Der 16-jährige Andy Woodward gilt als eines der größten amerikanischen Schachtalente. Er wurde am 2. Mai 2010 in Frisco, Texas, geboren und wurde mit zwölf Jahren Internationaler Meister. Im Januar 2024 erfüllte er im Alter von 13 Jahren und acht Monaten seine letzte Großmeisternorm. Damit war Woodward damals der jüngste Großmeister der Welt.
2025 gewann Woodward die US-Jugendmeisterschaft, im Januar 2026 das Challengers-Turnier in Wijk aan Zee. Er geht noch zur Schule, wird aber seit der sechsten Klasse zu Hause unterrichtet, um mehr Zeit für Schach zu haben.
Wie viel Potenzial Woodward besitzt, zeigt auch sein Sieg gegen Caruana, immerhin die Nummer drei der Welt: Woodward überspielte seinen Gegner in einer strategisch komplexen Stellung mit geduldigem Positionsspiel.
Wie Woodward im Interview nach der Runde verriet, war dies sein erster Sieg gegen einen Spieler der absoluten Weltspitze: „Ich habe schon gegen einige Spieler mit einer Elozahl knapp über 2700 gewonnen, aber gegen Fabi war es mein erster Sieg.“
Übermütig scheinen ihn seine Erfolge jedoch nicht zu machen: „Natürlich bin ich sehr zufrieden damit, wie das Turnier bisher gelaufen ist. In einigen Partien hatte ich ziemlich viel Glück, aber ich glaube auch, dass ich ganz gut spiele. Hoffentlich geht es so weiter.“
Auch in den übrigen Partien der fünften Runde wurde hart gekämpft. Jeffery Xiong gewann mit Schwarz gegen Levon Aronian, Ray Robson besiegte Hans Niemann im Turmendspiel und Abhimanyu Mishra kam gegen Sam Sevian in einer langen Partie zu seinem ersten Sieg in diesem Turnier. Wesley So spielte mit Schwarz gegen Grigoriy Oparin remis, und auch Awonder Liang und Sam Shankland trennten sich unentschieden.
Ergebnisse
| Weiß |
Schwarz |
Ergebnis |
| Awonder Liang |
Sam Shankland |
½–½ |
| Levon Aronian |
Jeffery Xiong |
0–1 |
| Grigoriy Oparin |
Wesley So |
½–½ |
| Abhimanyu Mishra |
Sam Sevian |
1–0 |
| Ray Robson |
Hans Niemann |
1–0 |
| Andy Woodward |
Fabiano Caruana |
1–0 |
Stand nach der 5. Runde
| Spieler |
Punkte |
| Andy Woodward |
3,5 |
| Wesley So |
3,5 |
| Jeffery Xiong |
3,0 |
| Fabiano Caruana |
3,0 |
| Awonder Liang |
3,0 |
| Sam Shankland |
2,5 |
| Grigoriy Oparin |
2,5 |
| Abhimanyu Mishra |
2,5 |
| Ray Robson |
2,0 |
| Hans Niemann |
2,0 |
| Levon Aronian |
2,0 |
| Sam Sevian |
0,5 |
Partien
Das Benkö-Gambit ist auf allerhöchstem Niveau zurück – und es ist leicht zu erkennen, warum. Schwarz opfert einen Bauern, um am Damenflügel die Initiative zu ergreifen, und erhält so anhaltenden Druck, aktive Figuren und offene Linien, die Weiß das Leben
Im modernen Schach ist Aktivität zu einer der wertvollsten Ressourcen überhaupt geworden. Engines haben uns immer wieder gelehrt, dass aktives Figurenspiel, die Initiative und dynamischer Druck kleine materielle oder strukturelle Zugeständnisse mehr als ausgleichen können. Das Benkö-Gambit passt perfekt zu dieser Philosophie. Indem Schwarz früh einen Bauern hergibt, erhält er sofort genau das, wonach der moderne Spieler sucht: offene Linien, harmonische Entwicklung und unerbittlichen, langfristigen Druck auf Weiß' Damenflügel. Es ist eine echte Kampferöffnung, ideal für Spieler, die nicht in die ruhigen, langsamen Manövriergewässer abgleiten wollen, in die 1.d4 so oft führt, sondern stattdessen lieber die Initiative ergreifen und die Partie in scharfes, dynamisches und zweischneidiges Fahrwasser lenken.
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