US Championships, Runde 7: Wesley So in Führung

von Martina Gerdts
17.10.2026 – In der siebten Runde zog Wesley So an der Konkurrenz vorbei. Mit einem Sieg gegen Ray Robson erhielt So einen ganzen Punkt. während Hans Niemann Fabiano Caruana mit einem Remis aufhielt. Andy Woodward spielte Remis gegen Sam Sevian und Awonder Liang konnte seinen Platz an der Tabellenspitze durch eine Niederlage gegen Grigoriy Oparin nicht halten. Levon Aronian besiegte Sam Shankland und erzielte so einen wichtigen Punkt. | Foto: Lennart Ootes

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Von vier Spielern an der Tabellenspitze zu einem Spieler an der Tabellenspitze: Wesley So setzte sich gegen die Konkurrenz durch und besetzt mit fünf Punkten nach sieben Runden den ersten Platz mit einem halben Punkt Abstand auf Andy Woodward und Fabiano Caruana (je 4,5 Punkte). Durch die Niederlage gegen Wesley So befindet sich Ray Robson vor der Runde am Samstag auf dem vorletzten Platz mit 2,5 Punkten. Sam Sevian bildet momentan das Schlusslicht mit erst 1,5 Punkten aus 7 Partien. 

Begegnungen Runde 7

Robson gegen So: Ein Auf und Ab auf beiden Seiten

Die Partie zwischen Ray Robson und Wesley So hatte gute und schlechte Phasen für beide Spieler. In diesem Fall verlor derjenige, der den letzten Fehler begannen hatte. Ray Robson arbeitete sich zu Partiebeginn einen Raumvorteil heraus und stand mit Weiß gegen Tabellenführer Wesley So besser.

In dieser Stellung musste sich Weiß um den Springer auf d7 kümmern, den man eigentlich am liebsten dort stehenlassen würde. Da dies ohne Materialverlust nicht möglich war, entschied sich Robson für den Zug 32.Sxf8. Damit tauschte er den Springer ab, den er gerade auf die letzte Reihe zurückgedrängt hatte. 32.Sc5 funktioniert nicht, weil Schwarz auf d7 nimmt und danach auf d4 einen Bauern gewinnt. 32.Sxb6 nimmt den Druck von dem d-Bauern, wodurch der andere weiße Springer aktiviert werden kann und sorgt dafür, dass Schwarz mit dem Springer auf f8 zurückbleibt. 32.Sxb6 cxb6 33.Lf4 Sc4 Sd2 wäre beispielsweise eine spielbare Variante für Weiß gewesen.

Nach 32.Sxf8 Txf8 33.Sc5 Sc4 34.Lc3 passte das Timing für den weißen Läufer nicht, wodurch er passiver stand als in der alternativen Variante.  

35...Kg8 hätte den f-Bauern angegriffen ohne die Position des schwarzen Springers zu verschlechtern. Mit 35...Sd6 kam Wesley So seinem Gegenüber entgegen. 36. Sd7 hätte Schwarz die Möglichkeit genommen, den f-Bauern zusätzlich mit dem Turm anzugreifen. So hatte Glück, da 36.Te5 folgte und er darauf mit 36...Kg8 antworten konnte. 

Die Spieler wickelten die Partie in ein Endspiel mit gleichfarbigen Läufern ab, in dem Wesley So zwei verbundene Mehrbauern hatte, Robson aber mit seinem König dichter an den gegnerischen Bauern stand. 

Auch 78.Kf5 wäre noch besser als 78.Kg6 gewesen, weil der König so nicht hinter den Bauern steht, die er eigentlich aufhalten will. 

Technisch perfekt ausgestattet: mit Bildschirmen an den Brettern | Foto: Lennart Ootes

Wesley So hat bei ChessBase 2 Eröffnungs-DVD veröffentlicht: 1.b3, der so genannte Nimzowitsch-Larsen-Angriff, aus weißer Sicht und seine Geheimnisse im modernen Italienisch (mit c3 und d3) aus schwarzer Sicht.

Druck von Niemann reichte nicht aus

Hans Niemann entschied sich in der Partie gegen Fabiano Caruana für die Nimzoindische Verteidigung.

Im Mittelspiel übte Schwarz Druck auf die weiße Königsstellung aus und spielte gegen einen weißen Isolani auf c4. Weiß verteidigte sich aber solide gegen die Mattdrohung. 

Nach einem Damentausch hatten beide Seiten Schwächen in ihrer Bauernstruktur, gleichzeitig ließen sich diese aber auch nicht so einfach ausnutzen. Der Isolani auf c4 war damit nicht mehr der Rede wert.

Im Laufe der Partie kamen die Spieler in einem Turmendspiel an, in dem Schwarz einen entfernten Freibauern bildete. Schwarz hatte aber keine Chance, den Bauern von a2 nach a1 zu bekommen. Die Partie endete in einem Remis nach dreifacher Stellungswiederholung.

Nach der Olympiade wieder Konkurrenten: Caruana und Niemann | Foto: Crystal Fuller

Wird Wesley So den Vorsprung auf Fabiano Caruana halten könnten? | Foto: Crystal Fuller

Überraschung bei Grigoriy Oparin gegen Awonder Liang

In einer bereits schlechten Stellung übersah Awonder Liang die Mattdrohung von Grigoriy Oparin und spielte 26...Ld8. Es folgte 27.Lb7+ und Schwarz gab auf. 

Das Matt in 2 wollte sich Awonder Liang nicht mehr zeigen lassen: 27...Kh8 28.Txf8+ Sg6 29.Txg8#.

Oparin im Interview über seine Partie

Video: Saint Louis Chess Club

Spanisch ist eine der ältesten Eröffnungen überhaupt und genießt von Clubebene bis hin zur Weltspitze unvermindert hohe Popularität. In dieser DVD-Reihe präsentiert der amerikanische Super-GM Fabiano Caruana im Gespräch mit Oliver Reeh ein komplettes Repertoire.

Tabelle nach Runde 7

Durch den Sieg gegen Sam Shankland befindet sich Levon Aronian wieder im Mittelfeld der Tabelle. Vor der siebten Runde nahm er noch den vorletzten Platz ein, den er jetzt abgeben konnte.

Spieltermine

Runde 8 findet am Samstag ab 19 Uhr (deutscher Zeit) statt. Am Sonntag ist Ruhetag in Saint Louis und ab Montag (19.10.) findet das Turnier wieder täglich ab 19 Uhr statt. Am Mittwoch wird die letzte reguläre Runde ausgetragen und für Donnerstag (22.10.) sind Playoffs falls notwendig eingeplant. Danach folgt die Abschlusszeremonie.

Alle Partien - Open
Levon Aronian im Interview über seinen Sieg

Video: Saint Louis Chess Club

Dieser kompakte Kurs wurde speziell für die Turnier- und Onlinepraxis entwickelt. Statt Sie mit endlosen Varianten zu überfordern, konzentriert er sich auf die wichtigsten Zugfolgen, typische Pläne und wiederkehrende taktische Motive.
Andy Woodward vertraut seit Jahren auf 1.b3 und hat damit in Blitz- und Bulletpartien zahlreiche starke Meister und Großmeister bezwungen, die die versteckte Gefährlichkeit dieser Eröffnung unterschätzt haben. Was auf den ersten Blick harmlos wirkt, führt den Gegner oft in unbekannte Stellungen, taktische Fallen und unangenehme Mittelspiele.
Kostenloses Videobeispiel: Introduction
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Martina Gerdts studierte portugiesische und spanische Sprachwissenschaft und arbeitet heute als Sprachdozentin und schreibt über Schach und Sprachen. Einmal für ein Turnier in Paris mit Schach angefangen, ist sie heute als Spielerin aber auch durch ihr Engagement neben dem Brett und ihre schreibenden Aktivitäten im Schach aktiv.
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