Als Nummer 4 der aktuellen Weltrangliste startet Vincent Keymer beim Masters in Prag als Nummer 1 der Setzliste. Aber sein Start verlief holprig. Wie das „Losglück“ es wollte, musste er gleich in der ersten Runde mit Schwarz gegen Jorden Van Foreest spielen, gegen den er Anfang des Jahres in Wijk aan Zee mit Schwarz schwer unter die Räder gekommen war.
In Prag schien sich die Geschichte zu wiederholen. Keymer geriet schon in der Eröffnung in die Defensive und stand am Rande einer schnellen und bitteren Niederlage. Aber dann kam bei Van Foreest Sand ins Getriebe: Er verpasste erst einen klaren Gewinn und übersah dann in komplizierter Stellung einen taktischen Konter Keymers. Doch auch Keymer übersah diesen Konter, und so konnte Van Foreest am Ende doch noch gewinnen.

Vincent Keymer (links, mit Schwarz) zu Beginn seiner Partie gegen Jorden Van Foreest | Foto: Petr Vrabec, Schachfestival Prag
Mit dieser Niederlage fiel Keymer in der Live-Weltrangliste auf den fünften Platz zurück. Neue Nummer vier ist Nodirbek Abdusattorov, der gegen Aravindh Chithambaram, den Sieger des Prager Schachfestivals 2025, gewann. Allerdings hätte auch diese Partie anders ausgehen können, denn Aravindh verpasste nach guter Eröffnung einige gute Chancen, in Vorteil zu kommen.

Nodirbek Abdusattorov: Hofft nach seinem Sieg in Wijk in Prag auf einen weiteren Erfolg | Foto: Petr Vrabec, Schachfestival Prag
Eröffnungstheoretisch gut vorbereitet zeigte sich auch Nodirbek Yakubboev, der David Anton bereits in der Eröffnung unter Druck setzte. Anton verbrauchte viel Zeit, die ihm am Ende fehlte.
Einen guten Start ins Turnier erwischte der Prager Lokalmatador David Navara, der mit einer hübschen Partie gegen Parham Maghsoodloo gewann.
Für das einzige Remis der Runde sorgten Weltmeister Gukesh und Hans Niemann. Allerdings musste Gukesh froh über das Remis sein, denn nach einem überraschenden Figurenopfer Niemanns nach Ende der Eröffnung stand Gukesh lange unter Druck, konnte sich aber mit zäher und präziser Verteidigung am Ende ins Remis retten.

Weltmeister Gukesh | Foto: Petr Vrabec, Schachfestival Prag