
Das ChessBase Magazin folgt weiterhin seinem seit Jahren bewährten Konzept. Sämtliche Aspekte des Schachtrainings finden sich in den bekannten Rubriken wieder:
Damit bleibt kaum ein Bereich des modernen Schachtrainings unberührt. Häufig setzt die Redaktion zudem thematische Schwerpunkte, die sich an aktuellen Ereignissen der Schachwelt orientieren – etwa besondere Turniere, Spielerpersönlichkeiten oder historische Rückblicke.
Im Folgenden soll ein Überblick über die in Ausgabe 231 behandelten Themen gegeben werden. Die Rezension orientiert sich dabei am Aufbau des ChessBase Magazins und betrachtet die einzelnen Rubriken nacheinander.
Das CBM Special widmet sich diesmal einer Aktualisierung des in Ausgabe 200 erschienenen Magnus-Carlsen-Porträts. Damals standen insbesondere Partien des Norwegers vor seinem WM-Kampf gegen den damaligen Weltmeister Viswanathan „Vishy“ Anand im Fokus der Autoren.
Seitdem ist viel Zeit vergangen – Grund genug für ein Update in Form von 20 bislang unkommentierten Partien Carlsens. Der Weltstar ist bekannt dafür, nahezu jeden Stellungstyp und jede Phase des Spiels meisterhaft zu beherrschen. Entsprechend vielfältig präsentiert sich die Auswahl der kommentierten Begegnungen: strategische Meisterleistungen, technische Verwertungen kleiner Vorteile und dynamische Angriffspartien finden sich gleichermaßen wieder.
Einen kleinen Auszug aus den kommentierten Partien möchte ich hier nicht vorenthalten. Zeitlich passt dies – zumindest zum Zeitpunkt des Schreibens – hervorragend zum aktuell stattfindenden Norway Chess-Turnier.

Weiß am Zug – Wie erhöht Carlsen die Wirkung seiner Figuren?
Auch in der Eröffnungsrubrik finden sich erneut zahlreiche Anregungen für das eigene Repertoire. Besonders interessant dürften diesmal die Beiträge gegen das Katalanische sein – insbesondere für Turnierspieler, die theoretische Diskussionen nicht scheuen und ihr Repertoire auf aktuellem Stand halten möchten.
Die aktuelle Ausgabe widmet sich ausführlich dem vergangenen Kandidatenturnier, das der junge Usbeke Javokhir Sindarov eindrucksvoll für sich entscheiden konnte. Mit bemerkenswerter Dominanz ließ er dem Verfolgerfeld kaum Chancen, ernsthaft in den Kampf um den Turniersieg einzugreifen.
In dieser Rubrik erwartet den Leser erneut eine abwechslungsreiche Mischung strategischer und positioneller Themen.
Oliver Reeh demonstriert in „Taktik total“ anhand ausgewählter Aufgaben, worin der Unterschied zwischen Großmeistern und Supergroßmeistern liegt. Seine Beschreibung trifft den Charakter der Aufgaben wohl am besten:
„Voraussicht, Rechentiefe, Präzision – und als Resultat absolute Furchtlosigkeit.“
Die Aufgaben verlangen exaktes Rechnen und belohnen kreative Lösungsansätze. Insbesondere bei den komplexen Beispielen zeigt sich wieder einmal, dass Schach primär konkret ist! Viel Spaß mit dem folgenden Beispiel.

Schwarz am Zug. Wie würden Sie fortsetzen?
(Lösung am Ende der Rezension)
Karsten Müller, seit Jahrzehnten für die Endspielrubrik verantwortlich, führt diesmal in die Grundlagen des Endspiels Dame gegen Turm ein. In gewohnt instruktiver Manier zeigt er Wege durch den Dschungel aus Dauerschachs, Doppelangriffen, Zwischenzügen und Zugzwangmotiven.

Die Philidorstellung im Endspiel Dame gegen Turm
Gerade für ambitionierte Turnierspieler bietet diese Rubrik erneut einen hohen praktischen Mehrwert. Diese Form von Endspielen findet man immer wieder, besonders, wenn sich die verteidigende Seite die korrekte Technik zeigen lassen möchte. Hier sollte man unbedingt wissen, was man macht. Als Beispiel dafür, wie relevant das Endspiel für die Praxis ist, möchte ich gerne eine Stellung aufzeigen, die beim finalen Abschluss dieser Rezension am Bildschirm nebenan während der Partie Nepomniachtchi gegen Niemann auf das Brett kam. Ich muss gestehen, dass ich mir ein Lächeln nicht verkneifen konnte.

Nepomniachtchi - Niemann, 1. Partie, 8-Partien-Match 2026
Den Abschluss bilden wie gewohnt die Trainingsstellungen in „Übung macht den Meister – Sie sind am Zug!“ In aufbereiteten Trainingsdateien kann der Leser sein Wissen in unterschiedlichen Bereichen selbstständig testen und vertiefen.
Auch die 231. Ausgabe bildet wieder eine äußerst gelungene Sammlung an Themen, mit denen man ein breites Spektrum des eigenen Trainings abdecken kann. Besonders gut haben mir das Special zu Magnus Carlsen sowie die Endspielrubrik gefallen. Ohne jeden Zweifel dürfte man mit dem Chessbase Magazin #231 jedoch kein Problem haben, seinen monatlichen Trainingsplan ausgiebig zu füllen. Ein toller Beitrag!
Gesamtwertung: 5/5
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Lösung der Aufgabe: