St. Petersburg gewinnt Vereinspokal

von Johannes Fischer
18.10.2018 – Nach sechs von sieben Runden lag die Mannschaft von St. Petersburg, die mit Peter Svidler (Foto) an eins spielt, beim Europapokal für Vereinsmeisterschaften in Porto Carras einen Punkt hinter Magnus Carlsens Valerenga zurück und teilte sich Platz zwei mit drei anderen Mannschaften. Doch in der Schlussrunde gewann Petersburg überzeugend gegen Valerenga und setzte sich am Ende im Tie-Break gegen Novy Bor durch. | Foto: Niki Riga

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St. Petersburg gewinnt im Tie-Break

Die Spitzenpaarung der letzten Runde war die Begegnung zwischen Valerenga und St. Petersburg. Am ersten Brett trafen Peter Svidler und Magnus Carlsen aufeinander und wie schon in der Runde zuvor stand Carlsens Platz als Nummer eins der Weltrangliste auf dem Spiel. Carlsen hatte Schwarz und hätte er gegen Svidler verloren, so wäre er auf Platz zwei der Weltrangliste abgerutscht. Doch ernsthaft in Verlustgefahr geriet Carlsen nie. Er wählte eine ungebräuchliche Eröffnung und stand immer etwas schlechter, aber konnte sich schließlich im Endspiel ins Remis retten.

 

Dieses Remis kostete Carlsen zwar Elo-Punkte, aber in der Live-Weltrangliste liegt er immer noch knapp vor Caruana - und das wird sich vor dem WM-Kampf im November wohl auch nicht ändern.

Quelle: 2700chess.com

Svidler wird froh gewesen sein, den Vereinspokal mit einem Unentschieden gegen den Weltmeister beendet zu haben, denn am Anfang des Turniers lief für ihn gar nichts zusammen und er startete mit 0 aus 4, bis er in Runde 6 schließlich seinen ersten Sieg erzielte.

Entschieden wurde der Kampf an den anderen Brettern. Ein unglückliches - und unglaubliches - Versehen unterlief dabei Borki Predojevic, Valerengas Brett fünf.

 

In dieser Stellung zog Weiß 24.Se1 und dieser Springerrückzug scheint Schwarz signalisiert zu haben, dass es Zeit ist, weiter aktiv zu werden. Er spielte 24...Se4?? und hatte dabei ganz vergessen, dass 24.Se1 die weiße Dame auf c2 deckt - damit ist der Läufer auf b4 nicht mehr geschützt. Weiß spielte 25.Lxb4 und Schwarz gab auf.

Den zweiten Punkt für die Petersburger erzielte Vladimir Fedoseev, der an Brett drei gegen Nils Grandelius gewann. Fedoseev war ohnehin eine Stütze für seine Mannschaft: er holte 6 Punkte aus 7 Partien.

Als sich der Sieg von St. Petersburg abzeichnete, war die Frage, wie die Konkurrenten, die nach 6 Runden wie Petersburg ebenfalls 10 auf dem Konto hatten, spielen würden - Padova, Novy Bor und Molodezhka. Molodezhka und Padova neutralisierten sich gegenseitig mit einem 3-3, aber Novy Bor kam zu einem überzeugenden 4-2 Sieg gegen Odlar Yurdu und kam nach sieben Runden genau wie St. Petersburg auf 12 von 14 möglichen Mannschaftspunkten.

Ergebnisse

Runde 7, 18.10.2018
No. SNo   Team MP Res. : Res. MP Team   SNo
1 4
 
Mednyi Vsadnik St.Petersburg 10 4 : 2 11 Valerenga Sjakklubb
 
5
2 6
 
Obiettivo Risarcimento Padova 10 3 : 3 10 Molodezhka
 
7
3 3
 
Odlar Yurdu 9 2 : 4 10 AVE Novy Bor
 
2
4 1
 
Alkaloid 9 : 9 Beer Sheva Chess Club
 
8
5 9
 
Itaka 8 5 : 1 9 Eynatten
 
21
6 22
 
Nordstrand Sjakklubb 8 3 : 3 8 BSG
 
24
7 29
 
Wood Green 8 : 8 CC Gambit Asseco SEE
 
27
8 32
 
KC Deloitte 7 : 7 Dunajska Streda
 
15
9 14
 
Schachgesellschaft Solingen 7 4 : 2 7 Grantham Sharks
 
42
10 19
 
Reykjavik Chess Club 7 3 : 3 7 KGSRL
 
11
11 13
 
Sloven Ruma 7 3 : 3 7 Schachgesellschaft Zurich
 
20
12 17
 
E.S. Thessalonikis 7 3 : 3 7 SV Werder Bremen
 
10
13 26
 
Overtime 7 : 7 Schachfreunde Berlin 1903
 
12
14 16
 
DJK Aufwaerts Aachen 6 5 : 1 7 Jetsmark
 
36
15 23
 
Team Viking 6 4 : 2 6 MuConsult Apeldoorn
 
31
16 28
 
SK 1911 6 : 6 Rehovot Chess School
 
25
17 35
 
Echiquier Amaytois 6 4 : 2 6 Nordkalotten
 
40
18 38
 
Partizan 6 2 : 4 6 Chess Club Aatos
 
46
19 37
 
SK Reval-Sport 5 : 5 SK Comeon
 
33
20 39
 
Gambit Bonnevoie 5 1 : 5 5 Schachgesellschaft Winterthur
 
18

Wie bei der Olympiade in Batumi 2018 musste der Tie-Break über den Turniersieg entscheiden. Und es wurde auch das gleiche Tie-Break-System wie bei der Olympiade angewandt: die Sonneborn-Berger Wertung, bei der entscheidet, wie gut die Mannschaften abschneiden, gegen die man im Laufe des Turniers gespielt hat. Hier lag Petersburg mit 229,5 Punkten vor Novy Bor, die auf 217,5 Punkte kamen. Allerdings lag Petersburg auch nach Brettpunkten knapp vor Novy Bor. Die Petersburger kamen auf 30,5 Brettpunkte, Novy Bor auf 30.

Beste deutsche Mannschaft war Solingen auf Platz 14. Dicht dahinter folgen die Schachfreunde Berlin auf dem 15., DJK Aufwärts Aachen auf dem 17. und Werder Bremen auf dem 19. Platz.

Endstand

Rk. SNo   Team Games   +    =    -   TB1   TB2   TB3 
1 4
 
Mednyi Vsadnik St.Petersburg 7 6 0 1 12 229,5 30,5
2 2
 
AVE Novy Bor 7 5 2 0 12 217,5 30,0
3 7
 
Molodezhka 7 5 1 1 11 231,0 31,0
4 6
 
Obiettivo Risarcimento Padova 7 4 3 0 11 228,0 29,0
5 5
 
Valerenga Sjakklubb 7 5 1 1 11 219,5 26,0
6 1
 
Alkaloid 7 5 1 1 11 219,0 30,0
7 9
 
Itaka 7 5 0 2 10 184,0 27,0
8 27
 
CC Gambit Asseco SEE 7 4 2 1 10 136,5 23,0
9 3
 
Odlar Yurdu 7 4 1 2 9 209,0 30,5
10 8
 
Beer Sheva Chess Club 7 4 1 2 9 176,5 26,5
11 15
 
Dunajska Streda 7 4 1 2 9 157,5 22,5
12 22
 
Nordstrand Sjakklubb 7 4 1 2 9 155,5 23,5
13 24
 
BSG 7 3 3 1 9 151,0 24,0
14 14
 
Schachgesellschaft Solingen 7 3 3 1 9 149,0 24,0
15 12
 
Schachfreunde Berlin 1903 7 4 1 2 9 135,0 22,5
16 21
 
Eynatten 7 4 1 2 9 130,5 21,0
17 16
 
DJK Aufwaerts Aachen 7 4 0 3 8 164,5 25,0
18 11
 
KGSRL 7 3 2 2 8 160,0 22,0
19 10
 
SV Werder Bremen 7 3 2 2 8 147,5 23,0
20 13
 
Sloven Ruma 7 3 2 2 8 147,0 26,0

...61 Mannschaften

Partien

 

Frauenturnier

Das Frauenturnier wurde im K.o.-Wettbewerb entschieden. Hier setzte sich Monaco im Finale knapp mit einem 2-2 nach Berliner Wertung gegen das Team Nona durch. Anna Muzychuk gewann die entscheidende Partie an Brett eins gegen Nana Dzagnidze. Damit gewann das Team aus Monaco den Vereinspokal der Frauen zum siebten Mal in Folge.

Um Platz drei kämpften Ugra und SSHOR. Nachdem alle Partien des Wettkampfs Remis endeten, folgte ein Blitz-Tie-Break an vier Brettern entschieden. Hier setzte sich Ugra am Ende knapp mit 2,5-1,5 durch und sicherte sich so die Bronzemedaille.

Partien

 

Turnierseite...

Ergebnisse bei Chess-results...




Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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