Schulschach-WM in Stellenbosch: Dritter Tag stellt die Führenden auf die Probe

von ChessBase
10.07.2026 – Nach sechs Runden der afrikanischen Kontinentalrunde bei der FIDE ISCF Schulmannschaften-Weltmeisterschaft in Stellenbosch teilen sich die Sr. Miriam Duggan Primary School aus Uganda und die Moi Nyeri Complex Primary School aus Kenia mit jeweils 10 Punkten die Führung. Fünf Teams liegen vor dem Finaltag zwei Punkte zurück. Am dritten Tag standen außerdem der ugandische Nationalspieler Ronald Wabwire und das Mädchenteam aus Simbabwe im Fokus, begleitet von Workshops und Aktivitäten. | Foto: ISCF

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Von Charlize van Zyl / FIDE

Am dritten Tag der afrikanischen Kontinentalphase der FIDE ISCF Weltmeisterschaft der Schulmannschaften 2026 fanden im Coetzenburg Center die fünfte und sechste Runde statt. Damit ging das Turnier in seine entscheidende Phase, da nur noch zwei Runden ausstehen, war jedes Spiel von besonderer Bedeutung. Die führenden Teams wollten ihre Positionen verteidigen, während die Verfolger noch die Chance hatten, im Titelrennen und um die Qualifikationsplätze mitzumischen.

Den Teilnehmern der Meisterschaft wird ein breit gefächertels Begleitprogramm gebot. Ermöglicht wird dies durch die Freedom Holding Corp., den Hauptsponsor der afrikanischen Kontinentalmeisterschaft und Generalpartner des Internationalen Schulschachverbands, der den hochkarätigen Wettkampf durch Angebote in den Bereichen Bildung, persönliche Weiterentwicklung und Vernetzung der junge Spielern abrundet.

Runde 5 und 6

FIDE ISCF World Schools Team Chess Championship 2026

In der fünften Runde wurde das Feld an der Spitze enger, Kenia und Uganda konnten beide wichtige Siege erringen. Die kenianische Moi Nyeri Complex Primary School erzielte das stärkste Ergebnis unter den führenden Teams und besiegte das Lycée Privé Hibiscus aus Madagaskar mit 3,5:0,5.

Die ugandische Sr. Miriam Duggan Primary School hielt mit einem 3:1-Sieg gegen die simbabwische Budiriro 4 Primary School ebenfalls mit. Da Kenia und Uganda nun beide neun Matchpunkte aufweisen, sollte die Nachmittagsrunde eine entscheidende Rolle um den Turniersieg spielen.

In der sechsten Runde trennte sich Angolas Instituto Industrial mit einem 2:2-Remis von Uganda. Die größte Überraschung des Tages gab es am ersten Brett, wo der ungesetzte Melquesideque Paulo Ronald Wabwire, den höchstplatzierten Spieler des Feldes, besiegte. Manuel Carlos steuerte einen weiteren Sieg für Angola gegen den 1727-Elo-Spieler Trevor Tumukunde bei, bevor Daniel Odokonyero und WCM Juliet Asaba den Matchball für die topgesetzten Spieler abwehrten.

FIDE ISCF World Schools Team Chess Championship 2026

Kenia erging es nicht besser: AFM Wolf van der Merwe aus Welgemoed besiegte Davidson Waweru am ersten Brett, und obwohl Trevor Waweru und Irwin Ndegwa an den mittleren Brettern ihre Partien gewannen, glich Adiaan Vlok die Partie am vierten Brett zum 2:2 aus.

Am letzten Spieltag führen Uganda und Kenia mit jeweils zehn Matchpunkten, dicht gefolgt von fünf Teams: Madagaskar, Angola, Welgemoed, Holy Cross und Namibia mit jeweils acht Punkten. Bei noch zwei ausstehenden Runden ist noch nichts entschieden.

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Spieler im Fokus: Ronald Wabwire

Der gerade einmal zwölfjährige Ronald Wabwire aus Uganda gilt bereits als eines der größten Schachtalente seines Landes. Mit einer Wertungszahl von 2174 und als höchstplatzierter Spieler der Sr. Miriam Duggan Primary School ging er als Erstrundenspieler in die Meisterschaft.

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Zu Wabwires Erfolgen zählt der Gewinn des U12-Titels bei der Afrikanischen Jugend-Schachmeisterschaft 2026 mit 8 Punkten. Im Alter von neun Jahren erzielte er zudem die perfekte Punktzahl von 7/7 und gewann damit die Jumuiya Africa Mashariki Schachmeisterschaft 2023.

Wabwires stärkster Eindruck der Woche hat aber nichts mit Wertungszahlen oder Ergebnissen zu tun – auf seine Erfahrungen in Stellenbosch angesprochen, fasste er sie in einem Satz zusammen: „Das ist die beste Veranstaltung, die ich je besucht habe.“

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Team im Fokus: Simbabwe

Am anderen Ende der Startliste findet sich eine der schönsten Geschichten des Turniers. Die Sengwa Primary School aus dem ländlichen Gokwe in der simbabwischen Provinz Midlands reiste als 29. gesetztes Team und als einziges reines Mädchenteam nach Stellenbosch: die Siebtklässlerinnen Vimbai Bhamu, Makanaka Chirefu und Rebecca Siposo sowie die Fünftklässlerin Dorcas Gwariro. Für einige von ihnen war der Flug nach Kapstadt der erste Flug überhaupt, ja sogar der erste Besuch auf einem Flughafen. „Ich habe immer wieder andere Kinder mit Medaillen gesehen, die abreisten und zurückkamen, und da dachte ich mir, ich sollte es auch mal versuchen“, sagte Siposo vor ihrer Abreise dem „Zimbabwe Herald“.

Ihre Reise hat eine besondere Bedeutung für ihre Heimat. Wenige Tage vor der Abreise des Teams wurde Simbabwes First Lady, Dr. Auxillia Mnangagwa, deren Unterstützung zusammen mit dem ISCF die Teilnahme des Teams an diesem Turnier ermöglichte, zur Schirmherrin der Junioren des simbabwischen Schachverbands ernannt. „Wir haben der First Lady versprochen, anderen Nationen zu zeigen, dass Mädchen es schaffen können. Es beginnt in Simbabwe und breitet sich aus“, sagte Verbandspräsident Todd Mapingire. Die Mädchen haben dieses Versprechen ernst genommen: Unbeeindruckt von der Setzliste konnten sie diese Woche bereits einige Spiele gewinnen, darunter einen 3:1-Sieg gegen die Bwaila Secondary School aus Malawi in der fünften Runde.

Chirefu, die erst 2024 mit dem Schachspielen begann, brachte es am besten auf den Punkt: „Schach hat mir geholfen, meine Mathematikfähigkeiten zu verbessern, weil es meine Problemlösungsfindung gestärkt hat. Wenn ich zurückkomme, möchte ich anderen Kindern Schach beibringen.“

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Rahmenprogramm: Champions machen

Während das Turnier an den Brettern weiterging, kehrte das Bildungsprogramm in das Hörsaalgebäude der Universität Stellenbosch zurück.

Dr. Denise Bouah hielt einen Vortrag mit dem Titel „Champions fördern“ und setzte damit den Schwerpunkt der Meisterschaft auf die Entwicklung junger Spieler jenseits ihrer sportlichen Leistungen fort. Das Programm bot die ganze Woche über Raum für Gespräche über Förderung, Entwicklung und die Rolle von Eltern, Trainern und der Gemeinschaft bei der Unterstützung von Kindern.

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Schach überwindet Barrieren

Der letzte Workshop des Tages mit dem Titel „Barrieren überwinden: Stereotypen durch Schach herausfordern“ fand in Zusammenarbeit mit Teach The Nation statt und brachte Spieler, Eltern, Trainer, Kapitäne und Unterstützer in der Spielhalle zusammen.

In interaktiven Übungen und Diskussionen erkundeten die Teilnehmenden, wie Erfahrungen am Schachbrett die persönliche Entwicklung über das Spiel hinaus fördern können. Die Veranstaltung befasste sich mit dem Hinterfragen von Stereotypen, dem Aufbau von Selbstvertrauen und Resilienz sowie der Stärkung der Kommunikation zwischen jungen Spielern und ihren Eltern und Trainern.

Die Teilnehmer reflektierten auch über die Bedeutung von Teamarbeit und gegenseitiger Unterstützung sowie über die Charakterbildung durch Siege und Niederlagen. Der Workshop ermutigte die Anwesenden, Schach nicht nur als Wettkampf, sondern auch als Möglichkeit zu sehen, stärkere Beziehungen, bedeutungsvolle Verbindungen und Fähigkeiten aufzubauen, die im Alltag von Nutzen sind.

FIDE ISCF World Schools Team Chess Championship 2026

Abseits des offiziellen Programms füllten sich die Aktivitätsräume erneut mit Spielern, die sich nach zwei anstrengenden Runden entspannen wollten. In zwei Aktivitätsräumen fanden Spiele und ein Handwerkskurs statt. 

Während der sechs Wettkampfrunden sind diese Gemeinschaftsräume zu einem wichtigen Bestandteil des Meisterschaftserlebnisses geworden. Sie bieten den Spielern die Möglichkeit, Gegner aus anderen Ländern kennenzulernen, Zeit mit ihren Teamkollegen zu verbringen und das Event ohne Zeitdruck zu genießen.

Nur noch zwei Runden stehen auf der afrikanischen Kontinentalebene aus. In den Runden sieben und acht werden die Champions und die Teams ermittelt, die sich für das große Finale im Dezember qualifizieren. Da die Spitzenplätze noch in der Reichweite mehrerer Teams sind, verspricht das Turnier in Stellenbosch einen spannenden Finaltag.

Fotos: ISCF


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