Vereins Cup: Berlin verliert gegen Top Team Alkaloid

von André Schulz
20.10.2026 – Die Schachfreunde Berlin mussten sich gegen das Top Team Alkaloid am Ende geschlagen geben, holten aber wenigstens drei Remis. Auch die anderen Favoritenteams setzten sich durch. Im Frauen Cup sind noch Monaco und Bonnevoie ohne Punktverlust. Der Klub Kölner Schachfreunde gewann das Derby gegen Löberitz. | Foto: Der Bayegan Pendik Chess Sports Club gegen Sigil Fund Pardubice (Foto: ECU)

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Der European Club Cup ist der beliebteste europäische Mannschaftswettbewerb, wie die Teilnehmerzahl von 108 Teams im offenen Wettbewerb zeigt. Es gibt zwar eine theoretische Begrenzung auf fünf Mannschaften pro Verband, aber dieses Limit ist nicht unumstößlich und auf Antrag können auch mehr Teams teilnehmen. Traditionell werden die hochkarätigen ECU-Turniere gerne im Herbst in Ländern in Südosteuropa ausgetragen und die Veranstalter vor Ort, und die Verantwortlichen in der ECU auch, haben nichts dagegen, wenn die zu dieser Zeit nicht eben überfüllten Ferienanlagen und Hotels noch ein paar zahlende Gäste mehr beherbergen dürfen. 

In diesem Jahr ist der Club Cup erstmals das Vorspiel für einen weiteren Wettbewerb, die neue European Chess Super League. Acht Vereine sollen dort im kommenden Februar 2027 um 300.000 Euro Preisgeld (110.000 Euro für den Sieger) spielen, und zwar: die vier Bestplatzierten des Club Cups, die Mannschaft mit dem höchsten Eloschnitt, die am Ende nicht unter den besten Vier ist, eine Gastgeber-Mannschaft und zwei per Wildcard bestimmte Mannschaften. Die ECU versucht also eine Art Elite-Cup nur mit Profimannschaften zu etablieren. Noch ein Wettbewerb im ohnehin vollen Schachturnierkalender. Sponsor dieses Turniers ist die Super Foundation in Bukarest.

Für die Spitzenteams gibt es also noch einen zusätzlichen Anreiz einen der Topplätze zu erreichen. Viel Zeit ist aber nicht. In Nur sieben Runden nach Schweizer System muss alles entscheiden sein. Bei der Schacholympiade kann man auch mal eine Mannschaftsniederlage verschmerzen, hier eher nicht.

Foto: Gerd Densing

Der European Club Cup 2026 in Budva (Montenegro) begann am Samstag. Von den 108 teilnehmenden Mannschaften starteten 25 mit Doppelsiegen, darunter mit den Schachfreunden Berlin immerhin auch eines der sechs deutschen Teams. Der Deutsche Schachbund ist tatsächlich mit insgesamt sechs Mannschaften am Start, allerdings durchweg Amateurmannschaften. 

Von den Spitzenteams beeindruckten in den ersten drei Runden besonders Vugar Gashimov, Tuxera Aquaprofit Nagykanizsai und Alkaloid, die alle nicht ein einziges Remis an einem der Bretter wegschenkten. Bei Aquaprofti spielt an Brett zwei der elostärkste deutsche Teilnehmer, Matthias Blübaum.

Matthias Blübaum | Foto: Gerd Densing

Die SF Berlin wurden für ihren guten Start in Runde drei mit dem Duell gegen Alkaloid belohnt, einen der Top-Favoriten. Die Berliner waren letztlich ohne Chance, ergaben sich aber nicht ohne Widerstand und nahmen den Profis beim 1,5:4,5 immerhin drei Remis ab.

Foto: Gerd Densing

Am Nebentisch setzte sich Bayegan Pendik Chess Sports Club sehr klar gegen Sigil Fund Pardubice durch. Auch die übrigen Top-Teams kamen zu doppelten Punktgewinnen. Hier und da gab es an einzelnen Brettern aber auch einmal einen Favoritensturz. Richard Pert gewann im Kampf SuperChess Romania gegen Cheddleton Savills Caterling seine Partie gegen Jorden van Foreest. Der Punktgewinn kam für beide sehr überraschend. 

 Es war aber der einzige Punkt für Cheddleton.

Nodirbek Yakubboev | Foto: Gerd Densing

Novy Bors Nodirbek Yakubboev verlor auch überraschend gegen Alvar Alonso Rosell, was aber am Sieg seines Teams gegen   C.A Silla Integrant Col-lectius nichts änderte.

Am Spitzentisch hatte der Bayegan Pendik Chess Sports Club keine Mühe gegen Sigil Fund Pardubice.

Spitzenkämpfe

Team Team Erg. : Erg.
  Bayegan Pendik Chess Sports Club
  Sigil Fund Pardubice
5½ : ½
  Schachfreunde Berlin 1903
  Alkaloid
1½ : 4½
  MTK Budapest 1
  Elektroprivreda *)
1½ : 4½
  SuperChess Romania
  Cheddleton Savills Caterling
5 : 1
  C.A Silla Integrant Col-lectius
  Novy Bor Chess Club
2 : 4
  Tuxera Aquaprofit Nagykanizsai
  SK Rockaden team 1
4 : 2
  Ashdod chess club
  Marseille Echecs
4½ : 1½
  Buducnost
  Vugar Gashimov
1 : 5
  Rishon LeZion A
  TJ Slavia CAISSA Cadca
5 : 1
  SK Dunajska Streda
  Beer Sheva Chess Club
3 : 3
  Aix-en-Provence
  Pausa Chess Club
4 : 2
  SK K CERO INVEST Nitra
  Hillerod Skakklub
5½ : ½
  Koninklijke Wetterse Vrijpion
  Riehen
1½ : 4½
  Hukukcu Fenerbahçeliler Satranc Kulubu
  Rishon LeZion B
1 : 5
  UKEB Okulları Goztepe Spor Kulubu
  LSG
3½ : 2½

Stand nach drei Runden

Rg. Team  Wtg1 
1 Vugar Gashimov 6
2 Bayegan Pendik Chess Sports Club 6
Alkaloid 6
4 Tuxera Aquaprofit Nagykanizsai 6
5 SuperChess Romania 6
6 Aix-en-Provence 6
7 Rishon LeZion A 6
8 Ashdod chess club 6
9 Novy Bor Chess Club 6
10 SK K CERO INVEST Nitra 6
11 Elektroprivreda 6
12 Beer Sheva Chess Club 5
13 Riehen 5
14 Rishon LeZion B 5
15 SK Dunajska Streda 5
16 UKEB Okulları Goztepe Spor Kulubu 5
17 C.A Silla Integrant Col-lectius 4
18 SK Rockaden team 1 4
19 Marseille Echecs 4
20 Schachfreunde Berlin 1903 4

108 Teams

Partien

   

Frauen Cup

Im Frauen-Cup gab es nach den ersten beiden Spieltagen nur noch drei Teams mit der maximalen Punkteausbeute Sirmium Sremska Mitrovica, CE Gambit Bonnevoie und Cercle d'Echecs de Monte-Carlo. Und nur Mitrovica konnte auch alle Partien gewinnen. Einer der Mitfavoriten, Super Chess Romania gab am Sonntag gegen den Club Ajedrez Linares etwas überraschend einen Punkt ab. Dinara Wagner verlor ihre Partie gegen Michalina Rudzinska. Der Top-Favorit für den Turniersieg ist in jedem Jahr allerdings Cercle d'Echecs de Monte-Carlo, unter anderem mit Elisabeth Pähtz.

Einer von zwei deutschen Teilnehmern ist der Klub Kölner Schachfreunde dabei, mit Schachfreundinnen in diesem Fall. Die Freundinnen mussten in Runde eins gleich gegen Sirmium Sremska Mitrovica und verloren mit 0:4. In Runde zwei hielten sie sich aber am Team der Oslo Schakselskap in einem umkämpften Match schadlos und glichen die Bilanz aus. Das andere deutsche Team ist die SG Löberitz, die aber zu vier Fünfteln mit Lettinen spielt.

Löberitz startete mit einem Sieg gegen die „She Plays To Win Lionesses B“, die ihr Spielmotto nicht umsetzten konnten, unterlag aber dann dem stark besetzten Team von CE Gambit Bonnevoie. Für das A-Team ist Bodhana Sivanandan am ersten Brett am Start und holte 2 Punkte aus den ersten drei Runden.

Wie es der Auslosungsteufel so wollte, trafen die beiden deutschen Vertreter in Runde drei aufeinander. Der Klub Kölner Schachfreunde entscheid das Treffen für sich.

KKS gegen Löberitz | Foto: Gerd Densing

Bei nur 22 teilnehmenden Teams ist die Dynamik im Frauenturnier etwas anders. Schon in der dritten Runde gab es einige Spitzenspiele. Rekordsieger Cercle d'Echecs de Monte-Carlo traf auf den Tabellenführer Sirmium Sremska Mitrovica. Der Sieg ging Monte-Carlo. Elisabeth Pähtz war mit einem vollen Punkt beteiligt.

In insgesamt 6 Kapiteln untersuchen wir folgende Aspekte: die richtige Entscheidung anhand taktischer Faktoren, Entscheidungen beim Abtausch & Schlagzügen, komplexe & psychologische Entscheidungen in längeren Partien und bei der Verteidigung.

Ein weiteres Spitzenspiel fand zwischen SuperChess Romania und CE Gambit Bonnevoie statt. Hier war Bonnevoie erfolgreich.

In einigen Teams sind auch sehr junge Schachspieler schon auf Punktejagd und sammeln erste Erfahrungen bei internationalen Schachturnieren.

Foto: Gerd Densing

Ergebnisse

3. Runde am 19.10.2026 um 14:00
Nr. Team Team Erg. : Erg.
1
  Cercle d'Echecs de Monte-Carlo
  Sirmium Sremska Mitrovica
2½ : 1½
2
  SuperChess Romania
  CE Gambit Bonnevoie
1 : 3
3
  Crvena Zvezda
  Club Ajedrez Linares
2 : 2
4
  Zenski sahovski klub NAPREDAK Zenica
  Odlar Yurdu
1 : 3
5
  Gambit ASEE
  She Plays To Win Lionesses A
2 : 2
6
  SG 1871 Loeberitz
  Klub Kolner Schachfreunde
1½ : 2½
7
  Gostivar
  GASCO Pardubice
1½ : 2½
8
  Davit Jojua's chess club
  Wasa SK
3½ : ½
9
  Klaipeda
  Velikova Chess Club
½ : 3½
10
  SK Radnicki
  Accademia Scacchistica Romana
3½ : ½
11
  She Plays To Win Lionesses B
  Oslo Schakselskap
2 : 2

Stand nach drei Runden

g. Snr Team Anz   +    =    -   Wtg1   Wtg2   Wtg3   Wtg4   Wtg5 
1 4
CE Gambit Bonnevoie 3 3 0 0 6 23 10 21 30
2 1
Cercle d'Echecs de Monte-Carlo 3 3 0 0 6 22 9 22 32,5
3 2
Sirmium Sremska Mitrovica 3 2 0 1 4 25 8 21,5 32,5
4 7
Crvena Zvezda 3 1 2 0 4 22 7,5 22 30
5 5
Odlar Yurdu 3 2 0 1 4 15 8 18,5 19
6 8
Club Ajedrez Linares 3 1 2 0 4 14 7,5 18,5 17,5
7 18
Velikova Chess Club 3 1 2 0 4 14 7,5 17 17,5
8 10
GASCO Pardubice 3 2 0 1 4 7 7 12 7
9 15
Davit Jojua's chess club 3 2 0 1 4 6,5 8 13 6,5
10 13
Klub Kolner Schachfreunde 3 2 0 1 4 5 5 18 7,5
11 3
SuperChess Romania 3 1 1 1 3 14 7 21,5 22
12 6
Gambit ASEE 3 1 1 1 3 12 7,5 18 20
13 11
Zenski sahovski klub NAPREDAK Zenica 3 1 1 1 3 12 7 18 16
14 12
She Plays To Win Lionesses A 3 1 1 1 3 9 6 20,5 16
15 9
SG 1871 Loeberitz 3 1 0 2 2 9 6 18,5 13
16 14
Gostivar 3 1 0 2 2 6 4 17,5 8,5
17 17
SK Radnicki 3 1 0 2 2 1,5 4 14 1,5
18 19
Oslo Schakselskap 3 0 1 2 1 8 4 16 10
19 20
She Plays To Win Lionesses B 3 0 1 2 1 3 3,5 14 5
20 16
Wasa SK 3 0 1 2 1 2 2,5 18,5 4
21 22
Klaipeda 3 0 1 2 1 2 2,5 17 4
22 21
Accademia Scacchistica Romana 3 0 0 3 0 0 0,5 19 1

Partien

Links

André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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