Den Turniersieg hatte Klaudia Kulon bereits vor der letzten Runde sicher. Nach Runde 8 hatte sie 7 Punkte, während ihre direkten Verfolgerinnen erst bei 5 und 5,5 Punkte standen. Cecile Haussernot (5,5/8), Andreea-Marioara Cosman (5/8) und Ketevan Arakhamia-Grant (5/8) konnten nur noch um die Podiumsplätze hinter Klaudia Kulon kämpfen.
In Runde 9 traten Cosman und Arakhamia-Grant im direkten Duell gegeneinander an. Cosman setzte sich durch und überholte ihre Gegnerin in der Tabelle so. Auf dem Podium des 11. Menchik Memorials 2026 standen damit am Ende:
Teilnehmerinnen 2026 | Foto: Turnierorganisation Menchik Memorial
Das Foto der Teilnehmerinnen des Menchik Memorials 2026 postete die Turnierorganisatorin Agnieszka Milewska zu Turnierbeginn auf ihrer LinkedIn-Seite.
| Br. | Elo | Weiß | Ergebnis | Schwarz | Elo | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 2187 | WIM | Cosman, Andreea-Marioara | 1 - 0 | GM | Arakhamia-Grant, Ketevan | 2270 |
| 2 | 2248 | WIM | Haussernot, Cecile | 1 - 0 | WFM | Subramanian, Anusha | 2016 |
| 3 | 2261 | WGM | Mirzoeva, Elmira | ½ - ½ | IM | Kulon, Klaudia | 2395 |
| 4 | 2131 | WFM | Hryshchenko, Kamila | + - - | FM | Schulze, Lara | 2345 |
| 5 | 2152 | WIM | Dwilewicz, Katarzyna | ½ - ½ | WFM | Hariharan, Shambavi | 2103 |
Unter den 10 Spielerinnen des Turniers in London war auch die deutsche Nationalspielerin Lara Schulze dabei. Das Turnier verlief leider nicht in ihrem Sinne. Sie erreichte in den ersten acht Runden 3,5 Punkte. In der letzten Runde setzte sie aus.
Dieses Turnier wäre eine Chance für sie gewesen, eine WGM-Norm zu erspielen. Dies ist ihr leider misslungen. Im DeutschlandTV-Livestream während des Dresdner Schachgipfels erwähnte Lara Schulze, dass sie regelmäßig an Normenturnieren in London teilnehme und auch regelmäßig die benötigte Eloperformance von 2400 für eine WGM-Norm erreichen würde, dies aber bei den entsprechenden Normenturnieren nicht passieren würde. Heißt: Sie erreicht regelmäßig eine Performance von 2400, aber nicht in den Turnieren, wo es für die Norm wichtig ist. Das diesjährige Menchik Memorial stellte dabei auch keine Ausnahme dar. Sie erreichte eine Eloperformance von 2161 und macht voraussichtlich ein Minus von 38 Elopunkten. Sie startete in das Turnier mit der zweithöchsten Elo und erreichte am Ende nur Platz 6.
Dieses Turnier konnte Lara Schulze jedoch zum Aufwärmen für die Schacholympiade nutzen, bei der sie im deutschen Frauenkader gemeldet ist. Was in der Generalprobe schiefläuft, gelingt bekanntermaßen in der Hauptvorstellung – hier: der Schacholympiade.
Im Duell zwischen Lara Schulze und Klaudia Kulon in Runde 4 ging es für beide Spielerinnen bergauf und bergab. Die erste große Chance hatte Lara Schulze.
Es hätte für Schwarz verschiedene Wege gegeben, auf 15.Lxe4 zu reagieren. 15...Sxe5 wird mit 16Lxh7+ beantwortet. Nach 15...Lxe5 hätte 16.Lxg5 kommen können. In manchen Varianten gewinnt Weiß direkt Material, in anderen gibt es einen Königsangriff. Zu verteidigen wären diese Varianten für Schwarz schwer geworden. Da 15.Lxe4 aber nicht kam und Lara Schulze stattdessen 15.c4 spielte, lief die Partie ohne größere Probleme für Schwarz weiter.
Das Partieende führte der 39. Zug von Weiß herbei. Sie zog 39.d6.
Hier hatte Lara Schulze die Drohungen auf der offenen h-Linie unterschätzt und verlor so die Partie. Für Klaudia Kulon stand nach dieser vierten Runde bereits bei 3,5 Punkten. Vier Punkte sollten im weiteren Turnierverlauf folgen.
| Rg. | Name | Elo | Pkt. | Wtg1 | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | IM | Kulon, Klaudia | 2395 | 7,5 | 0 |
| 2 | WIM | Haussernot, Cecile | 2248 | 6,5 | 0 |
| 3 | WIM | Cosman, Andreea-Marioara | 2187 | 6 | 0 |
| 4 | GM | Arakhamia-Grant, Ketevan | 2270 | 5 | 0 |
| 5 | WFM | Hryshchenko, Kamila | 2131 | 4,5 | 0 |
| 6 | FM | Schulze, Lara | 2345 | 3,5 | 0 |
| 7 | WFM | Hariharan, Shambavi | 2103 | 3,5 | 0 |
| 8 | WFM | Subramanian, Anusha | 2016 | 3 | 0 |
| 9 | WIM | Dwilewicz, Katarzyna | 2152 | 3 | 0 |
| 10 | WGM | Mirzoeva, Elmira | 2261 | 2,5 | 0 |
Wtg 1: direkte Begegnung
Wtg 2: Anzahl von Siegen
Wtg 3: Partien mit Schwarz
Vera Menchik - die erste Siegerin einer Frauen-WM im Schach
Vera Menchik wurde vor 120 Jahren geboren. Sie war die erste Siegerin einer Schachweltmeisterschaft der Frauen. 1927 hatte sie ein Frauenturnier am Rande der Schacholympiade gewonnen, das später zur WM der Frauen erklärt wurde. André Schulz schrieb zum 120-Jährigen von Vera Menchik über ihr Leben: "Vor 120 Jahren wurde Vera Menchik geboren".