Cairns Cup: Lee einzige Siegerin in Runde 6

von Stefan Liebig
17.08.2026 – Alice Lee drehte eine wichtige Partie und besiegte Koneru Humpy in der 6. Runde des Cairns Cup 2026. Carissa Yip hingegen vergab eine wichtige Siegchance gegen Bibisara Assaubayeva. Tan Zhongyi führt nach ihrem Remis gegen Alexandra Kosteniuk weiterhin mit 4,5 von 6 möglichen Punkten. Lee ist nach ihrem Sieg aber auf einen halben Punkt herangekommen. | Foto: Lennart Ootes / Saint Louis Chess Club

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Humpy Konerus Fehler lässt die Partie kippen

In der sechsten Runde, der Runde nach dem Ruhetag, hatte Koneru Humpy eine klare Gewinnstellung gegen Alice Lee. Die Inderin beging aber in einer umkämpften Stellung einen Fehler und verlor.

Die Internationale Meisterin Alice Lee schlug mit Humpy Koneru bereits die dritte Großmeisterin in diesem Turnier (Kosteniuk, Deshmukh, Koneru) gegen zwei weitere remisierte sie (Assaubayeva, Tan). Lediglich gegen IM Tsolakidou verlor Lee. | Foto: Lennart Ootes

Beide waren langen Theoriepfaden des Nimzoinders gefolgt. Lee war deutlich besser vorbereitet und hatte schnell einen riesigen Zeitvorsprung. Doch ihr Plan, den a-Bauern mit dem Springer zu fressen, war nicht der beste. Koneru nutzte das zunächst, ließ dann aber ein Opfer auf g7 aus und die junge US-Amerikanerin nutzte das gnadenlos und sehenswert aus:

Runde 6 Ergebnisse:

Auf der ersten DVD werden Systeme mit 1...e5 vorgestellt sowie Holländische und Indische Systeme.

Die Partie zwischen der Tabellenersten und der Tabellenletzten endete Remis. | Foto: Lennart Ootes

Die Tabellenführerin Tan Zhongyi traf auf die desolat ins Turnier gestartete Ex-Weltmeisterin Alexandra Kosteniuk. Nach vier Niederlage zum Start hatte Kosteniuk in Runde 5 ihren ersten halben Punkt gegen Stavroula Tsolakidou erzielt. Gegen die Spitzenreiterin fügte Kosteniuk ihrem Konto den zweiten halben Punkt hinzu. Die Partie endete nach 49 Zügen. Die Stellung befand sich durchweg im Remisbereich. Nach einem kämpferischen, von Kosteniuk angenommenen Damengambit landeten die beiden Kontrahentinnen in einem Doppelspringer-Endspiel, das mit einer Zugwiederholung endete. 

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Prominenter Besuch beim Cairns Cup: Arjun Erigaisi ist vom Pariser Esports World Cup nach St. Louis angereist. | Foto: Lennart Ootes

Ebenfalls ohne größere Aufregung verlief die Partie zwischen Anna Muzychuk und Vaishali Rameshbabu. Nach diesem stets ausgeglichenen Remis hat Muzychuk durch ihre sechs Punkteteilungen 3 Zähler auf ihrem Konto. Vaishali liegt einen Punkt dahinter.

Ärgern wird sich hingegen Carissa Yip. Sie hatte eine klar bessere Stellung gegen Bibisara Assaubayeva auf dem Brett. Doch sie fiel wohl auf einen Bluff herein: Im 29. Zug leitete Assaubayeva ein fragwürdiges Springermanöver ein. Yip hätte die Figur einfach mit einem Bauern nehmen können oder auf dem Königsflügel zunächst den g-Bauern schlagen können. Doch sie war offenbar überrascht und antwortete in den nächsten drei Zügen mit zwei Fehlzügen. Die Stellung war plötzlich ausgeglichen und endete Remis.

Einigten sich nach einer ausgeglichenen Partie auf Remis: Die beiden Verfolgerinnen Stavroula Tsolakidou und Divya Deshmukh. | Foto: Lennart Ootes

Divya Deshmukh konnte ihre leichte Endspielinitiative nicht nutzen und spielte remis gegen Tsolakidou. Sie trifft in Runde 7 auf Tan, die nach wie vor führt. Sie hat 4,5 von 6 Punkten, Divya steht bei 3,5. Eine wichtige Partie also für beide Spielerinnen: Kann Deshmukh gleichziehen oder kann Tan sie mit einem Sieg abhängen? Außerdem spielen Assaubayeva und Tsolakidou gegeneinander – beide sind punktgleich mit Deshmukh in der Verfolgergruppe.

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Kurzanalyse Runde 6:

Dieser Fritzrainer-Video Kurs konzentriert sich auf verschiedene Arten von materiellen Ungleichgewichten, wie z.B. Turm gegen 2 Leichtfiguren, Dame gegen 2 Türme und Dame gegen Figuren.

Tabelle nach Runde 6:

Spielstile im Schach sind ein wichtiges und entsprechend oft diskutiertes Thema. GM Dr. Karsten Müller und GM Luis Engel greifen ein auf 4 Spielertypen beruhendes Modell von GM Lars Bo Hansen auf – und zwar ‘Aktivspieler’, ‘Pragmatiker’, ‘Theoretiker’ und

Partien:

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Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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