Sinquefield Cup: Keymer vergibt Sieg gegen Aronian

von Carlos Colodro
12.08.2026 – Vincent Keymer erlitt in Runde zwei des Sinquefield Cups eine bittere Niederlage. Gegen Levon Aronian stand er auf Gewinn, verlor aber nach 91 Zügen. Insgesamt gab es vier Weißsiege. Aronian, Wesley So, Praggnanandhaa und Maxime Vachier-Lagrave konnten alle gewinnen und zogen mit Fabiano Caruana gleich, der gegen Anish Giri remisierte. Nach zwei Runden liegen so fünf Spieler mit je 1½ Punkten an der Spitze. | Foto: Lennart Ootes / Grand Chess Tour

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Ergebnisse

Die Partie zwischen Keymer und Aronian nahm einen dramatischen Verlauf. In einem Endspiel mit Dame und Turm hatte Keymer zwar einen Bauern weniger, doch seine aktiven Figuren und der exponierte weiße König gaben ihm starke Angriffschancen.

Keymer verstärkte den Druck und stand schließlich auf Gewinn. Doch dann unterlief ihm mit 52...Dc4+? ein entscheidender Fehler.

Stattdessen gewann 52...Tc1!. Nach 53.Txf7+ Kg8 54.Tf4 folgt 54...Dd5+ 55.Kb2 Tc2+ und die weiße Dame geht verloren.

Aber nach dem Partiezug 52...Dc4+? konnte Weiß den Angriff mit 53.Ka3 De3+ 54.Ka4 abwehren.

Keymer hätte die Partie noch durch Zugwiederholung remis halten können, spielte aber weiter und machte erneut einen Fehler. Aronian nutzte die Chance, gewann mit einer kleinen Kombination einen Bauern und erreichte ein gewonnenes Damenendspiel.

Aronian gewann nach 91 Zügen. Eine bittere Niederlage für Keymer.

Levon Aronian, Vincent Keymer

Aronian zeigte Kampfgeist und hatte Glück. | Foto: Lennart Ootes

Praggnanandhaa gewann nach 95 Zügen gegen Sindarov. Beim Kandidatenturnier auf Zypern hatte Sindarov noch beide Duelle für sich entschieden. Seitdem gewann Praggnanandhaa ihre beiden klassischen Partien in Rumänien und Saint Louis.

Im Abgelehnten Damengambit entstand eine komplizierte Stellung. Nach 31 Zügen hatten beide noch Turm, Springer und sieben Bauern.

Praggnanandhaa gewann schließlich einen Bauern und erreichte ein Endspiel mit Turm, Springer und zwei Bauern gegen Turm, Springer und einen Bauern. Sindarov hatte einen Freibauern am Königsflügel, Praggnanandhaa zwei verbundene Freibauern am Damenflügel. Objektiv war die Stellung ausgeglichen, praktisch aber schwer zu verteidigen.

Mit 82...Se3? griff Sindarov schließlich fehl. Statt die weißen Freibauern im Auge zu behalten, suchte er aktives Gegenspiel.

Das rächte sich: Praggnanandhaas verbundene Freibauern waren schneller als Sindarovs Freibauer auf der f-Linie.

Praggnanandhaa Rameshbabu, Javokhir Sindarov

Ein Spitzenduell: Praggnanandhaa gegen Sindarov | Foto: Lennart Ootes

Vachier-Lagrave feierte gegen Sevian seinen ersten Sieg. Der war nach Firouzjas Wechsel zum Esports World Cup ins Teilnehmerfeld gerückt.

Vachier-Lagrave begann diesmal mit 1.c4 statt mit seinem üblichen 1.e4. Er wollte Vereinfachungen vermeiden und auf Gewinn spielen. Denn nur mit einem Sieg beim Sinquefield Cup und günstigen Ergebnissen der Konkurrenz kann er noch das Finale der Grand Chess Tour erreichen.

In einer komplizierten Partie unterlief Sevian mit 32...Td8? schließlich der entscheidende Fehler.

Mit 33.Ta8! nutzte Vachier-Lagrave den Fehler sofort aus. Nach 33...Txe8 34.Dd5+ Df7 35.Dxa8 hatte er eine Qualität mehr.

Sevian leistete noch Widerstand, doch Vachier-Lagrave baute seinen Vorteil sicher aus. Nach dem 44. Zug gab Sevian auf.

Maxime Vachier-Lagrave, Sam Sevian

In Runde 2 kam Maxime Vachier-Lagrave zu seinem ersten Sieg. | Foto: Lennart Ootes

So fügte Van Foreest die zweite Niederlage in Folge zu. Dabei war das Turmendspiel nach 44.Txd4 noch remis. Weiß hatte zwei Bauern gegen einen, doch Schwarz konnte die Stellung bei genauem Spiel halten.

Kurz darauf machte Van Foreest mit 48...Tc1? den entscheidenden Fehler.

Schwarz musste mit 48...Kf6 oder 48...Kf7 den Turm auf der h-Linie halten und seinen Freibauern unterstützen.

Nach dem Partiezug konnte So dagegen seinen eigenen Freibauern in Bewegung setzen, während Van Foreest kein ausreichendes Gegenspiel mehr hatte. So verwertete den Vorteil anschließend sicher.

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Wesley So

Am Mittwoch, in Runde 3, trifft So auf Caruana. | Foto: Lennart Ootes

Stand nach der zweiten Runde

Partien

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Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
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