Erdogmus überrollt Topalov und überspringt die 2700er-Marke – mit 14 Jahren!

von Carlos Colodro
20.04.2026 – Yagiz Kaan Erdogmus errang einen überzeugenden 5:1-Sieg über den ehemaligen Weltmeister Veselin Topalov. Nach einem spannenden Remis in der Eröffnungspartie gewann der türkische Teenager vier der nächsten fünf Begegnungen und zeigte während des gesamten Matches ein starkes taktisches und Stellungspiel. Durch dieses Ergebnis wurde Erdogmus zum jüngsten Spieler aller Zeiten, der die 2700er-Marke überschritten hat, und brach damit Wei Yis Rekord mit deutlichem Vorsprung. | Foto: FIDE / Michal Walusza

Ihr persönlicher Schachtrainer. Ihr härtester Gegner. Ihr stärkster Verbündeter.
FRITZ 20: Ihr persönlicher Schachtrainer. Ihr härtester Gegner. Ihr stärkster Verbündeter. FRITZ 20 ist mehr als nur eine Schach-Engine – es ist eine Trainingsrevolution für ambitionierte Spieler und Profis. Egal, ob Sie Ihre ersten Schritte in die Welt des ernsthaften Schachtrainings machen oder bereits auf Turnierniveau spielen: Mit FRITZ 20 trainieren Sie effizienter, intelligenter und individueller als je zuvor.

Erdogmus überspringt als Jüngster die 2700er-Marke 

Vom 12. bis 17. April traf Yagiz Kaan Erdogmus in Monte Carlo in einem klassischen Wettkampf über sechs Partien auf Veselin Topalov. Das Duell brachte einen der vielversprechendsten Nachwuchsspieler der Welt – Erdogmus ist erst 14 Jahre alt – und einen ehemaligen inzwischen 51-jährigen Weltmeister zusammen. Organisiert wurde das Match vom Schachverband Monacos in Zusammenarbeit mit dem Cercle d'Échecs de Monte-Carlo und mit Unterstützung des türkischen Milliardärs Evren Üçok.

Das Format sah sechs klassische Partien vor. Bei einem Unentschieden wäre es zu einem Armageddon-Entscheidungsspiel gekommen. Doch davon konnte keine Rede sein! Denn letztendlich gewann der junge Türke den Wettkampf überzeugend mit 5:1. Er holte vier Siege und gab keine Partie ab. Mit diesem Ergebnis katapultierte sich das Ausnahmetalent zum jüngsten Spieler aller Zeiten, der die 2700-Elo-Marke überschritt (zumindest aktuell laut der Live-Weltrangliste). 

In diesem Kurs präsentiert Großmeisterin Elisabeth Pähtz das London-System als strukturierten und ambitionierten Ansatz mit frühem Lf4, der zu gehaltvollen und dynamischen Stellungen führt.
Das Londoner System gehört zu den beliebtesten Eröffnungen auf allen Spielstärken – doch nicht jedes „London“ ist gleich. In diesem Kurs präsentiert Großmeisterin Elisabeth Pähtz das klassische London-System, einen strukturierten und zugleich ambitionierten Ansatz mit frühem Lf4, der zu dynamischen und gehaltvollen Stellungen führt.
Free sample video: Introduction
Free sample video: 5...cxd4 6.exd4 Qb6 sidelines

Sobald Erdogmus' Ergebnisse in die nächste FIDE-Weltrangliste einfließen, wird der Türke mit 14 Jahren, 10 Monaten und 27 Tagen offiziell dem „2700er-Club“ beitreten und damit den bisherigen Rekord von Wei Yi deutlich unterbieten, der diese Marke mit 15 Jahren, 8 Monaten und 27 Tagen erreichte. Die drei Nächstplatzierten – Alireza Firouzja, Gukesh Dommaraju und Magnus Carlsen – waren alle 16 Jahre alt, als sie dasselbe Kunststück vollbrachten.

Yagiz Kaan Erdogmus

Yagiz Kaan Erdogmus beim FIDE Grand Swiss 2025, wo er mit 6 von 11 Punkten den 28. Platz gegen starke Konkurrenz belegte – in der achten Runde gelang ihm ein Überraschungssieg gegen Levon Aronian. | Foto: FIDE / Michal Walusza

Topalov hatte in der Eröffnungspartie Weiß und schien eher zum ersten Angriff bereit. Aus einer Berliner Verteidigung heraus erreichte der Bulgare mit seinem aktiveren König und einigen praktischen Chancen ein Endspiel mit gleichfarbigen Läufern. Erdogmus verteidigte sich präzise und erreichte schließlich ein Remis.

Das Standardwerk der Eröffnungstheorie
Mit dem ChessBase Eröffnungslexikon 2026 sind Sie bestens vorbereitet! Es bietet tiefgehende Informationen zu allen etablierten Eröffnungen und ist damit besonders wertvoll für den Aufbau eines lückenlosen und schlagkräftigen Repertoires. Das Eröffnungslexikon 2026 ist die vollständige Darstellung aller Eröffnungsgebiete in einem Lehrwerk und damit der optimale Einstieg in das Eröffnungstraining.

Die zweite Partie erwies sich als Wendepunkt des Wettkampfs. Erdogmus, der mit Weiß spielte, errang in einem taktischen Zweikampf von Beginn an die Oberhand. Obwohl Topalov im Mittelspiel zwischenzeitlich die Initiative ergreifen konnte, unterlief ihm im 36. Zug ein entscheidender Fehler – bemerkenswerterweise hatte der Bulgare zu diesem Zeitpunkt deutlich mehr Bedenkzeit, während Erdogmus unter starkem Zeitdruck stand. Der junge türkische Großmeister nutzte den Fehler des Routiniers geschickt aus und ging in Führung.

Erdogmus baute seinen Vorsprung in der dritten Partie weiter aus. Diesmal unterlief Topalov ein Fehler in der Eröffnung, und er geriet schnell unter anhaltenden Druck. Anders als in der vorherigen Begegnung hatte der Bulgare kaum Gegenspielmöglichkeiten, da Erdogmus die Stellung nach und nach festigte und einen zweiten Sieg in Folge errang.

Die vierte Partie war mit 75 Zügen die längste des Wettkampfs und endete remis. In der fünften Partie traten Topalovs Schwierigkeiten erneut auf. In einem ausgeglichenen Endspiel mit Dame, Turm und Springer gegen Dame, Turm und Läufer geriet der ehemalige Weltmeister ins Straucheln. Sein Mangel an Wettkampfpraxis in letzter Zeit machte sich bemerkbar, denn er übersah eine forcierte Zugfolge, die seinem Gegner einen schnellen Mattangriff ermöglichte.

DIE SCHACH-HORIZONT-ERWEITERUNG
In ChessBase gibt es immer wieder Ansätze, die typischen Pläne einer Eröffnungsvariante zu zeigen. Zwar ist Schach im Zeitalter der Engines viel konkreter als früher gedacht. Doch gerade Amateure lieben Eröffnungen mit klaren Plänen, siehe Londoner System. In ChessBase ’26 beschäftigen sich gleich drei Funktionen mit der Darstellung von Plänen. Im neuen Eröffnungsreport wird für jede wichtige Variante untersucht, welche Figurenzüge oder Bauernvorstöße darin wichtig sind. In der Referenzsuche sieht man jetzt auf dem Brett, wo die Figuren üblicherweise hingehen. Und startet man die neue Monte-Carlo-Analyse, zeigt auch hier das Brett die häufigsten Figurenpfade.

Der bereits als Sieger feststehende Erdogmus lieferte in der sechsten und letzten Partie eine überzeugende Leistung ab. Topalov wählte die Französische Verteidigung, und Erdogmus dominierte ihn von Beginn des Mittelspiels an. Geduldiges Manövrieren und stetige Positionsverbesserungen ermöglichten dem jungen Spieler den vierten Sieg im Match und den Endstand von 5:1.

Alle Partien


Jetzt zuschlagen: Die komplette Erfolgsserie zur Schachstrategie im Mittelspiel zum Vorteilspreis! Mehr Wissen, mehr Spielstärke – für weniger Geld.
Jetzt zuschlagen: Die komplette Erfolgsserie zur Schachstrategie im Mittelspiel zum Vorteilspreis! Mehr Wissen, mehr Spielstärke – für weniger Geld.


Links


Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
Diskussion und Feedback Senden Sie Ihr Feedback an die Redakteure