Klaudia Kulon gewinnt Menchik Memorial

von Martina Gerdts
30.08.2026 – Mit 7,5 Punkten aus 9 Runden überzeugte Klaudia Kulon beim 11. Menchik Memorial in London. Sie gewann 6 Partien und spielte nur dreimal Remis. Bei diesem Turnier erreichte sie eine Eloperformance von 2463. Schon vor der letzten Runde hatte sie den Turniersieg in der Tasche. Die deutsche Nationalspielerin Lara Schulze nahm auch am Turnier teil. Für sie lief das Turnier nicht gut. Sie erreichte 3,5 Punkte, spielte nur 8 Partien mit. | Foto: Europäischer Schachverband (Archiv)

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Klaudia Kulon: Nicht mehr einzuholen

Den Turniersieg hatte Klaudia Kulon bereits vor der letzten Runde sicher. Nach Runde 8 hatte sie 7 Punkte, während ihre direkten Verfolgerinnen erst bei 5 und 5,5 Punkte standen. Cecile Haussernot (5,5/8), Andreea-Marioara Cosman (5/8) und Ketevan Arakhamia-Grant (5/8) konnten nur noch um die Podiumsplätze hinter Klaudia Kulon kämpfen.

In Runde 9 traten Cosman und Arakhamia-Grant im direkten Duell gegeneinander an. Cosman setzte sich durch und überholte ihre Gegnerin in der Tabelle so. Auf dem Podium des 11. Menchik Memorials 2026 standen damit am Ende:

  1. Klaudia Kulon (7,5/9)
  2. Cecile Haussernot (6,5/9)
  3. Andreea-Marioara Cosman (6/9)

Teilnehmerinnen 2026 | Foto: Turnierorganisation Menchik Memorial

Das Foto der Teilnehmerinnen des Menchik Memorials 2026 postete die Turnierorganisatorin Agnieszka Milewska zu Turnierbeginn auf ihrer LinkedIn-Seite.

Ergebnisse Runde 9

Br. Elo Weiß Ergebnis Schwarz Elo
1 2187 WIM Cosman, Andreea-Marioara 1 - 0 GM Arakhamia-Grant, Ketevan 2270
2 2248 WIM Haussernot, Cecile 1 - 0 WFM Subramanian, Anusha 2016
3 2261 WGM Mirzoeva, Elmira ½ - ½ IM Kulon, Klaudia 2395
4 2131 WFM Hryshchenko, Kamila + - - FM Schulze, Lara 2345
5 2152 WIM Dwilewicz, Katarzyna ½ - ½ WFM Hariharan, Shambavi 2103

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Lara Schulze mit Problemen bei Normenturnieren

Unter den 10 Spielerinnen des Turniers in London war auch die deutsche Nationalspielerin Lara Schulze dabei. Das Turnier verlief leider nicht in ihrem Sinne. Sie erreichte in den ersten acht Runden 3,5 Punkte. In der letzten Runde setzte sie aus. 

Dieses Turnier wäre eine Chance für sie gewesen, eine WGM-Norm zu erspielen. Dies ist ihr leider misslungen. Im DeutschlandTV-Livestream während des Dresdner Schachgipfels erwähnte Lara Schulze, dass sie regelmäßig an Normenturnieren in London teilnehme und auch regelmäßig die benötigte Eloperformance von 2400 für eine WGM-Norm erreichen würde, dies aber bei den entsprechenden Normenturnieren nicht passieren würde. Heißt: Sie erreicht regelmäßig eine Performance von 2400, aber nicht in den Turnieren, wo es für die Norm wichtig ist. Das diesjährige Menchik Memorial stellte dabei auch keine Ausnahme dar. Sie erreichte eine Eloperformance von 2161 und macht voraussichtlich ein Minus von 38 Elopunkten. Sie startete in das Turnier mit der zweithöchsten Elo und erreichte am Ende nur Platz 6. 

Dieses Turnier konnte Lara Schulze jedoch zum Aufwärmen für die Schacholympiade nutzen, bei der sie im deutschen Frauenkader gemeldet ist. Was in der Generalprobe schiefläuft, gelingt bekanntermaßen in der Hauptvorstellung – hier: der Schacholympiade.

Runde 4: Lara Schulze 0 - 1 Klaudia Kulon

Im Duell zwischen Lara Schulze und Klaudia Kulon in Runde 4 ging es für beide Spielerinnen bergauf und bergab. Die erste große Chance hatte Lara Schulze.

Es hätte für Schwarz verschiedene Wege gegeben, auf 15.Lxe4 zu reagieren. 15...Sxe5 wird mit 16Lxh7+ beantwortet. Nach 15...Lxe5 hätte 16.Lxg5 kommen können. In manchen Varianten gewinnt Weiß direkt Material, in anderen gibt es einen Königsangriff. Zu verteidigen wären diese Varianten für Schwarz schwer geworden. Da 15.Lxe4 aber nicht kam und Lara Schulze stattdessen 15.c4 spielte, lief die Partie ohne größere Probleme für Schwarz weiter.

Das Partieende führte der 39. Zug von Weiß herbei. Sie zog 39.d6.

Hier hatte Lara Schulze die Drohungen auf der offenen h-Linie unterschätzt und verlor so die Partie. Für Klaudia Kulon stand nach dieser vierten Runde bereits bei 3,5 Punkten. Vier Punkte sollten im weiteren Turnierverlauf folgen.

In diesem Videokurs dreht sich alles um das Thema Entwicklungsvorsprun: Wie entsteht ein Entwicklungsvorsprung und wie kann man ihn verwerten? Wie kann man den gegnerischen Entwicklungsvorsprung neutralisieren?

Tabelle nach Runde 9

Rg. Name Pkt.  Wtg1 
1 Kulon, Klaudia 7,5 0
2 Haussernot, Cecile 6,5 0
3 Cosman, Andreea-Marioara 6 0
4 Arakhamia-Grant, Ketevan 5 0
5 Hryshchenko, Kamila 4,5 0
6 Schulze, Lara 3,5 0
7 Hariharan, Shambavi 3,5 0
8 Subramanian, Anusha 3 0
9 Dwilewicz, Katarzyna 3 0
10 Mirzoeva, Elmira 2,5 0

Wtg 1: direkte Begegnung
Wtg 2: Anzahl von Siegen
Wtg 3: Partien mit Schwarz

In Erinnerung an Vera Menchik

Vera Menchik - die erste Siegerin einer Frauen-WM im Schach

Vera Menchik wurde vor 120 Jahren geboren. Sie war die erste Siegerin einer Schachweltmeisterschaft der Frauen. 1927 hatte sie ein Frauenturnier am Rande der Schacholympiade gewonnen, das später zur WM der Frauen erklärt wurde. André Schulz schrieb zum 120-Jährigen von Vera Menchik über ihr Leben: "Vor 120 Jahren wurde Vera Menchik geboren".

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Martina Gerdts studierte portugiesische und spanische Sprachwissenschaft und arbeitet heute als Sprachdozentin und schreibt über Schach und Sprachen. Einmal für ein Turnier in Paris mit Schach angefangen, ist sie heute als Spielerin aber auch durch ihr Engagement neben dem Brett und ihre schreibenden Aktivitäten im Schach aktiv.
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