Wie Wired in der Ausgabe vom 14. April berichtet, steckten zwei professionelle Spieler, Rob Reitzen und John Wayne (nicht verwandt mit dem gleichnamigen Schauspieler), hinter dem Betrug. Wayne trat beim World Open unter dem Namen John von Neumann an. Er trug eine schulterlange Dreadlock-Perücke, um unerkannt zu bleiben; Kopfhörer hielten die Haare in Position. Er war verkabelt und übermittelte die Züge über Schalter in seinen Schuhen an Rob Reitzen. Dieser gab die berechneten Züge über eine vibrierende Box weiter, die in Waynes Schritt verborgen war.
Während Wayne am Brett saß, analysierte Reitzen die Partien im Hotelzimmer mit Hilfe eines Computerprogramms. Das Duo hatte sich auf technisch aufwendigen Betrug spezialisiert und „hatte zuvor tragbare Mikroprozessoren und in Gürtelschnallen eingebaute Kameras eingesetzt, um in Casinos Blackjack und Poker zu schlagen“ [Wired].
Leider sind keine Fotos von Waynes Auftritt als John von Neumann bekannt. 1993 veröffentlichte das Magazin „Inside Chess“ unter der Überschrift „The Von Neumann Affair Rocks the World Open“ einen Bericht über den Vorfall – auf dem Titelblatt ist die Karikatur eines Rastafari-Mannes zu sehen. Die Autoren vermuteten zutreffend den Einsatz von Computerhilfe, gingen jedoch irrtümlich davon aus, die Anweisungen seien über Kopfhörer übermittelt worden.
Reitzen entwickelte später Pokerprogramme, gewann und verlor große Vermögen und wurde in die Blackjack Hall of Fame aufgenommen. Wayne starb 2018 an Krebs.