Global Chess League: Carlsen schlägt Vachier-Lagrave – Fyers American Gambits weiter auf 1

von Stefan Liebig
10.09.2026 – Wie erfolgreich der Weltranglistenerste beim Golf war, wissen wir nicht – in der Global Chess League konnte Magnus Carlsen aber einen ganzen Punkt gegen Maxime Vachier-Lagrave zum Teamsieg seiner Alpine APL Pipers gegen die CheQ Mumba Masters beisteuern. Das Team des Norwegers ist nach seinem sechsten Spiel punktgleich mit dem Tabellenersten American Fyers, hat aber noch eine Partie mehr zu spielen. | Fotos: Global Chess League

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Javokhir Sindarovs zweiter Sieg in Folge, diesmal gegen Alireza Firouzja, brachte die Fyers American Gambits an die Spitze der Tech Mahindra Global Chess League 2026, während die Triveni Continental Kings nach ihrer zweiten Niederlage des Tages auf den letzten Platz abrutschten. Ebenfalls vorne liegen zwei Teams, die jeweils ein Spiel weniger absolviert haben: die Alpine APL Pipers, für die Magnus Carlsen Maxime Vachier-Lagrave besiegte, und die Ganges Grandmasters unter der Führung von Ian Nepomniachtchi, die die Continental Kings bezwang.

Der Einlauf der Gladiatoren. | Foto: Global Chess League

Die Pipers hatten sich nach ihrem 11:6-Sieg gegen die CheQ Mumba Masters im Eröffnungsspiel der Mittwochsrunde vorübergehend an die Spitze gesetzt, doch die Gambits beendeten den Tag vor den Titelverteidigern mit einer besseren Brettpunktzahl, nachdem sie die Continental Kings mit 8:5 mit den weißen Steinen besiegt hatten.

In den anderen Spielen des Tages feierten die Ganges Grandmasters einen 15:3-Sieg gegen die Triveni Continental Kings, während die Mumba Masters eine doppelte Enttäuschung erlitten, da sie auch gegen die PBG Alaskan Knights mit 6:11 verloren.

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Alpine APL Pipers - CheQ Mumba Masters 11:6 

Nachdem Alpine APL Pipers ihre ersten fünf Matches allesamt mit Schwarz bestritten hatten, wechselten sie nun auf die andere Brettseite und errangen einen überzeugenden Sieg gegen CheQ Mumba Masters. Die Pipers dominierten mit den weißen Steinen die meisten Partien gegen die Mumba Masters. Der Weltranglistenerste Magnus Carlsen spielte eine solide Partie und besiegte Maxime Vachier-Lagrave. Carlsen, der in Bengaluru mit den schwarzen Steinen einige sehr wackelige Stellungen verteidigt hatte, stand auch gegen Vachier-Lagrave stets unter Druck. Doch unter Zeitdruck brach die Stellung seines französischen Gegners innerhalb weniger Züge zusammen.

Anish Giri am zweiten Brett gegen M. Pranesh früh die Initiative ergriff und sie nicht mehr abgab.

Volodar Murzin sicherte den Pipers anschließend ihren vierten Sieg im sechsten Spiel, indem er Bardiya Daneshvar nach 52 Zügen zur Aufgabe zwang. Harika Dronavallis Sieg über Divya Deshmukh war der einzige Lichtblick für die Mumba Masters in dieser Partie.

Alpine APL Pipers (Weiß) Elo - CheQ Mumba Masters (Schwarz) Elo 11:6
Carlsen, Magnus
2803 -
Vachier-Lagrave, Maxime
2706 3:0
Giri, Anish
2660 -
Pranesh, M
2534 3:0
Vidit, Santosh Gujrathi
2624 -
Mamedyarov, Shakhriyar
2664 1:1
Divya, Deshmukh
2419 -
Dronavalli, Harika
2415 0:4
Koneru, Humpy
2435 -
Yip, Carissa
2356 1:1
Murzin, Volodar
2620 -
Daneshvar, Bardiya
2546 3:0


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Triveni Continental Kings - Ganges Grandmasters 3:15 

Teambegrüßung | Foto: Global Chess League

Die zweite Partie des Tages war mit Abstand die seltsamste. Zu Beginn der Partie wirkten die Kings gut vorbereitet auf den Kampf gegen Weiß und entschlossen, ihre Aufholjagd nach einem desaströsen Start fortzusetzen. Zur Halbzeit schienen sie auf dem besten Weg zum Sieg zu sein, mit Gewinnstellungen am zweiten Brett und zeitweise auch an den drei unteren Brettern. Unglaublicherweise wendete sich das Blatt jedoch komplett.

Polina Shuvalova von Ganges Grandmasters, die nun fünf Siege aus sechs Partien verbuchen konnte, drehte den Spieß gegen Zhu Jiner um und holte vier Punkte, während Luke Leon Mendonca dann einen Fehler von Pranav V ausnutzte, um das Duell am letzten Brett für sich zu entscheiden.

Stavroula Tsolakidou machte dann mit einem Sieg gegen die ehemalige Weltmeisterin der Frauen, Alexandra Kosteniuk, in einer 63-zügigen Partie den Sack endgültig zu und stellte damit den erstaunlich klaren Endstand des Wettkampfs her.

Triveni Continental Kings (Weiß) Elo - Ganges Grandmasters (Schwarz) Elo 3:15
Firouzja, Alireza
2748 -
Nepomniachtchi, Ian
2729 1:1
Wei, Yi
2726 -
Aronian, Levon
2739 1:1
Aravindh, Chithambaram Vr.
2604 -
Dominguez Perez, Leinier
2657 1:1
Zhu, Jiner
2465 -
Shuvalova, Polina
2398 0:4
Kosteniuk, Alexandra
2421 -
Tsolakidou, Stavroula
2381 0:4
Pranav, V
2594 -
Mendonca, Leon Luke
2551 0:4

Mumba Masters - PBG Alaskan Knights 6:11

Mumba Masters hatte die Chance, mit den weißen Steinen gegen PBG Alaskan Knights den ersten Platz zu erobern und schien bis kurz vor Schluss auf Kurs zu sein. Doch Carissa Yip, die eine Gewinnstellung hatte, verlor in Gewinnstellung auf Zeit gegen Nino Batsiashvili, und Abhimanyu Mishra konnte die bittere Niederlage vom Dienstag hinter sich lassen, indem er Bardiya Daneshvar besiegte und so den Sieg für sein Team sicherte. Zudem wurde er zum Spieler des Spiels gekürt.

Zwar lief es bei Viswanathan Anand mal wieder nicht gut, doch sein Team gewann einen spannenden Mannschaftskampf. | Foto: Global Chess League

Viswanathan Anand hatte am Spitzenbrett erneut Probleme. Lange Zeit spielte er gut gegen Vachier-Lagraves Eröffnungsüberraschung, der zwar einen Bauernsturm startete, aber schnell in eine fragwürdige Stellung kam. In einer wilden Partie verlor Anand schließlich in einem Turmendspiel, dass trotz zweier Minusbauern theoretisch Remis war. Im Gegensatz zum WM-Finale gegen Boris Gelfand, wo Anand die Stichkämpfe durch zwei Turmendspiele zu seinen Gunsten entschied, gelang es dem Inder gegen Vachier-Lagrave nicht, fehlerfrei zu spielen. Der Franzose nutzte einen falschen Turmzug und gewann eine unglaublich spannende Partie:

CheQ Mumba Masters (Weiß) Elo - PBG Alaskan Knights (Schwarz) Elo 6:11
Vachier-Lagrave, Maxime
2706 -
Anand, Viswanathan
2721 3:0
Pranesh, M
2534 -
Erigaisi, Arjun
2745 1:1
Mamedyarov, Shakhriyar
2664 -
Erdogmus, Yagiz Kaan
2507 1:1
Dronavalli, Harika
2415 -
Lagno, Kateryna
2421 1:1
Yip, Carissa
2356 -
Batsiashvili, Nino
2406 0:4
Daneshvar, Bardiya
2546 -
Mishra, Abhimanyu
2598 0:4

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Fyers American Gambits - Triveni Continental Kings 8:5

Im letzten Match des Tages besiegte der Gewinner des Kandidatenturniers 2026, Javokhir Sindarov, Alireza Firouzja überzeugend am Symbolbrett. Dieser entscheidende Sieg brachte den Gambits-Spielern den entscheidenden Vorteil, da alle anderen Partien remis endeten.

Sindarov gegen Firouzja. Foto: Global Chess League 

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Während Nihal Sarin, Daniil Dubov und Marc'Andria Maurizzi allesamt besser standen, gab es für das Team an den Damenbrettern nur kurze brenzlige Situationen. Am Ende standen fünf Punkteteilungen und ein hauchdünner Gambits-Sieg

Fyers American Gambits (Weiß) Elo - Triveni Continental Kings (Schwarz) Elo 8:5
Sindarov, Javokhir
2732 -
Firouzja, Alireza
2748 3:0
Nihal, Sarin
2698 -
Wei, Yi
2726 1:1
Dubov, Daniil
2685 -
Aravindh, Chithambaram Vr.
2604 1:1
Assaubayeva, Bibisara
2451 -
Zhu, Jiner
2465 1:1
Khademalsharieh, Sarasadat
2366 -
Kosteniuk, Alexandra
2421 1:1
Maurizzi, Marcandria
2568 -
Pranav, V
2594 1:1

Tabelle nach dem fünften Spieltag

Nach dem fünften Spieltag ist die Tabellensituation immer noch sehr spannend. Die drei Führenden und die beiden Verfolger sind jeweils punktgleich. 

Rang Team Matches Siege Niederlagen MP GP
1 FYERS American Gambits 7 4 3 12 60
2 Alpine APL Pipers 6 4 2 12 58
3 Ganges Grandmasters 6 4 2 12 55
4 CheQ Mumba Masters 7 3 4 9 59
5 PBG Alaskan Knights 7 3 4 9 58
6 Triveni Continental Kings 7 2 5 6 52

Der sechste Tag beginnt am Donnerstag, den 10. September, um 12 Uhr CEST. Folgende Partien stehen an: 

Spiel 17: Alpine APL Pipers 11-6 CheQ Mumba Masters
Spiel 18: Triveni Continental Kings 3-15 Ganges Grandmasters
Spiel 19: CheQ Mumba Masters 6-11 PBG Alaskan Knights
Spiel 20: FYERS American Gambits 8-5 Triveni Continental Kings

Partien:

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Über die Globale Schachliga

Die Global Chess League (GCL), eine gemeinsame Initiative von Tech Mahindra und der FIDE, ist die weltweit erste und größte offizielle Franchise-Liga ihrer Art. Die Liga vereint führende Schachspieler aus aller Welt in einem einzigartigen Teamformat. Jeweils sechs Spieler vertreten die verschiedenen Franchises der Kategorien „Icons“, „Superstar Men“, „Superstar Women“ und „Prodigies“. Männer und Frauen spielen gemeinsam in einem Team, wobei jedes Brett gleichwertig für das Teamergebnis ist. Die GCL hat bereits Spielzeiten in Dubai, London und Mumbai ausgetragen und kehrt für die vierte Saison nach Indien zurück, genauer gesagt nach Bengaluru.


Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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