Gegen Praggnanandhaa hatte Carlsen einmal mehr Probleme mit der Uhr. Carlsen hatte Weiß und nahm sich viel Zeit, die richtige Antwort auf Praggnanandhaas Franzosen zu finden. So hatte Carlsen nach nur acht Zügen bereits eine halbe Stunde mehr Bedenkzeit verbraucht als Praggnanandhaa.
Aber dennoch geriet Carlsen in Nachteil. Er verteidigte sich lange zäh, aber verlor schließlich im Endspiel.
In Runde 7 hatte Praggnanandhaa gegen Firouzja gewonnen, und nach der Partie gegen Carlsen liegt er nach zwei Siegen in Folge mit 12 Punkten plötzlich auf Platz drei in der Tabelle und hat noch Chancen, das Turnier zu gewinnen. Carlsen hingegen kassierte bereits seine vierte Niederlage in einer klassischen Partie bei diesem Turnier – eine Seltenheit in seiner Laufbahn. Zuletzt verlor er vier Partien in einem Turnier beim Norway Chess 2015.

Nach zwei Siegen in Folge hat Praggnanandhaa plötzlich Chancen, das Turnier zu gewinnen | Foto: Norway Chess / Michal Walusza

Es läuft nicht gut für Magnus Carlsen | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
Firouzjas Sieg gegen Gukesh war ebenfalls von großer Bedeutung für den Turnierverlauf. Der Franzose hatte das Feld bis zur fünften Runde angeführt, verlor dann jedoch die Runden sechs und sieben, wodurch Wesley So an ihm vorbeizog. Mit dem Erfolg gegen Gukesh verkürzte Firouzja den Rückstand auf Tabellenführer So wieder auf einen Punkt.
Gukesh bleibt dagegen Tabellenletzter. Seine dritte Niederlage bei diesem Turnier kostete ihn nicht nur weitere Punkte in der Gesamtwertung, sondern auch Elo. In Oslo hat er bislang 6,3 Elo-Punkte eingebüßt und ist in der Live-Weltrangliste auf Platz 22 zurückgefallen.

Firouzja (links, mit Weiß) hat nur noch Sekunden auf der Uhr, aber ein gewonnenes Endspiel auf dem Brett | FFirouoto: Norway Chess / Michal Walusza

Autogrammstunde nach der Partie | Foto: Norway Chess / Michal Walusza
Die einzige Begegnung, die ins Armageddon ging, war das Duell zwischen So und Keymer. Die klassische Partie endete nach 31 Zügen problemlos remis, aber im Armageddon hatte Keymer wieder kein Glück: In den bisherigen acht Runden konnte er einmal - gegen Gukesh - in der klassischen Partie gewinnen, aber sieben Mal musste er ins Armageddon und er verlor alle sieben dieser Partien.
Allerdings hätte Keymer die Armageddon-Partie gegen So fast gewonnen, denn nach spannendem Partieverlauf stand schließlich ein Remisendspiel auf dem Brett, das Keymer, der nur noch Sekunden auf der Uhr hatte, allerdings nicht halten konnte.

Gut gelaunt: So und Keymer nach ihrer Partie | Foto: Norway Chess / Michal Walusza

Zwei Runden vor Schluss geht So als Tabellenführer in den Ruhetag | Photo: Norway Chess / Michal Walusza
Ergebnisse
| Weiß | Ergebnis | Schwarz |
| Alireza Firouzja | 3 - 0 | Gukesh Dommaraju |
| Magnus Carlsen | 0 - 3 | Praggnanandhaa R. |
| Wesley So | 1½ - 1 | Vincent Keymer |
Stand nach der 8. Runde
| Spieler | Rating | Verband | Punkte |
| Wesley So | 2754 | United States | 14 |
| Alireza Firouzja | 2759 | France | 13 |
| Praggnanandhaa R. | 2733 | India | 12 |
| Vincent Keymer | 2759 | Germany | 10 |
| Magnus Carlsen | 2840 | Norway | 9 |
| Gukesh Dommaraju | 2732 | India | 8 |