Bukarest: Keymer spielt nicht, aber vergrößert seinen Vorsprung

von Carlos Colodro
21.05.2026 – Vincent Keymer gelang in der sechsten Runde des Super Chess Classic Romania ein ungewöhnliches Kunststück: Er machte keinen einzigen Zug, aber baute seine Tabellenführung dennoch um einen halben Punkt aus. Keymer sollte in Runde 6 gegen Alireza Firouzja spielen, aber der hatte sich wegen einer Knöchelverletzung aus dem Turnier zurückgezogen, und so gewann Keymer kampflos. Die vier anderen Partien der Runde endeten alle mit Remis. Damit liegt Keymer nach 6 von 9 Runden mit 4,5 aus 6 alleine in Führung, mit einem Punkt Rückstand folgen vier Spieler mit je 3,5 aus 6. Zu dieser Gruppe gehört auch Fabiano Caruana, der ebenfalls über gesundheitliche Probleme geklagt hat. | Foto: Lennart Ootes

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Caruana, der mit Weiß gegen Javokhir Sindarov nach 34 Zügen Remis gemacht hat, verriet im Interview nach der Partie, dass auch er während des Turniers gesundheitlich angeschlagen gewesen sei. Die ersten Symptome habe er in der Partie der dritten Runde gegen Wesley So gespürt. Seitdem habe er zeitweise bis zu 14 Stunden täglich im Bett verbracht, mitunter bei sehr hohem Fieber. Inzwischen fühle er sich wieder deutlich besser, sagte Caruana, auch wenn er noch müde sei.

Caruana im Interview mit Cristian Chirila

Caruana kam mit Weiß gegen Sindarov in einem Italiener zu einem kleinen Vorteil, aber realistische Gewinnchancen bot die Stellung nicht.

In der rein niederländischen Begegnung zwischen Van Foreest und Giri gab es zwar einige hübsche taktische Motive, doch ernsthaft gefährdet war das Gleichgewicht nie, und so endete auch diese Partie friedlich.

Die Partie zwischen Bogdan-Daniel Deac und Praggnanandhaa dauerte zwar 68 Züge, aber verlief unspektakulär. In einem Holländer übernahm Praggnanandhaa mit Schwarz zeitweise die Initiative, doch Deac verteidigte sich präzise und kam zu einem Remis.

Praggnanandhaa Rameshbabu

Praggnanandhaa Rameshbabu | Foto: Lennart Ootes

Auch die Partie zwischen Wesley So und Maxime Vachier-Lagrave endete mit Remis, allerdings nach viel Aufregung und erst im Endspiel. So kam in einem Sizilianer besser aus der Eröffnung heraus und konnte sich später einen starken Freibauern auf der a-Linie verschaffen.

Doch in dieser kritischen Situation bewies Vachier-Lagrave seine Zähigkeit und Erfahrung. Er konnte in ein Turmendspiel abwickeln, in dem Weiß zwar einen Bauern mehr hatte, aber das nicht zu gewinnen war. Auch dann nicht, als So später noch einen zweiten Bauern gewann. Manchmal, so scheint es, sind Turmendspiele tatsächlich „immer remis“, wie ein bekanntes Bonmot behauptet.

Schwer zu glauben, aber die Stellung ist remis. Weiß hat zwar zwei Bauern mehr und einen Freibauern auf der c-Linie, aber er kommt nicht weiter, weil Schwarz immer Schachs von hinten oder von der Seite geben kann. Den g-Bauern sollte Schwarz allerdings nicht nehmen, weil Weiß dann mit Tg8+ sofort gewinnt.

Maxime Vachier-Lagrave

Maxime Vachier-Lagrave | Foto: Lennart Ootes

Ergebnisse

Bo. Rtg White Result Black Rtg
1 2759
GM Keymer, Vincent + - - GM Firouzja, Alireza
2759
2 2754
GM So, Wesley ½ - ½ GM Vachier-Lagrave, Maxime
2717
3 2735
GM Van Foreest, Jorden ½ - ½ GM Giri, Anish
2767
4 2788
GM Caruana, Fabiano ½ - ½ GM Sindarov, Javokhir
2776
5 2650
GM Deac, Bogdan-Daniel ½ - ½ GM Praggnanandhaa, R
2733

Tabelle

Rk. Name Pts.  TB1 
1 Keymer, Vincent 4,5 0
2 Van Foreest, Jorden 3,5 0
Praggnanandhaa, R 3,5 0
Giri, Anish 3,5 0
Caruana, Fabiano 3,5 0
6 So, Wesley 3 0
Vachier-Lagrave, Maxime 3 0
8 Sindarov, Javokhir 2,5 0
9 Deac, Bogdan-Daniel 2 0
10 Firouzja, Alireza 1 0

Partien

Links


Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
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