KazChess Masters: Lazavik gehört nach Sieg zum Führungstrio

von Stefan Liebig
30.10.2026 – Denis Lazavik (Titelfoto) ist der Gewinner der vierten Runde des KazChess Masters Almaty 2026. Dank der beiden Schwarzremisen der Führenden Denis Makhnev (gegen Mahammad Muradli) und Edgar Mamedov (gegen Daniil Dubov) zog der Belarusse mit ihnen gleich. Das 14-jährige IM Mark Smirnov ist nach seinem Sieg gegen Sauat Nurgaliyev zusammen mit Dubov engster Verfolger des Führungstrios mit einem halben Zähler Rückstand. | Fotos: Nils Rohde / Lennart Ootes / Kasachischer Schachverband

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Die Spannung steigt an der Tabellenspitze

Nach nur einer Gewinnpartie in der Mittwochsrunde kehrten die Spieler wieder in den Kampfmodus zurück. Drei der fünf Partien in Runde 4 endeten mit einem Sieger:

Noch immer sind vier Spieler ungeschlagen. Drei davon bilden das Spitzentrio, das aber nur einen Punkt mehr als Olympiasieger Shamsiddin Vokhidov auf Rang 6 auf dem Konto hat:

Tabelle nach Runde 4

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Lazavik prescht vor

Den wichtigsten Erfolg des Tages erzielte Denis Lazavik. Der belarussische Großmeister setzte sich in einer Italienischen Partie gegen Shamsiddin Vokhidov aus Usbekistan durch und übernahm damit die alleinige Führung. Der 19-Jährige hatte bereits in der ersten Runde mit seinem Sieg gegen den topgesetzten Mahammad Muradli seine gute Form unter Beweis gestellt. International ist er durch seine Erfolge im Schnell- und Blitzschach längst ein Begriff. Bei der Esports World Cup 2026 erreichte er das Finale und musste sich dort erst Magnus Carlsen geschlagen geben.

Lazavik gegen Vokhidov

Schwarz hatte mit den beiden letzten Zügen ...b5?! und ...exf4 auf Angriff statt auf Konsolidierung gesetzt. So war aus einer ausgeglichenen eine schlechtere Stellung geworden. Hier ging er nun fatalerweise auch noch auf Bauernraub, was sich schnell rächte: 22...Sxf4?? Nach 23.Tf1 g5 24.hxg5 hxg5 25.Se2 Kh8 26.Sxf4 gxf4 27.Txf4+- stand Weiß auf Gewinn:

Lazavik ließ sich diesen überwältigenden Vorteil nicht nehmen und gewann zwölf Züge später.

Für Vokhidov (hier beim Grenke Open in Karlsruhe im Frühjahr) war es die erste Niederlage im Turnier. Der 24-jährige Usbeke hatte zuvor gegen Aram Hakobyan remisiert, Daniil Dubov ebenfalls einen halben Punkt abgenommen und Muradli bezwungen. Mit zwei Punkten bleibt er im erweiterten Verfolgerfeld. | Foto: Nils Rohde

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Smirnov gewinnt erneut

Mark Smirnov setzt beim KazChess Masters das nächste Ausrufezeichen. Nach seiner Auftaktniederlage gegen Daniil Dubov hat sich der 14-jährige Kasache eindrucksvoll ins Turnier gekämpft. In der vierten Runde besiegte er seinen Landsmann Sauat Nurgaliyev und verbuchte damit seinen zweiten Sieg hintereinander. Zuvor hatte er bereits gegen Alua Nurman gewonnen und gegen Denis Lazavik ein Remis erreicht. Mit 2,5 Punkten aus vier Partien liegt Smirnov inzwischen auf dem fünften Platz und damit vor einigen der deutlich höher eingestuften Konkurrenten.

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Smirnov gegen Nurgaliyev

Schwarz missachtete eine wichtige Grundregel: Freibauern sollen laufen! Mit 29...d3 hätte er hier etwas besser gestanden. Doch 29...Ld2?? ruinierte die Stellung und Weiß behielt nach 30.Txc6 Lxf4 31.e7 Te8 32.gxf4 die volle Kontrolle und den starken Bauern auf e7, während der schwarze Bauer immer noch auf d4 steht. Nurgaliyev gab fünf Züge später auf.

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Hakobyan gewinnt gegen Nurman

Die dritte entschiedene Partie des Tages endete mit einem Sieg von Aram Hakobyan gegen Alua Nurman. Der armenische Großmeister verbesserte damit sein Punktekonto auf 1,5 Zähler. Hakobyan war bereits als Jugendlicher erfolgreich und gewann 2012 die U12-Weltmeisterschaft. In Almaty konnte er bislang allerdings noch nicht an diese internationale Klasse anknüpfen. Für Nurman bleibt das Turnier schwierig. Die kasachische Internationale Meisterin, die als einzige Frau im zehnköpfigen Feld antritt, musste ihre dritte Niederlage hinnehmen und steht weiterhin bei einem halben Punkt. 

Mamedov und Makhnev bleiben an der Spitze

Die beiden kasachischen Großmeister Edgar Mamedov und Denis Makhnev konnten ihre Position an der Tabellenspitze behaupten. Der erst 16-jährige Mamedov, der 2025 Jugendweltmeister in der U16 wurde, teilte den Punkt mit Daniil Dubov, der seinen Mehrbauern im Endspiel nicht verwerten konnte. Der zweifache kasachische Landesmeister Makhnev remisierte gegen Mahammad Muradli ebenfalls. Beide kommen damit wie Lazavik auf drei Punkte und liegen gemeinsam mit dem Belarussen an der Spitze.

Runde 5

In der fünften Runde am heutigen Freitag trifft unter anderem der Führende Vokhidov auf Smirnov. Außerdem spielt Mamedov gegen Lazavik, während Makhnev mit Weiß gegen Dubov antritt. Auch das Duell zwischen Nurman und Muradli verspricht Spannung: Beide benötigen dringend einen Erfolg, um den Anschluss an das Feld nicht endgültig zu verlieren.

Partien 


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Spielplan

  • 26. Oktober bis 2. November: Runde 1 bis 8 jeweils um 11 Uhr 
  • 3. November: Runde 9 um 7 Uhr

Links


Stefan Liebig, geboren 1974, ist Journalist und Mitinhaber einer Marketingagentur. Er lebt heute in Barterode bei Göttingen. Im Alter von fünf Jahren machten ihn seltsame Figuren im Regal der Nachbarn neugierig. Seitdem hat ihn das Schachspiel fest in seinen Bann gezogen. Höhenflüge in die NRW-Jugendliga mit seinem Heimatverein SV Bad Laasphe und einige Einsätze in der Zweitligamannschaft von Tempo Göttingen waren Highlights für den ehemaligen Jugendsüdwestfalenmeister.
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