Sinquefield Cup, Runde 4: Praggnanandhaa sorgt für den einzigen Sieg

von Carlos Colodro
14.08.2026 – Wesley So bleibt nach der vierten Runde alleiniger Spitzenreiter des Sinquefield Cups. Der einzige Sieg des Tages gelang Praggnanandhaa gegen Jorden van Foreest, der damit bereits seine dritte Niederlage hinnehmen musste. Praggnanandhaa rückte zu Maxime Vachier-Lagrave und Levon Aronian auf, die mit einem halben Punkt Rückstand hinter So liegen. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour

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Ergebnisse

Wesley So

Tabellenführer Wesley So | Foto: Lennart Ootes

Die einzige entschiedene Partie der Runde wurde früh scharf. In einer Französischen Verteidigung opferte Praggnanandhaa einen Bauern, den Van Foreest annahm. Damit hatte der Inder nicht wirklich gerechnet und musste sich erst wieder an die Einzelheiten seiner Vorbereitung erinnern.

Bald wurde die Stellung äußerst kompliziert, und schließlich gab Van Foreest seine Dame für Turm und Leichtfigur. Praggnanandhaa stand nun klar besser, musste aber noch einen Weg finden, die schwarzen Verteidigungsressourcen zu überwinden. Das gelang ihm schließlich, und im Endspiel Dame gegen Turm verwandelte er seinen Materialvorteil zum Sieg.

Praggnanandhaa Rameshbabu, Jorden van Foreest

Weiß hat eine theoretische Gewinnstellung - und Praggnanandhaa wusste auch, wie man diese Stellung gewinnt. | Foto: Lennart Ootes

Vachier-Lagrave blieb nach seinem Remis gegen Keymer in der Verfolgergruppe. Er begann erneut nicht mit seinem üblichen 1.e4, sondern wählte diesmal 1.d4, nachdem er in seiner vorherigen Weißpartie bereits mit 1.c4 eröffnet hatte. Beide folgten lange bekannten theoretischen Vorbildern - die Stellung nach dem 19. Zug von Weiß stand unter anderem bereits 2000 in einer Partie zwischen Kasparov und Anand auf dem Brett. Vachier-Lagrave erhielt später kurzzeitig leichten Vorteil, doch Keymer glich aus. Im 35. Zug endete die Partie remis.

Aronian und So lieferten sich in der Berliner Verteidigung eine umkämpfte Partie. Im Interview nach der Partie erklärte Aronian gegenüber Maurice Ashley, dass er an einer Stelle die scharfe Fortsetzung 22.Sf5 Sh4 23.Sa4 geprüft, sie aber schließlich für zu optimistisch gehalten hatte. Dabei erinnerte er gut gelaunt an die Warnung seines Sekundanten Aryan Tari, nicht zu viele Risiken einzugehen.

Aronian entschied sich deshalb für das sichere 22.Df5 und schätzte die Stellung bei korrektem Spiel von Schwarz als remis ein. So verteidigte sich präzise, und im 32. Zug endete die Partie durch dreimalige Stellungswiederholung remis.

Maxime Vachier-Lagrave, Levon Aronian, Wesley So

Maxime Vachier-Lagrave verfolgt das Geschehen in der Partie zwischen Levon Aronian und Wesley So. | Foto: Lennart Ootes

Giri musste gegen Sindarov wie schon in der dritten Runde gegen Sevian ein Läuferendspiel mit ungleichfarbigen Läufern und einem Bauern weniger verteidigen. Diesmal hielt seine Stellung jedoch stand, und Sindarov kam nicht weiter.

Die längste Partie des Tages spielten Sevian und Caruana. Sevian erreichte ein Endspiel mit Qualität gegen Bauer, konnte daraus aber keine ernsthaften Gewinnchancen entwickeln. Caruana verteidigte sich sicher und hielt remis.

Nach der fünften Runde am Freitag folgt ein Ruhetag.

Fabiano Caruana

Fabiano Caruana | Foto: Lennart Ootes

Stand nach der 4. Runde

Partien

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Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
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