Wer nach dem Rückzug der Schachfreunde Deizisau aus der Schachbundesliga unkte, dass er sich einen Wechsel der beiden Topspieler zum Vizemeister der Saison 2025/26 vorstellen könne, erhält die Bestätigung. Auf der Vereinshomepage gab die OSG Baden-Baden folgendes bekannt:
„Die Schachgroßmeister Matthias Blübaum und Dmitrij Kollars, Stammspieler der deutschen Schach-Nationalmannschaft, wechseln in der kommenden Bundesligasaison zum Rekordmeister und aktuellen Vizemeister, OSG Baden-Baden. Der zweifache Einzel-Europameister und Teilnehmer des kürzlich beendeten Weltmeisterschaftskandidatenturniers, Matthias Blübaum sowie Großmeister-Kollege Dmitrij Kollars werden das OSG-Bundesligateam nicht nur in der Leistungsspitze verstärken, sondern verbreitern das personelle Fundament des Vereins insgesamt, da beide eine verlässliche Einsatzbereitschaft signalisiert haben. Davon und von ihren soliden Leistungen an den ersten beiden Brettern konnte bereits ihr bisheriger Verein, die Schachfreunde Deizisau, profitieren.
Deizisau, seit Jahren im vorderen Drittel der Tabelle angesiedelt, hat sich aus der Schachbundesliga zurückgezogen, was OSG-Vorsitzender Patrick Bittner nach eigenen Worten „sehr bedauert“, gleichwohl freut er sich über die beiden Neuzugänge und heißt sie im Namen der OSG Baden-Baden herzlich willkommen.“
Eine Lösung von der sicher beide Seiten enorm profitieren werden: Die beiden Nationalspieler wechseln in ein Topteam mit Titelambitionen und der neue Verein kann sich nicht nur über spielstarkes neues Personal freuen, sondern vor allem auch über zuverlässige Stammspieler. In der vergangenen Saison absolvierte Kollars alle Partien, Blübaum (links bei der Bundesliga-Endrunde in Berlin. | Foto: Stefan Liebig) setzte nur kurz vor dem Kandidatenturnier zwei Spieltage aus. Die deutsche Nummer 2 war sogar kurz nach dem Kandidatenturnier schon wieder am Brett.
Für Baden-Baden sicher ein wichtiger Faktor in punkto Planungssicherheit, verlor man doch in der vergangenen Saison mehrere Mannschaftspunkte aufgrund von Aufstellungsproblemen. Zwei Mannschaftskämpfe mussten gar mit sieben Spielern angetreten werden. Das ging in Runde 3 gegen Deggendorf (4,5:3,5) gerade noch gut, kostet aber in der Runde darauf beim Unentschieden gegen Bayern München einen wichtigen Punkt. Dieser sollte sich im Meisterschaftskampf bereits als vorentscheidend herausstellen. Mit Alireza Firouzja, Anish Giri und Levon Aronian kamen drei prominente Spitzenspieler überhaupt nicht zum Einsatz. Auch Vincent Keymer spielte lediglich vier Partien.
Neue Herausforderung: Dmitrij Kollars spielt beim Titelaspiranten OSG Baden-Baden – hier im Interview für den Podcast Bluhmecke bei der Endrunde in Berlin. | Foto: Carolin Köpp