 2010 erreichte er den Titel des Internationalen Meisters und 2014 den Großmeistertitel, indem er seine letzte Norm beiDubai Open erzielte. Auf seinem Höhepunkt erreichte er eine Elo-Zahl von 2592 (Februar 2018).
Hawkins erlangte erstmals nationale Bekanntheit durch den Gewinn der britischen Schnellschachmeisterschaft 2014. Im selben Jahr teilte er sich den ersten Platz bei der britischen Schachmeisterschaft in Aberystwyth. Nach einem hart umkämpften Turnier teilte er sich mit David Howell mit 8,5 von 11 Punkten den Titel. Ein Jahr später sicherte er sich den britischen Titel zum zweiten Mal und gewann diesmal deutlich vor Howell, Nicholas Pert und Daniel Gormally.
Zu seinen besten internationalen Ergebnissen zählte sein geteilter Sieg bei den Vienna Open 2013 sowie zahlreiche Auftritte bei hochkarätigen offenen Turnieren, hauptsächlich in Großbritannien.
Justin Tan 0-1 Jonathan Hawkins
Britische Schachmeisterschaft 2014 - 4. Runde
Bemerkenswert an Hawkins' Karriere war das Tempo und der Zeitpunkt seiner Entwicklung. Trotz seiner niedrigen Ausgangswertungszahl in relativ hohem Alter verbesserte er sich stetig durch strukturiertes Training und regelmäßige Turnierteilnahmen. Seinen Aufstieg vom Vereinsniveau zum Großmeister dokumentierte er in seinem Buch „Amateur to IM: Proven Ideas and Training Methods“. Darin beschreibt er seine Trainingsmethoden und kommentiert wichtige Partien für seinen Aufstieg zum IM-Niveau.
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In Bezug auf das Buch schrieb GM Luke McShane im Nachruf für Hawkins in The Spectator:
Mit einleuchtenden Erklärungen erläutert das Buch ein klares Credo: „Ich bin überzeugt, dass ein sorgfältiges Studium des Endspiels den größten Fortschritt in meinem Spiel ermöglicht hat.“
Hawkins lernte seine Frau Angela Eyton – ebenfalls Schachspielerin und -trainerin – bei den britischen Meisterschaften 2012 in North Shields kennen, und sie blieben der englischen Schachszene eng verbunden. Nach seinen Erfolgen auf nationaler Ebene konzentrierten sich Hawkins und Eyton verstärkt auf die Trainertätigkeit.
Bei Hawkins wurde 2025 ein aggressives neuroendokrines Karzinom diagnostiziert. Die Krankheit schritt rasch fort, und er verstarb am 22. Dezember, nur wenige Monate nach der Diagnose. Jonathan und Angela hatten kurz vor seinem Tod geheiratet.
Tim Wall vom Schachverband des Landkreises Durham sagte Folgendes über seinen Freund:
Es ist unglaublich tragisch und seltsam für viele von uns, die älter sind als er. Wir haben den hellsten Schachstar unserer Region verloren.
Ich erinnere mich, als er zurückkam, um beim County Durham Congress mitzuspielen. Es war kein schwieriges Turnier für ihn, aber er wollte einfach nur seine Freunde aus der Heimat sehen. So war Jonathan eben: bescheiden, bodenständig und einfach ein liebenswerter Kerl.