Für Praggnanandhaa Rameshbabu war Freitag ein guter Tag beim Super Rapid & Blitz in Zagreb, Kroatien. Mit drei Siegen im Schnellschach (gegen Ivan Saric, Bogdan-Daniel Deac und Anish Giri) katapulierte er sich auf den ersten Platz mit 12 Punkten. Diesen Platz teilt er sich mit Alireza Firouzja, der an den vorherigen beiden Tagen die alleinige Führung innehatte. Am Freitag spielte Firouzja zweimal Remis (gegen Gukesh und Jorden van Foreest) und verlor eine Partie gegen Nodirbek Abdusattorov.
Maurice Ashley interviewte Praggnanandhaa nach den drei Partien des Tages und zusammen besprachen sie den Ausgang der Partie gegen Anish Giri. Stolz war Praggnanandhaa auf seine Antwort auf Giris Zug 33.Da5. Im Interview sagte er, dass er den Zug zuvor nicht bedacht und sich deshalb geärgert hatte, aber dann bemerkt hatte, dass er eine starke Antwort auf diesen Zug spielen konnte.
Nach 34...Txf2 gab Weiß auf und Praggnanandhaa feierte seinen dritten Sieg des Tages. Ausruhen kann sich Praggnanandhaa auf seinen ersten Platz jedoch nicht. Er teilt sich den ersten Platz nicht nur mit Firouzja, die weitere Konkurrenz ist ihm auch noch auf den Fersen. Mit einem Punkt Abstand folgen Maxime Vachier-Lagrave und Nodirbek Abdusattorov mit 11 Punkten und danach folgen Vincent Keymer und Gukesh auf Platz 5 mit 10 Punkten.
Vincent Keymer remisierte dreimal (gegen Anish Giri, Gukesh Dommaraju und Maxime Vachier-Lagrave) und teilt sich dadurch den fünften Platz punktgleich mit dem amtierenden Weltmeister Gukesh (je 10 Punkte).
Nachdem Giri den Tausch Turm gegen Springer und Bauer einging, tauschte Vincent Keymer sein Läuferpaar gegen die beiden weißen Springer ab. So wickelten die Spieler das Endspiel in eines mit zwei Türmen, einer Dame und sieben Bauern gegen Turm, Läufer, Dame und acht Bauern ab.
Die Partie zwischen Keymer und MVL wurde in ein ausgeglichenes Endspiel abgewickelt. Eine solide Endspieltechnik zeigt sich in Zug 51 von Keymer.
Auf den ersten Blick wäre 51.Th6 auch eine Alternative. Wenn Schwarz den Springer mit dem Springer schlägt, bekommt Weiß Schwierigkeiten den a-Bauern zu bekommen, da nach 51...Sxe6 52.Th7+ der Zug 52...Sg7 möglich ist und der König nicht wegziehen muss. Sollte der schwarze Turm auf e6 schlagen (51...Txe6), dann bekommt Weiß den Bauern auch nicht mit 52.Th7+, weil nach 52...Kg6 der Zug 53.Txa7 direkt verliert mit 53...Te1#. Keymers Zug 51.Tg7+ ist der einfachste Weg, den schwarzen Bauern direkt für den Springer zu bekommen und dann langfristig in ein Remis abzuwickeln. 
Vincent Keymer (5. Platz) hat in der Tabelle noch Luft nach oben; im Blitzen werden die Karten neu gemischt | Foto: Lennart Ootes
Maurice Ashley schaut sich mit Praggnanandhaa im Interview u.a. Stellung gegen Giri an | Video: Saint Louis Chess Club
An den verbleibenden beiden Spieltagen werden die Spieler im Rundenturnier jeweils gegeneinander antreten, so dass jeder gegen jeden insgesamt zwei Blitzpartien spielt. Runde 1-9 werden am Samstag ab 15 Uhr ausgetragen, Runde 10-18 folgen am Sonntag ab 14 Uhr, eine Stunde früher. Das Blitzturnier wird im Modus 5+2 gespielt.
Abdusattorov blickt positiv auf seine Turnierleistung und rechnet sich Chancen für das Blitzturnier aus | Video: Saint Louis Chess Club