31.03.2026 – Verpasste Chancen prägten auch die zweite Runde des Frauen-Kandidatenturniers, in der alle vier Partien erneut remis endeten. Zhu Jiner erspielte sich gegen Kateryna Lagno eine deutlich überlegene Stellung, konnte diese aber nicht nutzen, sodass ein Dauerschach die Partie für Lagno rettete. Im rein indischen Duell verspielte Divya Deshmukh (im Bild) ebenfalls einen Vorteil, nachdem sie eine taktische Möglichkeit von Vaishali Rameshbabu übersehen hatte. | Foto: FIDE / Yoav Nis
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Immer noch keine Siegerin
Auch die zweite Runde des Frauen-Kandidatenturniers endete mit vier Remis. Trotz fehlender Entscheidungen war das Spiel alles andere als ereignislos: Zwei Spielerinnen erreichten klar überlegene Stellungen, konnten diese aber nicht nutzen.
Damit setzte sich ein Trend fort, der sich bereits zu Beginn des Turniers abzeichnete, als Zhu Jiner und Aleksandra Goryachkina wichtige Chancen vergaben. Erneut konnte Zhu eine vorteilhafte Position nicht nutzen, diesmal gegen Kateryna Lagno, während Divya Deshmukh ihren Vorteil gegen Vaishali Rameshbabu durch einen taktischen Fehler aus der Hand gab.
Die beiden verbleibenden Partien verliefen eher ereignislos und endeten nach 32 bzw. 41 Zügen, sodass sich an der Rangliste nichts änderte.
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Die Partie zwischen Anna Muzychuk und Tan Zhongyi endete nach 32 Zügen durch Dauerschach remis. | Foto: FIDE / Michal Walusza
Interview mit Anna Muzychuk:
Auch Goryachkina und Assaubayeva ohne große Aufregung
Im klassischen Schach konnte Assaubayeva bislang noch nicht gegen Goryachkina gewinnen.
Wenige Minuten später sicherte sich Aleksandra Goryachkina mit den schwarzen Steinen gegen Bibisara Assaubayeva ihr zweites Remis des Turniers und verbesserte damit ein Abspiel einer kürzlich stattgefundenen Partie zwischen Arjun Erigaisi und Shamsiddin Vokhidov, die mit einem Sieg für Erigaisi geendet hatte. Die gut vorbereitete Goryachkina wählte in einem komplexen Mittelspiel eine sichere Fortsetzung und erzielte so ein solides Ergebnis.
Lagno kommt mit blauem Auge davon
Beim Kandidatinnenturnier kam es zum ersten Remis zwischen den beiden Gegnerinnen.
In der Partie zwischen Lagno und Zhu begannen die Spieler schon früh, viel Zeit zu investieren und dachten bereits ab dem 11. Zug intensiv über die Zugreihenfolge nach. Kurz darauf, im 12. Zug, unterlief Lagno der erste Fehler, wodurch Zhu die Initiative ergreifen konnte.
Die chinesische Großmeisterin baute ihren Vorteil im Mittelspiel kontinuierlich aus und erreichte eine Stellung mit realistischen Gewinnchancen. Bereits nach 27 Zügen hatten beide Spielerinnen weniger als drei Minuten auf der Uhr, und zu diesem Zeitpunkt war die Stellung von Schwarz deutlich überlegen.
Zhu patzte jedoch zweimal in der entscheidenden Phase. Diese Ungenauigkeiten erwiesen sich als kostspielig. Lagno konnte sich retten, indem sie ihren Turm opferte und so ein Dauerschach erzwang – eine Idee, die ihr nach Zhus erstem Fehler zunächst entgangen war, die sie aber unter Druck später doch noch entdeckte.
Das Spiel endete somit unentschieden, was für Zhu die zweite große verpasste Chance und für Lagno eine zweite knappe Rettung bedeutete, nachdem sie in ihrem vorherigen Spiel gegen Goryachkina ebenfalls in einer aussichtslosen Lage gewesen war.
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Divya Deshmukh verpasste den dritten Sieg im Duell der beiden starken indischen Spielerinnen.
Das rein indische Duell zwischen Deshmukh und Vaishali verlief eher strategisch. Die Eröffnung war von einer relativ statischen Bauernstruktur geprägt, die sorgfältiges Manövrieren statt sofortiger taktischer Entscheidungen erforderte. Beide Spielerinnen widmeten sich ausführlich den Feinheiten der Stellung und gerieten bereits nach 24 Zügen unter Zeitdruck.
In den darauf folgenden Komplikationen unterlief Vaishali als Erste ein Fehler, als sie mit 34...Se4? patzte und Deshmukh damit eine klare Gelegenheit gab, die Kontrolle zu übernehmen.
Deshmukh fand zunächst den richtigen Weg, patzte aber im 37. Zug durch die falsche Wahl des Damenzugs. Dies ermöglichte Vaishali, mit einer präzisen und einfallsreichen Verteidigungssequenz, die durch ein temporäres Damenopfer auf h3 ihren Höhepunkt fand, zu entkommen.
In diesem Videokurs dreht sich alles um das Thema Entwicklungsvorsprun: Wie entsteht ein Entwicklungsvorsprung und wie kann man ihn verwerten? Wie kann man den gegnerischen Entwicklungsvorsprung neutralisieren?
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Carlos ColodroCarlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
30.03.2026 – Die direkten Begegnungen der Kandidaten in der Vergangenheit liefern wertvolle Informationen für die jeweils bevorstehende Partie. Basierend auf Daten der Mega-Datenbank 2026 liefern die Statistiken vergangener Begegnungen Anhaltspunkte für Trends und bevorzugte Gegner. Obwohl diese Zahlen nicht ausschlaggebend sind, bieten sie eine zusätzliche Perspektive auf die anstehenden Duelle. Vielleicht sind es wichtige Details auf dem Weg, sich den Platz zu erobern, der zum Kampf um die Weltmeisterschaft berechtigt.
30.03.2026 – Die Kandidatenturniere wurden mit einem feierlichen Abend eröffnet, der offizielle Ansprachen, Spielervorstellungen und kulturelle Darbietungen umfasste und den Rahmen für die bevorstehenden Wettbewerbe bildete. An der Veranstaltung nahmen alle 16 Teilnehmer der offenen und der Damen-Kategorie sowie Offizielle und Gäste teil. Nach der Eröffnungszeremonie richtete sie die Aufmerksamkeit auf den gestrigen Turnierbeginn. | Foto: FIDE / Michal Walusza
Die Aljechin-Verteidigung ist ein eher seltener Gast im Turnierschach, vielleicht zu Unrecht. Die Praxis zeigt nämlich, dass Schwarz gegen die Hauptvarianten ganz gut gewappnet ist. Hier setzt das Autorenduo Luther/Jordan an und schlägt nach den Anfangszügen 1.e4 Sf6 2. e5 Sd5 3. d4 d6 eine giftige Antwort vor: 4.Lc4. Damit vermeidet Weiß die theoretisch zum Teil tiefe analysierten Hauptabspiele und versucht eine gesunde Stellung mit Angriffschancen zu erhalten. Die beiden Autoren setzen sich in ihrer Präsentation mit den Antworten …Sb6, …dxe5, …c6 und …e6 auseinander und zeigen auf, wie der Anziehende jeweils auf Vorteil spielen und den Gegner mit „giftigen“ Zügen unter Druck zu setzen kann. Ein für die Praxis leicht zu erlernendes Angriffsrepertoire für den Weißspieler!
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Nach 1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Dxd4 Sc6 5.Lb5 Ld7 6.Dd3 umgeht Weiß die Hauptvarianten und lenkt die Partie in weniger erforschte, strategisch gehaltvolle Stellungen.
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