Cairns Cup: Wichtige Siege für Tan Zhongyi und Alice Lee

von Stefan Liebig
19.08.2026 – Tan Zhongyi (Foto) steht nach 2024 vor ihrem zweiten Titel nach 2024 beim Cairns Cup in St. Louis. Sie ist nach ihrem Sieg gegen Bibisara Assaubayeva in der achten Runde nur noch ein Remis vom Triumph entfernt. Die einzige Spielerin, die sie noch einholen kann, ist Alice Lee. Sie gewann gegen Vaishali Rameshbabu und mit einem Remis gegen die Vorjahressiegerin in der Schlussrunde könnte sich die 16-Jährige ihre erste Großmeisternorm erzielen. | Foto: Lennart Ootes / Saint Louis Chess Club

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Auch Runde 8 brachte wieder drei entschiedene Partien. Nur das indische Duell zwischen Divya Deshmukh und Humpy Koneru sowie die Partie zwischen der Vizeweltmeisterin von 2017, Anna Muzychuk, und der Weltmeisterin von 2008, Alexandra Kosteniuk, endeten unentschieden. Beide Partien waren durchweg ausgeglichen. Kosteniuk spielte damit nach ihrem 0 aus 4-Fehlstart nun zum vierten Mal Remis, Muzychuk remisierte bislang alle Partien. Diesah es zunächst nach vielen Punkteteilungen aus.

Anna Muzychuk steht bei 50 Prozent mit acht Remis in acht Runden! | Foto: Lennart Ootes

Runde 8 Ergebnisse:

Tan ist nicht aufzuhalten

Mit fünf Siegen und drei Remis sieht Tan Zhongyi bereits nach acht Runden des diesjährigen Cairns Cups wie die sichere Siegerin aus. Aber noch kann sie von der beeindruckend aufspielenden Alice Lee eingeholt werden. Nach dem etwas glücklichen Sieg gegen Divya Deshmukh in Runde 7 gewann Tan souverän gegen Bibisara Assaubayeva, die ihr wie Lee mit einem Punkt Abstand auf den Fersen war. Im Königsinder gelang es der Verfolgerin nicht, mit Schwarz nachhaltiges Gegenspiel zu erzeugen. Tan zeigte ein sehr genaues Angriffsspiel:

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Die Königsindische Verteidigung ist seit Jahrzehnten eine der dynamischsten und beliebtesten Antworten auf 1.d4. Spieler wie Garri Kasparow, Bobby Fischer oder Hikaru Nakamura haben sie auf höchstem Niveau eingesetzt – und sie begeistert bis heute, weil sie Schwarz nicht nur solides Spiel, sondern auch reiche Angriffs- und Gegenspielmöglichkeiten bietet. Der besondere Vorteil: Königsindisch ist ein universelles System, das sich gegen 1.d4, 1.c4 und 1.Sf3 gleichermaßen anwenden lässt. Großmeister Felix Blohberger, mehrfacher österreichischer Meister und erfahrener Sekundant, präsentiert in dieser zweiteiligen Reihe ein vollständiges Repertoire für Schwarz. Sein Ansatz: praxisnah, verständlich, flexibel – statt seitenlanger Theoriewüsten gibt es klare Konzepte und leicht erlernbare Strategien.
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Auch Bibisara Assaubayeva (r.) konnte Tan Zhongyi nicht bezwingen. | Foto: Lennart Ootes

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Alice Lee auf Kurs

Alice Lee spielt weiter ein großartiges Turnier: Zwar konnte sie ihre lange Zeit deutlich bessere Stellung gegen Anna Muzychuk in Runde 7 nicht zu einem vollen Punkt verwerten. Aber in Runde 8 besiegte sie mit Schwarz überzeugend Vaishali Rameshbabu. Das war in diesem Turnier bereits der vierte Sieg der 16-jährigen US-Amerikanerin gegen eine Gegnerin mit GM-Titel. 

Alice Lee gehört zu den prägenden Spielerinnen des Cairns Cup 2026. | Foto: Lennart Ootes

Rameshbabu kam mit der Italienischen Eröffnung besser zurecht und erspielte sich eine bessere Stellung. Durch ihre ungenauen Züge 19 und 20 sowie einige weitere nicht optimale Entscheidungen bekam Lee aber die Initiative. Nachdem sie allerdings im 29. Zug ...Sxe4 zog, war die Stellung ausgeglichen. Zwei Züge später sollte Vaishali jedoch entscheidend danebengreifen:

Die Stellung nach Kg1 nutzte Lee schnell und überzeugend zum Sieg. Sie tauschte die Damen und spielte geduldig und fehlerlos mit ihrem Mehrbauern.

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Durch diesen Sieg ist Lee nicht nur die einzige Verfolgerin, die noch mit Tan gleichziehen kann, sondern sie kann mit einem Remis mit Weiß gegen die Titelverteidigerin Carissa Yip auch noch ihre erste Großmeisternorm erfüllen. Wie sehr sie auf Remis spielen oder auf die theoretische Turniersiegchance schielen wird, zeigt sich in der Schlussrunde. Vielleicht dient das aktuelle Beispiel von Vincent Keymer gegen Javokhir Sindarov aus dem parallel stattfindenden Sinquefield-Cup als Mahnung, dass ein Spiel auf Remis eine gefährliche Angelegenheit sein kann ...

Macht Carissa Yip – hier bei ihrem Sieg gegen Stavroula Tsolakidou – ihrer Landsfrau Alice Lee in Runde 9 noch einen Strich durch die GM-Norm-Rechnung? | Foto: Lennart Ootes

Zudem hat auch Carissa Yip ein durchaus starkes Turnier. Sie verlor zwar zum Auftakt gegen Tan, seitdem ist sie aber ungeschlagen. In Runde 8 brachte sie Stavroula Tsolakidou ihre zweite Niederlage in Folge bei. Die Internationale Meisterin aus Griechenland war bis Runde 6 ungeschlagen und muss jetzt den Kontakt nach vorne etwas abreißen lassen. 

Der Hyper-Accelerated Dragon ist schnell und scharf. Schwarz entwickelt seinen Läufer sofort nach g7 und kann oftmals d5 in einem Zug spielen und ein Tempo sparen.
Dieser zweibändige Kurs präsentiert ein komplettes Repertoire für Schwarz nach 1.e4 c5 2.Sf3 g6 – dem Hyperbeschleunigten Drachen. In den letzten Jahren hat diese dynamische Variante deutlich an Popularität gewonnen, und mehrere der weltbesten Spieler haben sie in ihr Repertoire aufgenommen. Diese Variante bietet Schwarz zwei wesentliche Vorteile: Er muss sich weder mit der Rossolimo- noch mit der Moskauer Variante nach 3.Lb5 auseinandersetzen, und in vielen Abspielen kann er d5 in einem Zug spielen und so ein Tempo sparen. Im ersten Band geht es um die scharfen Varianten im Offenen Sizilianer, die exzellente Angriffschancen auf die lange Rochade bieten und der positionelle Maroczy Aufbau.
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kostenloses Beispielvideo: Maroczy Aufbau 6...Qb6

Tabelle nach Runde 8:

Kurzanalyse Runde 8:

In diesem Kurs vermittelt Großmeister Felix Blohberger ein komplettes Eröffnungsrepertoire für Weiß, das sich um den flexiblen Zug 1.Sf3 dreht.
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Videobeispiel: Einführung
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Partien:

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Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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