07.02.2025 – Der Startschuss ist gefallen: Weissenhaus ist der Schauplatz für das erste Turnier des Freestyle Grand Slam 2025. Zehn Spieler der absoluten Weltklasse sind am Start. Klar, dass es da Überraschungen gibt: Der Weltranglistenerste Magnus Carlsen und die Nummer 2 Hikaru Nakamura starteten wie der Weltmeister Gukesh und die deutsche Nummer eins Vincent Keymer nur mit 2 aus 5. Die Spitzenposition teilen sich der Spätqualifikant Jakovhir Sindarov und der Chess960-erfahrene Fabiano Caruana mit je 4,5 aus 5. Sie haben bereits einen Punkt Vorsprung auf Alireza Firouzja. | Alle Fotos: Nils Rohde
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Viel Staub wurde in den letzten Wochen im Vorfeld des Auftaktturniers des Freestyle Grand Slam 2025 aufgewirbelt. Der ganze Streit mit der FIDE sollte jedoch bei der zwei Stunden vor Turnierbeginn angesetzten Pressekonferenz nicht zur Sprache kommen. Organisator und Mäzen Jan Henrik Buettner gab auf eine Frage zum Thema klar zu verstehen, dass es ab sofort nur noch um die Wettkämpfe gehen solle.
Turnierdirektor Sebastian Siebrecht, Weltranglistenerster Magnus Carlsen und „Macher“ Jan Henrik Buettner bei der Pressekonferenz (v.l.n.r., alle Fotos: Nils Rohde) vor Turnierbeginn.
So fiel dann in der Mittagszeit der Startschuss zu den Runden eins bis fünf, die am ersten Tag ausgetragen werden. Die Regeln sind klar: Die Spieler treten in einem Jeder-gegen-Jeden-Turnier an und spielen aus, wer ins Viertelfinale einzieht und wer die beiden letzten Plätze ausspielen muss. In dieser Qualifikationsrunde wird Schnellschach gespielt, ab dem Viertelfinale 90 Minuten plus 30 Sekunden mit zwei Partien pro Paarung.
Die Lebensgefährtin von Jan Henrik Buettner zieht die Kugel mit der Anfangsposition.
Wie üblich wird vor Rundenbeginn mithilfe der lottoähnlichen Ziehungsmaschine die zu spielende Anfangsstellung ermittelt. Dann können sich die Weiß- und die Schwarzspieler zusammenfinden und diese Stellung eine Viertelstunde diskutieren oder sich – wie am Beispiel von Magnus Carlsen links zu sehen – alleine auf die Runde vorbereiten.
Sindarov, Keymer und Fedoseev (v.l.n.r.) analysieren die Anfangsstellung der nächsten Runde gemeinsam.
Wie üblich beim Freestyle-Schach oder Chess960 entstanden schnell wilde Stellungen, die in der kurzen Zeit oft schwer einzuordnen waren. So kam nach den ersten fünf Runden auch eine sicher unerwartete Tabelle zustande:
Für Levon Aronian und Vladimir Fedoseev ist es schon nicht ganz einfach, am zweiten Tag noch unter die ersten acht zu rutschen, um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren. Besonders bitter ist das für Fedoseev, dessen einziger Punkt aus der Partie gegen Carlsen stammt – er hatte Carlsen auch bei der Olympiade besiegt!
Nakamura gratuliert Carlsen zum Sieg.
Für Carlsen hatte das Turnier eigentlich gar nicht schlecht begonnen. Nachdem er wohl etwas später als geplant bei der Pressekonferenz ankam und entsprechend missgestimmt in die Runde blickte, hatte er sich aber schnell gefangen und in Runde 1 Nakamura besiegt:
Caruana bei seinem Sieg gegen Fedoseev.
Es folgte eine Niederlage gegen Caruana und ein Sieg gegen Keymer, der wiederum mit einer Niederlage gegen den bärenstarken Sindarov und einem Sieg gegen Fedoseev gestartet war:
Wie eingangs erwähnt starten mit Carlsen, Keymer, Gukesh und Nakamura vier Spieler, die sich sicher mehr erwartet hatten mit nur 2 Punkten aus 5 Spielen ins Turnier. Dabei lieferten sich Gukesh und Nakamura einen heißen Kampf, bei dem der Weltmeister einen Läufer opferte, sich dann aber in ein Remis retten musste, weil der Angriff nicht durchschlug:
Tour durch Weissenhaus mit ChessBase-Chefredakteur André Schulz:
Format:
Format:
Es handelt sich um ein Chess960-Turnier mit 10 Spielern in zwei Formaten:
Rapid Round Robin:
Zwei Tage. Zeitkontrolle: 10 Minuten + 10 Sekunden pro Zug Jede Runde hat eine neue Stellung. Tiebreaks: erste: direkte Begegnung, zweite: Anzahl der Siege, dritte: Sonneborn-Berger. Viertens: Stichkampf. Die Schnellschachwertung bestimmt die Startreihenfolge für die Knockoutphase, während der 9. und 10. Spieler ein Play-off um Platz 9 spielen.
Knockout:
Sechs Tage. Zwei klassische Partien pro Minispiel plus mögliche Tiebreaks. Jede Runde hat eine neue Stellung.
Zeitkontrolle: 90 Minuten + 30 Sekunden Zeitzuschlag pro Zug. Tiebreaks: Zwei Schnellpartien (10'+10''). Wenn immer noch Gleichstand: Zwei Blitzpartien (5'+2''). Wenn immer noch Gleichstand: Armageddon-Partie. Alle 8 Spieler werden an allen Tagen spielen. Wir werden also auch Endspiele für die Plätze 3-4, 5-6 und 7-8 haben.
Stefan LiebigStefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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