Praggnanandhaa mit halbem Punkt Rückstand
Wesley So, Praggnanandhaa Rameshbabu und Alireza Firouzja gehen mit Chancen auf den Turniersieg in die letzte Runde des Norway Chess-Turniers, der 13. Auflage des Superturniers. So führt nach der 9. Runde weiterhin allein, sein Vorsprung auf Pragg ist jedoch auf einen halben Punkt geschrumpft, Firouzja liegt einen weiteren halben Punkt zurück.
Die Paarungen der Finalrunde machen die Situation besonders spannend. Firouzja spielt im Schlüsselduell zweier Titelanwärter mit Weiß gegen So. Praggnanandhaa tritt ebenfalls mit Weiß gegen Vincent Keymer an. Da das Punktesystem von Norway Chess drei Punkte für einen klassischen Sieg vergibt, haben alle drei Spieler weiterhin gute Chancen auf den Titel.
Die meisten Spieler greifen lieber an als sich zu verteidigen. Aber wie geht das richtig? GM Dr. Karsten Müller hat dazu viele Faustregeln und Motive zusammengestellt und schärft dabei auch Ihre Intuition für die Ausnahmen.
Die neunte Runde am Donnerstag bot erneut spannendes Schach und hatte großen Einfluss auf den Titelkampf. Der junge Inder feierte seinen dritten Sieg in Folge in der klassischen Partie und bezwang seinen Landsmann und Weltmeister Gukesh Dommaraju mit den schwarzen Steinen. Nach zwei Niederlagen in den Runden fünf und sechs antwortete Praggnanandhaa mit drei Siegen in Folge in klassischen Partien – gegen Firouzja , Carlsen und Gukesh!

Der Mann der Stunde: Praggnanandhaa Rameshbabu | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
So konnte ebenfalls Punkte sammeln, musste aber zunächst in seiner klassischen Partie gegen Magnus Carlsen eine unangenehme Stellung verteidigen. Diese Partie endete schließlich remis, sodass der Wettkampf in den Armageddon-Modus ging. Im Tiebreak hatte So die weißen Steine und besiegte Carlsen, sicherte sich den zusätzlichen halben Punkt und verteidigte seine Tabellenführung auch vor dem letzten Spieltag.
Firouzjas Match gegen Keymer war das längste und umkämpfteste der Runde. Ihre klassische Partie dauerte 91 Züge, und beide Spieler vergaben klare Gewinnchancen. Im Armageddon unterlief Keymer früh ein Fehler, den Firouzja nutzte, um den Tiebreak-Sieg zu sichern und den Rückstand auf die Spitze auf einen Punkt zu verkürzen.
Die Ergebnisse in Oslo haben einen deutlichen Einfluss auf die Weltrangliste. Carlsen verlor 21,3 Punkte und liegt nun „nur noch“ 28 Punkte vor Fabiano Caruana an der Spitze. So verbesserte sich um zwei Plätze auf Rang 7, während Pragg vier Plätze gutmachte und nun auf Rang 12 steht.
Gukeshs schwieriges Turnier hat sich auch in der Weltrangliste niedergeschlagen. Der Weltmeister verlor 11,3 Elo-Punkte und fiel auf Platz 25 der Live-Weltrangliste zurück. Unter den indischen Spielern belegt er nun nur noch den fünften Platz hinter Arjun Erigaisi, Pragg, Viswanathan Anand und Nihal Sarin.
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Der amtierende Weltmeister Gukesh Dommaraju | Foto: Norwegenschach / Michal Walusza
Ergebnisse Runde 9
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| White |
Result |
Black |
| Gukesh Dommaraju |
0 - 3 |
Praggnanandhaa R. |
| Wesley So |
1½ - 1 |
Magnus Carlsen |
| Vincent Keymer |
1 - 1½ |
Alireza Firouzja |
Tabelle nach Runde 9
| Player |
Rating |
Federation |
Points |
| Wesley So |
2754 |
United States |
15½ |
| Praggnanandhaa R. |
2733 |
India |
15 |
| Alireza Firouzja |
2759 |
France |
14½ |
| Vincent Keymer |
2759 |
Germany |
11 |
| Magnus Carlsen |
2840 |
Norway |
10 |
| Gukesh Dommaraju |
2732 |
India |
8 |
Gukesh 0-3 Praggnanandhaa
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Gukesh Dommaraju verteidigte hartnäckig, konnte aber kein Remis erzwingen. | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
Keymer 1-1½ Firouzja
Beide Kontrahenten vergaben in der klassischen Partie mehrere Gewinnchancen. Keymer hatte im Mittelspiel einen klaren positionellen Vorteil, doch der unermüdliche Firouzja konnte die Partie durch ein spekulatives Figurenopfer im 34. Zug verkomplizieren.
Schließlich entstand eine Stellung mit Dame, Turm und zwei Bauern gegen Dame, Springer und vier Bauern. Keymer hatte mit dem Turm zunächst die Wahl, ließ Firouzja dann aber das Blatt wenden. Firouzja gelang es jedoch nicht, trotz der besseren Ausgangsposition den Sieg zu erringen.
Im anschließenden Turm-Springer-Endspiel errang Firouzja erneut einen großen Vorteil, doch ein Fehler im 81. Zug ermöglichte es Keymer, mit einem Remis davonzukommen.
Nach einem nervenaufreibenden Kampf geriet Keymer im Tiebreak früh ins Straucheln – und Firouzja hatte keine Mühe, seinen Vorteil in einen Sieg umzuwandeln.
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Vincent Keymer gibt die Armageddon-Partie auf. | Foto: Norway Chess / Michal Walusza

Einer der Titelkandidaten: Alireza Firouzja. | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
So 1½-1 Carlsen
Nachdem Carlsen So in der klassischen Partie unter Druck gesetzt hatte, war er offenbar nicht ausreichend motiviert, eine schwierige Stellung in Armageddon zu verteidigen.
Weiß hat hier zwar die Wahl, doch angesichts der soliden schwarzen Stellung ist es alles andere als einfach, einen Durchbruch zu erzielen. Carlsens 28…a5?! war etwas unvorsichtig und ermöglichte 29.Df2 gefolgt von 30.Da7, wodurch So effektiv in die schwarze Stellung eindringen konnte.
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Unter anderen Umständen hätte der stets pragmatische Carlsen wahrscheinlich 28…Sd7 gespielt und damit in einer Armageddon-Partie mit Schwarz auf passive Verteidigung gesetzt. Doch dies war nicht Carlsens Turnier.

Immer noch alleiniger Weltranglistenerster – Wesley So | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
Klassische Partien
Armageddon-Partien
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