Eine ehrliche Bilanz: Caruana spricht über das Kandidatenturnier

von Carlos Colodro
03.05.2026 – Für Fabiano Caruana war das Kandidatenturnier 2026 eine Enttäuschung. Er ging als klarer Favorit an den Start, aber brach nach einem guten Auftakt in der zweiten Hälfte des Turniers ein und landete am Ende auf dem dritten Platz hinter Javokhir Sindarov und Anish Giri. In seinem C-Squared Podcast spricht er mit seinem Trainer Cristian Chirila über das Turnier, verpasste Chancen, Sindarovs Eröffnungsvorbereitung, Nakamuras Abschneiden und den kommenden WM-Kampf zwischen Gukesh und Sindarov. | Foto: ChessBase / Nils Rohde

Ihr persönlicher Schachtrainer. Ihr härtester Gegner. Ihr stärkster Verbündeter.
FRITZ 20: Ihr persönlicher Schachtrainer. Ihr härtester Gegner. Ihr stärkster Verbündeter. FRITZ 20 ist mehr als nur eine Schach-Engine – es ist eine Trainingsrevolution für ambitionierte Spieler und Profis. Egal, ob Sie Ihre ersten Schritte in die Welt des ernsthaften Schachtrainings machen oder bereits auf Turnierniveau spielen: Mit FRITZ 20 trainieren Sie effizienter, intelligenter und individueller als je zuvor.

Für Caruana ist Sindarovs Vorstellung in Zypern eine der stärksten Leistungen, die er je in einem Kandidatenturnier gesehen hat. Er vergleicht Sindarovs Erfolg mit dem Sieg von Veselin Topalov bei der FIDE-Weltmeisterschaft 2005 in San Luis, Argentinien.

FIDE World Chess Championship 2005

Ein zentrales Thema des Podcasts ist Sindarovs Eröffnungsvorbereitung. Caruana betont mehrfach, wie gut der Usbeke in unterschiedlichsten Stellungen vorbereitet war, auch in Nebenvarianten und seltenen Fortsetzungen. Oft kam Sindarov mit bequemer Stellung aus der Eröffnung und hatte zudem deutlichen Zeitvorteil.

Zugleich zieht Caruana eine selbstkritische Bilanz. Trotz eines guten Starts fühlte er sich in vielen Eröffnungen unwohl und geriet früh unter Druck. Als Schlüsselmomente nennt er die Niederlage gegen Sindarov und verpasste Chancen in einigen Stellungen, vor allem in der zweiten Turnierhälfte.

Auch Hikaru Nakamuras missglückte Eröffnungsbehandlung gegen Sindarov ist Thema.

Gegen Sindarov wählte Nakamura im Marshall-Gambit des Damengambits eine zweischneidige Fortsetzung und opferte gleich in der Eröffnung zwei Bauern. Aber Sindarovs 12…0-0 hatte er nicht gründlich genug vorbereitet. Für seinen 13. Zug verbrauchte Nakamura 1 Stunde und 7 Minuten, aber fand dennoch nicht die beste Fortsetzung. Statt 13…Se4 spielte er das schwächere 13.h4?!.

Nakamura machte seine Sekundanten dafür verantwortlich, dass 12.0-0 in seinen Dateien fehlte. Caruana sieht die Verantwortung hier jedoch beim Spieler, der die Varianten kritisch prüfen sollte, anstatt sie am Computer einfach durchzuklicken.

Beim WM-Kampf zwischen Gukesh und Sindarov sieht Caruana Sindarov leicht im Vorteil, aber erwartet ein spannendes Match. Sindarov sei zwar derzeit besser in Form, doch Gukesh, so Caruana, hätte bereits gezeigt, dass er sich schnell erholen und in entscheidenden Momenten sehr stark spielen kann.

Das Video

C-Squared bei YouTube


Carlos Colodro stammt aus Bolivien und ist Spanisch-Philologe. Seit 2012 arbeitet er als freier Übersetzer und Autor. Schach, Literatur und Musik sind seine großen Leidenschaften.
Diskussion und Feedback Senden Sie Ihr Feedback an die Redakteure