Struktur und Aufbau

Das ChessBase Magazin folgt weiterhin seinem seit Jahren bewährten Konzept. Sämtliche Aspekte des Schachtrainings finden sich in den bekannten Rubriken wieder:
- Highlights
- CBM Special
- Ideen für Ihr Repertoire
- Spitzenschach und Meisteranalysen
- Training von Experten
- Taktik total
- Endspielfeinschliff
- Übung macht den Meister – Sie sind am Zug
- Alle Partien dieser Ausgabe
Damit bleibt kaum ein Bereich des modernen Schachtrainings unberührt. Häufig setzt die Redaktion zudem thematische Schwerpunkte, die sich an aktuellen Ereignissen der Schachwelt orientieren – etwa besondere Turniere, Spielerpersönlichkeiten oder historische Rückblicke.
Spitzentrainer empfehlen unbedingt das regelmäßige Studium gut erklärter klassischer Partien, um das Schachverständnis nachhaltig zu verbessern. In diesem Videokurs werden 33 moderne Klassiker bahandelt.
Einblick in die aktuelle Ausgabe
Im Folgenden soll ein Überblick über die in Ausgabe 231 behandelten Themen gegeben werden. Die Rezension orientiert sich dabei am Aufbau des ChessBase Magazins und betrachtet die einzelnen Rubriken nacheinander.
Das CBM Special
Videos: Nico Zwirs untersucht Russisch-Experimente vom Kandidatenturnier. Robert Ris hat einen Tipp gegen die Caro-Kann-Vorstoßvariante mit 3…c5. Fiona Sieber zeigt eine Überraschungswaffe gegen Najdorf. „Wundertüte“ mit 40 Analysen von Berg, L'Ami u.a.
ChessBase Magazin Extra ist die perfekte Ergänzung zum ChessBase Magazin. Erhältlich als Einzelausgabe oder im Abonnement (6 Ausgaben pro Jahr). Erhältlich als direkter Download.
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Das CBM Special widmet sich diesmal einer Aktualisierung des in Ausgabe 200 erschienenen Magnus-Carlsen-Porträts. Damals standen insbesondere Partien des Norwegers vor seinem WM-Kampf gegen den damaligen Weltmeister Viswanathan „Vishy“ Anand im Fokus der Autoren.
Seitdem ist viel Zeit vergangen – Grund genug für ein Update in Form von 20 bislang unkommentierten Partien Carlsens. Der Weltstar ist bekannt dafür, nahezu jeden Stellungstyp und jede Phase des Spiels meisterhaft zu beherrschen. Entsprechend vielfältig präsentiert sich die Auswahl der kommentierten Begegnungen: strategische Meisterleistungen, technische Verwertungen kleiner Vorteile und dynamische Angriffspartien finden sich gleichermaßen wieder.
Einen kleinen Auszug aus den kommentierten Partien möchte ich hier nicht vorenthalten. Zeitlich passt dies – zumindest zum Zeitpunkt des Schreibens – hervorragend zum aktuell stattfindenden Norway Chess-Turnier.

Weiß am Zug – Wie erhöht Carlsen die Wirkung seiner Figuren?
In diesem Kurs lernen Sie, wie Sie mit 1.d4 Sf6 2.Lf4 Sh5 die Initiative ergreifen und Weiß daran hindern, sein gewohntes System aufzubauen.
Das Londoner System gehört zu den beliebtesten Eröffnungen im modernen Schach – vom Vereinsspieler bis zur Weltspitze. Seine größte Stärke? Weiß kann oft unabhängig von der schwarzen Verteidigung ein vertrautes Setup spielen. Genau dieser praktische und psychologische Vorteil macht das Londoner System so attraktiv und zugleich so unangenehm für Schwarz. In diesem Kurs lernen Sie, wie Sie mit 1.d4 Sf6 2.Lf4 Sh5 die Initiative ergreifen und Weiß daran hindern, sein gewohntes System aufzubauen. Statt eines bequemen „farbenvertauschten Slawen“ wird die Struktur früh in Frage gestellt und die Partie in dynamischere, weniger bekannte Gewässer gelenkt. Mit flexiblen Aufbauten und geschickten Zugfolgen erfahren Sie, wie Sie die Pläne von Weiß stören, passive Stellungen vermeiden und in Strukturen überleiten, die an Königsindisch, Caro-Kann oder Skandinavisch erinnern – mit aktivem Gegenspiel für Schwarz. Dieser Kurs liefert nicht nur Varianten, sondern ein praxisnahes und flexibles Gesamtkonzept, um das London-System effektiv zu bekämpfen und Ihren Gegner von Beginn an aus der Komfortzone zu holen.
Kostenloses Videobeispiel: Einführung
Ideen für Ihr Repertoire
Auch in der Eröffnungsrubrik finden sich erneut zahlreiche Anregungen für das eigene Repertoire. Besonders interessant dürften diesmal die Beiträge gegen das Katalanische sein – insbesondere für Turnierspieler, die theoretische Diskussionen nicht scheuen und ihr Repertoire auf aktuellem Stand halten möchten.
Spitzenschach und Meisteranalysen
Die aktuelle Ausgabe widmet sich ausführlich dem vergangenen Kandidatenturnier, das der junge Usbeke Javokhir Sindarov eindrucksvoll für sich entscheiden konnte. Mit bemerkenswerter Dominanz ließ er dem Verfolgerfeld kaum Chancen, ernsthaft in den Kampf um den Turniersieg einzugreifen.
Training von Experten
In dieser Rubrik erwartet den Leser erneut eine abwechslungsreiche Mischung strategischer und positioneller Themen.
- GM Mihail Marin beleuchtet ein wichtiges strategisches Motiv rund um den „Bauernvorposten d5“, das aus verschiedenen Eröffnungen in leicht abgewandelter Form heraus entstehen kann. Speziell geht Marin auf einen schwarzen Fianchettoaufbau am Beispiel der Drachenvariante ein und zeigt, wie man gegen den rückständigen e-Bauern Druck aufbauen kann.
- Darüber hinaus stellt GM Dorian Rogozenco Festungen im Endspiel Läufer gegen Springer mit f- und h-Bauern vor. Besonders interessant ist dies für Spieler, die die Grundlagen des „falschen Läufers“ bereits beherrschen und ihr Wissen auf ähnliche Endspielkonstellationen übertragen möchten.
- GM Jan Markos setzt zudem seine Reihe „Praxistipps für Turnierspieler“ fort und widmet sich diesmal der Bedeutung der siebten Reihe im Mittel- und Endspiel. Er liefert dabei praktische Ideen, wie man mit der 7. Reihe umgehen kann.
Taktik total
Oliver Reeh demonstriert in „Taktik total“ anhand ausgewählter Aufgaben, worin der Unterschied zwischen Großmeistern und Supergroßmeistern liegt. Seine Beschreibung trifft den Charakter der Aufgaben wohl am besten:
„Voraussicht, Rechentiefe, Präzision – und als Resultat absolute Furchtlosigkeit.“
Die Aufgaben verlangen exaktes Rechnen und belohnen kreative Lösungsansätze. Insbesondere bei den komplexen Beispielen zeigt sich wieder einmal, dass Schach primär konkret ist! Viel Spaß mit dem folgenden Beispiel.

Schwarz am Zug. Wie würden Sie fortsetzen?
(Lösung am Ende der Rezension)
Lassen Sie uns gemeinsam lernen, wie man die besten Felder für die Dame im frühen Mittelspiel findet, wie man diese Figur auf dem Brett navigiert, wie man den Damenangriff zeitlich abstimmt, wie man entscheidet, ob man sie tauscht oder nicht, und vieles m
Endspielfeinschliff
Karsten Müller, seit Jahrzehnten für die Endspielrubrik verantwortlich, führt diesmal in die Grundlagen des Endspiels Dame gegen Turm ein. In gewohnt instruktiver Manier zeigt er Wege durch den Dschungel aus Dauerschachs, Doppelangriffen, Zwischenzügen und Zugzwangmotiven.

Die Philidorstellung im Endspiel Dame gegen Turm
Gerade für ambitionierte Turnierspieler bietet diese Rubrik erneut einen hohen praktischen Mehrwert. Diese Form von Endspielen findet man immer wieder, besonders, wenn sich die verteidigende Seite die korrekte Technik zeigen lassen möchte. Hier sollte man unbedingt wissen, was man macht. Als Beispiel dafür, wie relevant das Endspiel für die Praxis ist, möchte ich gerne eine Stellung aufzeigen, die beim finalen Abschluss dieser Rezension am Bildschirm nebenan während der Partie Nepomniachtchi gegen Niemann auf das Brett kam. Ich muss gestehen, dass ich mir ein Lächeln nicht verkneifen konnte.

Nepomniachtchi - Niemann, 1. Partie, 8-Partien-Match 2026
In diesem neuen Kurs bündeln Karsten Müller und Leon Mendonca ihr Wissen, um das zu vermitteln, worauf es im Endspiel wirklich ankommt: 10 essenzielle Regeln, die jeder Schachspieler kennen muss.
In diesem kraftvollen neuen Kurs bündeln Endspiel-Experte Karsten Müller und Nachwuchsstar Leon Mendonca ihr Wissen, um das zu vermitteln, worauf es im Endspiel wirklich ankommt: 10 essenzielle Regeln, die jeder Schachspieler kennen muss.
Kostenloses Videobeispiel: Introduction
Kostenloses Videobeispiel: Activate the king
Übung macht den Meister – Sie sind am Zug
Den Abschluss bilden wie gewohnt die Trainingsstellungen in „Übung macht den Meister – Sie sind am Zug!“ In aufbereiteten Trainingsdateien kann der Leser sein Wissen in unterschiedlichen Bereichen selbstständig testen und vertiefen.
Fazit
Auch die 231. Ausgabe bildet wieder eine äußerst gelungene Sammlung an Themen, mit denen man ein breites Spektrum des eigenen Trainings abdecken kann. Besonders gut haben mir das Special zu Magnus Carlsen sowie die Endspielrubrik gefallen. Ohne jeden Zweifel dürfte man mit dem Chessbase Magazin #231 jedoch kein Problem haben, seinen monatlichen Trainingsplan ausgiebig zu füllen. Ein toller Beitrag!
Gesamtwertung: 5/5
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Lösung der Aufgabe: