Jan Timman (1951–2026): Vielseitig, lebenslustig, schachbegeistert

von Johannes Fischer
19.02.2026 – Die holländische Schachlegende Jan Timman ist am 18. Februar 2026 im Alter von 74 Jahren gestorben. Timman hat das Schach als Spieler, Autor und Studienkomponist jahrzehntelang geprägt. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere war er die Nummer zwei der Welt, und seine gesamte Laufbahn hindurch hat er zahlreiche Schachspieler durch seine Partien, sein Leben und seine Bücher inspiriert. | Foto: Jan Timman 2019 | Foto: Lennart Ootes

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Timman wurde am 14. Dezember 1951 in Amsterdam geboren. Schach lernte er im Alter von acht Jahren, und durch seine frühen Erfolge galt er bald als größtes holländisches Talent seit Max Euwe. 1971 wurde er Internationaler Meister, 1974 Großmeister – als dritter Niederländer nach Euwe und Jan Hein Donner. Im selben Jahr wurde er zum ersten Mal niederländischer Meister; insgesamt gewann er diesen Titel neunmal zwischen 1974 und 1996. Für die niederländische Nationalmannschaft spielte Timman von 1972 bis 2004 bei 13 Schacholympiaden. 1976 gewann er bei der Olympiade in Haifa für die beste Einzelleistung Gold am ersten Brett.height="1"

In den späten 1970er- und 1980er-Jahren etablierte sich Timman in der Weltspitze. Er gewann zahlreiche bedeutende internationale Turniere und lag auf dem Höhepunkt seiner Karriere Anfang der 1980er hinter Anatoly Karpov auf Platz zwei der Weltrangliste.

Timman unternahm etliche Anläufe auf den Weltmeisterthron und qualifizierte sich mehrfach für die Kandidatenwettkämpfe; zwei Mal schaffte er es sogar ins Finale. 1990 verlor er im Finale der Kandidatenwettkämpfe gegen Karpov, gegen den er drei Jahre später, 1993, um die FIDE-Weltmeisterschaft spielte. Dieser Wettkampf kam allerdings nur zustande, weil Nigel Short und Garry Kasparov sich von der FIDE losgesagt hatten, um in Eigenregie um die Weltmeisterschaft zu spielen.

Timman war ein universeller und origineller Spieler, der die Eröffnungstheorie mit vielen Ideen bereichert hat. Aber neben seinen Erfolgen im praktischen Schach prägte Timman das Schach auch als Autor und Publizist. Er war lange Chefredakteur der Zeitschrift New in Chess, und veröffentlichte zahlreiche qualitativ anspruchsvolle, aber trotzdem zugängliche Bücher, die sich mit Studien, Endspielen, Mittelspielthemen oder Spitzenspielern der Vergangenheit und Gegenwart beschäftigten.

Auch als Komponist von Endspielstudien machte er sich einen Namen. Er veröffentlichte eine große Zahl von Studien, von denen viele Preise gewannen.

Bei all seinen Erfolgen und seiner Schachbegeisterung, die bis zu Timmans Tod anhielt, war er vielseitig interessiert und lebenslustig. Er interessierte sich für Musik und Literatur, wobei er Dostojewski, Tolstoi, Borges und Kafka besonders schätzte. Er reiste gern und liebte guten Wein. Er war zwei Mal verheiratet; aus der ersten Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor.

Mehr über Jan Timman...


Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".
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Thomasius Thomasius vor 59 Minuten
Sehr, sehr traurig! Eine Schachlegende, die meine Schachkindheit ab Mitte der 70er begleitete! Dankbar, dass ich ihm einmal in Düsseldorf vor ein paar Jahren persönlich begegnen konnte als Kiebitz der 2. Bundesliga.
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