Bundesligabilanz: Duda und Amin sammeln eine Menge Elo-Punkte

von Stefan Liebig
30.04.2026 – Auch in der gerade in Berlin mit der Zentralen Endrunde beendeten Saison der Schachbundesliga gab es viele überzeugende Einzelergebnisse. Dank der Performancezahl sind die Ergebnisse an verschiedenen Brettern mit unterschiedlicher Partienzahl und Punktausbeute einigermaßen vergleichbar. Unten finden Sie eine Übersicht über die besten Einzelspieler, die auf mindestens sieben Einsätze zum Einsatz gekommen sind – ergänzt um ein paar prominente Spieler mit weniger Einsätzen. | Fotos: Nils Rohde, Carolin Köpp, Stefan Liebig

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Bassem Amin immer erfolgreich dabei

Bassem Amin sammelte in der vergangenen Saison die meisten Punkte in der Schachbundesliga. An Brett 11 für den neuen deutschen Meister SC Viernheim gemeldet, sammelte der ägyptische Großmeister 11,5 Punkte und war bei allen 15 Partien dabei. Die ersten sieben Partien gewann Amin. Nur Dennis Wagner spielte ebenfalls alle Runden mit – er holte am Brett hinter Amin aber zwei Punkte weniger. Während dies für den Deutschen ein Minus von 7 Elo-Punkten bedeutet, gewann Amin dank einer Performance von 2707 13 Punkte hinzu.

Die ChessBase-Mitarbeiter Nils Rohde (l.) und Arne Kähler (m.) interviewen den Topscorer Bassem Amin. | Foto: Carolin Köpp

Tatsächlich gibt es aber im Viernheimer Team noch fünf Spieler mit einer höheren Performance: Jan-Krzysztof Duda (6 aus 8, Performance 2830 an Brett 1 – siehe Titelfoto von Nils Rohde: Duda beim Grenke Open 2026 gegen seinen Mannschaftskollegen Alexey Sarana), Jorden Van Foreest (6,5 aus 9, 2742 an Brett 2 bis 5), Shakhriyar Mamedyarov (7 aus 11, 2725 an Brett 1 und 2) und Alexey Sarana (9,5 aus 13, 2717 an Brett 3 bis 6) sowie David Anton Guijarro, der allerdings nur vier Einsätze an Brett 5 hatte, seine drei Punkte bedeuten eine Performance von 2711.

Insgesamt schafften 19 Spieler das Kunststück, bei allen Runden am Brett zu sein. Ein 13-Punkte-Plus schaffte dabei auch Andrei Volokitin. Der Wolfhagener erzielte mit 8,5 Punkten zwar drei Punkte weniger als Amin, erspielte sich den positiven Score dafür aber am Spitzenbrett. Das Dauerbrennerduo Amin/Wagner war stets zwischen den Brettern 5 und 8 zu finden. Dies gilt auch für Volokitins Teamkameraden Volodymyr Onyshchuk, der 10 aus 15 holte und sich um 8 Punkte verbesserte.

Dmitrij Kollars im Interview mit Katharina Reinecke (m.) und Sonja Bluhm vom Podcast „Bluhmecke“. | Foto: Carolin Köpp

Im ersten Teil der Videoreihe werden wir uns mit 6. Lg5, 6. Le3, 6. Le2 und 6. Lc4 die vier Hauptzüge von Weiß anschauen.

Bilanz aus deutscher Sicht

Aus deutscher Sicht gab es sechs weitere absolut zuverlässige Spieler: Alexander Donchenko (Baden-Baden/10 aus 15/+-0), Rasmus Svane (HSK/9/+12), Dmitrij Kollars (Deizisau/8/-3), Leonardo Costa (MSA/6,5/+5), Martin Krämer (6/-9) und Lukas Winterberg (beide Heimbach-Weis-Neuwied/4,5/-19). Svanes Teamkollege Luis Engel fehlte zwar zweimal erspielte sich mit einer Performance von 2704 an den Brettern 3 bis 5 aber ein sattes Plus von 22 Punkten. 

Dmitrij Kollars und Matthias Blübaum am Samstag vor Partiebeginn. | Foto: Stefan Liebig

Deutschlands Teilnehmer am Kandidatenturnier, Matthias Blübaum, war ebenfalls fast immer dabei. Dass er in den Runden 9 und 10 wegen des Kampfes um die WM-Qualifikation auf Zypern aussetzte, war durchaus nachvollziehbar. Seine Remisquote war bei beiden Turnieren ähnlich doch mit einem Sieg in Runde 11 gegen Aleksandar Indjic konnte er die Auftaktniederlage gegen Haik Matirosyan wett machen und kam auf 50 Prozent. Obwohl am Spitzenbrett eingesetzt, kostete ihn dies 4 Elo-Punkte.

Deutschlands Nummer 1 spielte in dieser Saison nur an den beiden ersten und den beiden letzten Spieltagen. Vincent Keymer (rechts, Foto: Carolin Köpp) hatte ansonsten stets andere Verpflichtungen. An der Endrunde in Berlin nahm er ab Samstag teil, nachdem er am Freitag aus dem Chess.com-Turnier ausgeschieden war. Seine vier Unentschieden in der Bundesliga kosten ihn 5 Elo-Punkte. Da in seinem Team noch mehr Topspieler unabkömmlich waren, spielte der an 7 gesetzte deutsche Weltklassespieler dennoch an den Brettern 1 und 2. Mit Alireza Firouzja, Anish Giri und Levon Aronian kamen etwa die Bretter 2, 3 und 5 gar nicht zum Einsatz. Viswanathan Anand (Brett 4) spielte lediglich die Endrunde in Berlin und remisierte dreimal.

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Vincent Keymer und Viswanathan Anand remisierten alle ihre fünf Endrundenpartien. | Foto: Stefan Liebig

Zwei Partien gingen für die Baden-Badener sogar kampflos verloren, was letztlich sogar einen Mannschaftspunkt kostete und damit nicht unbedeutend für die Meisterschaftsentscheidung war. 

Weitere herausragende Leistungen:

Peter Eljanov punktete sehr stark an Brett 1 des Kellerkindes MSA Zugzwang. Neben ihm: Leonardo Costa gegen Viktor Bologan. | Foto: Stefan Liebig

  • Pavel Eljanov (MSA Zugzwang/Brett 1/9 aus 13/Performance: 2768)
  • David Navarra (SG Solingen/Brett 1 und 2/5,5 aus 8/2765)
  • Kirill Alekssenko (FC Bayern/Brett 1 und 2/8 aus 12/2751)
  • Maksim Chigaev (Sfr. Wolfhagen/Brett 2/5,5 aus 8/2745)
  • Lucas van Foreest (SV Werder/Brett 6/5,5 aus 7/2709)
  • Caspar Schoppen (Düsseldorfer SK/Brett 2 bis 4/9 aus 13/2706) 

Für Aufsehen haben natürlich auch die Einsätze von Arjun Erigaisi (links, Foto: Nils Rohde) für den SV Deggendorf gesorgt. Allerdings spielte er nur vier der möglichen 15 Partien an Brett 1, aus denen der junge indische Weltklassespieler aber 3,5 Punkte einfuhr. Das bescherte ihm die Top-Performance von 2928.

Mit derselben Punktausbeute folgte ihm sein Landsmann Nihal Sarin an Brett 2 bei der am Ende der Saison zweitplatzierten OSG Baden-Baden. Die leicht schwächeren Gegner als die Erigaisis brachten ihm eine Performance von 2888 ein.

Kirchweyhe mit viel Stammpersonal

Beeindruckend übrigens auch die Bilanz des SK Kirchweyhe: Die ersten acht gemeldeten Spieler setzten insgesamt nur in 14 Partien aus, sodass nur fünf Ersatzspieler zum Einsatz kamen. Mit Ivan Saric, Eric van den Doel, Sasa Martinovic und Hrvoje Stevic absolvierten gleich vier Spieler alle Runden. Letzterer sammelte mit 9,5 Punkten die meisten Zähler ein.

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Kostenloses Beispielvideo: Introduction
Kostenloses Beispielvideo: Invisible moves


Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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