US-Championships, Runde 10: Wesley So fehlt nur noch ein Remis zum Titel

von Johannes Fischer
21.10.2026 – Wesley So (Bild) steht bei den US-Meisterschaften kurz vor seinem vierten Titelgewinn, aber das scheint ihn nicht nervös zu machen. Zwei Runden vor Schluss lag er mit einem Punkt Vorsprung vor Fabiano Caruana und Grigoriy Oparin allein in Führung, aber in Runde 10 hatte er nichts gegen ein schnelles Weiß-Remis gegen Hans Niemann. Caruana und Oparin kamen beide über ein Remis nicht hinaus, und so braucht So in der letzten Runde gegen Tabellenschlusslicht Sam Sevian nur ein Remis, um US-Champion 2026 zu werden. Für Aufregung sorgten in Runde 10 andere: Sam Shankland und Sevian lieferten sich ein taktisches Duell, das nicht fehlerfrei, aber voller überraschender Wendungen war, und Levon Aronian glänzte gegen Ray Robson. | Foto: Lennart Ootes

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Wie spielt man, wenn man zwei Runden vor Schluss mit einem Punkt in Führung liegt? Versucht man, die Entscheidung aus eigener Kraft herbeizuführen, und spielt die letzten beiden Runden auf Gewinn, um seinen Vorsprung ins Ziel zu retten, oder ist man auch mit einem oder zwei Remis zufrieden, um den Druck auf seine Konkurrenten abzuwälzen und keine Risiken einzugehen?

Wesley So entschied sich in der vorletzten Runde der US-Meisterschaft 2026 für die zweite Alternative und brauchte in Runde 10 nicht einmal eine Stunde, um sich mit Hans Niemann auf Remis zu einigen. Mit diesem Remis gehört er in der Live-Weltrangliste wieder zu den fünf Besten der Welt, da Nodirbek Abdusattorov durch seine Niederlage gegen Aydin Suleymanli beim Europapokal der Vereine Elo-Punkte verloren hat. Und da Oparin gegen Abhimanyu Mishra und Caruana gegen Jeffery Xiong in Runde 10 nur Remis spielten, trennt So nur noch ein halber Punkt vom Titelgewinn.

Nach der Runde - Wesley So im Gespräch mit Maurice Ashley

Weniger friedlich ging es in der Partie zwischen Shankland und Sevian zu. Beide spielten von Beginn an aggressiv auf Gewinn, und das führte zu einer sehr unterhaltsamen, wenn auch keineswegs fehlerfreien Partie voller versteckter taktischer Überraschungen.

Zwischenzüge, ruhige Züge, Opfer auf leeren Feldern, Mattmuster, das Ignorieren einer Drohung, Berechnung in der Verteidigung und die Methode des Vergleichens werden besprochen. Danach warten 50 interaktive Aufgaben zum Testen auf Sie.

Sam Shankland auf der Suche nach dem richtigen Zug | Foto: Lennart Ootes

Sam Shankland im Interview nach der Runde

Der zweite Sieg der Runde gelang Levon Aronian, der nach einem taktisch betonten Mittelspiel im Damenendspiel gegen Ray Robson gewann.

Aronian im Interview nach der Runde

Ergebnisse

Tabelle

Partien

Zwischenzüge, ruhige Züge, Opfer auf leeren Feldern, Mattmuster, das Ignorieren einer Drohung, Berechnung in der Verteidigung und die Methode des Vergleichens werden besprochen. Danach warten 50 interaktive Aufgaben zum Testen auf Sie.

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Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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