Nach einigen Diskussionen und juristischen Scharmützeln haben sich die Funktionsträger des Deutschen Schachbundes, das Präsidium und die Vertreter der Landesverbände, auf einen außerordentlichen Bundeskongress am 16. Mai in Frankfurt geeinigt. Dort soll auch ein neues Präsidium gewählt werden. Der Vizepräsident Finanzen Alexander von Gleich war zurückgetreten, nachdem er mit der Arbeitsweise im Präsidium nicht mehr zufrieden war. Die übrigen Präsidiumsmitglieder genießen nicht mehr den vollen Rückhalt der Verbände.
Auf der Suche nach einem Nachfolger hat nun der frühere Bahnchef Richard Lutz seine Bereitschaft erklärt, das Amt zu übernehmen. Richard Lutz war in seiner Jugend ein vielversprechendes Schachtalent, nahm an den U16-Mannschaftsweltmeisterschaften und den Jugendeuropameisterschaften teil und wurde als Jugendkaderspieler in der Sportfördergruppe der Bundeswehr gefördert.
Nach dem Studium wurde Richard Lutz bei der Bahn AG als Controller eingestellt und absolvierte innerhalb des Konzerns einen steilen Aufstieg bis in die höchste Managementebene. Für das Turnierschach blieb keine Zeit mehr, aber Richard Lutz bewahrte sich seine Liebe zum Schach und unterstützte als Vizepräsident Finanzen eine Reihe von Schachevents. Zuletzt war Richard Lutz als Vorstandsvorsitzender der Bahn AG ein gern gesehener Gast bei vielen Schachveranstaltungen.

Er habe dem Schach sehr viel zu verdanken, erklärte Richard Lutz, und sei gerne bereit etwas zurückzugeben. Das deutsche Schach habe angesichts eines weltweiten Schachbooms und dank seiner herausragenden Spitzenspieler sehr viel Potenzial. Die derzeitige Führungs- und Vertrauenskrise im DSB habe das Ansehen des Verbandes jedoch beschädigt und die Entwicklung der deutschen Schachlandschaft behindert.
Richard Lutz sei von verschiedenen Seiten gefragt worden, ob er sich vorstellen könne, dem Verband zu helfen oder gar als Präsident zu führen. In der aktuellen Situation könne ein kollegiales und teamorientiertes Präsidium wieder Ruhe in den Verband bringen, ist sich Richard Lutz sicher, um die anstehenden Projekte, darunter das Jubiläum 2027, zu verwirklichen und das Schach in Deutschland weiter nach vorne zu bringen. Deshalb habe er sich zu einer Kandidatur entschlossen.
Bei seiner Kandidatur hofft Richard Lutz auf eine breite Unterstützung aus dem Verband heraus.
