Frauenbundesliga: SK Schwäbisch Hall gewinnt alle 11 Runden

von Martina Gerdts
19.04.2026 – Auch die Spielerinnen vom Hamburger SK konnten den SK Schwäbisch Hall nicht stoppen. Die Mannschaft um Georgiens Nr. 2 der Frauen, Nino Batsiashvili, gewann auch die Begegnung der letzten Runde. Der 5:1-Sieg reihte sich in die Siegesserie des SK Schwäbisch Hall in der Frauenbundesliga ein. Der SV Hemer 1932 besiegte den Chemnitzer SC Aufbau 95. TuRa Harksheide und der SK Freiburg-Zähringen 1887 gewannen in Runde 11 und hielten sich so in der Liga. Durch diese Siege hatte der SV Hemer 1932 keine Chance mehr auf den Klassenerhalt. | Foto: Hazel Morley

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Die neuen deutschen Meisterinnen: SK Schwäbisch Hall

In der letzten Runde der Frauenbundesliga war es der Hamburger SK, der die letzte Chance hatte, dem SK Schwäbisch Hall Mannschaftspunkte abzunehmen. Am Ende erreichten die Hamburgerinnen zwei halbe Brettpunkte. Damit hat der SK Schwäbisch Hall nicht nur alle elf Runden gewonnen, sondern auch 54 von 66 möglichen Brettpunkten erreicht. Im Schnitt gaben sie pro Runde nur einen Brettpunkt ab. Die meisten Einsätze hatten Bela Khotenashvili mit 9 Partien und 7,5 Punkten und Deimante Daulyte-Cornette mit 9 Partien und sogar 8 Punkten. Beide verpassten nur ein Frauenbundesliga-Wochenende.

Siegerpodium: SK Schwäbisch Hall (1), OSG Baden-Baden (2), SC Bad Königshofen (3) | Foto: Hazel Morley 

Monika Socko und Antonia Ziegenfuß waren am Sonntag die einzigen beiden Spielerinnen vom Hamburger SK, die einen halben Punkt für das Brettpunktekonto einsammelten. Monika Socko remisierte gegen Nino Batsiashvili an Brett 1. Antonia Ziegenfuß erreichte ein Remis gegen Irina Bulmaga an Brett 5. Antonia Ziegenfuß hatte ihren elften Einsatz der Saison und erreichte in dieser Zeit 6,5 Punkte.

Monika Socko hatte in ihrer Partie gegen Nino Batsiashvili über lange Zeit einen Mehrbauern. Im Endspiel konnte sie diesen jedoch nicht in einen ganzen Punkt umwandeln. Die Partie dauerte 83 Züge an. Am Ende hatte Basiashvili den einzigen Bauern auf dem Brett. Aber auch dieser half nicht weiter und die Partie endete in einem Remis.

Auf Antonia Ziegenfuß (Hamburger SK) erreichte 6,5 aus 11 | Foto: Georgios Souleidis

Bei der diesjährigen Endrunde der Frauenbundesliga konnte der Hamburger SK für alle drei Runden auf Monika Socko bauen. Im Vorjahr musste Socko zwischen dem Frauenteam des HSK und dem Bundesliga-Team des FC St. Pauli pendeln, weil beide erste Ligen ihre Endrunden zeitgleich durchführten. Dieses Mal findet die Endrunde der Bundesliga eine Woche später statt. Dies betrifft in diesem Jahr u.a. Dinara Wagner, die in der Frauenbundesliga für die OSG Baden-Baden und in der Bundesliga für den SC Viernheim antritt. 

Hamburger SK 1 5 SK Schwäbisch Hall
1 GM 2362 POL Monika Socko ½ : ½ Nino Batsiashvili GEO 2472 GM 2
2 IM 2365 HUN Zsòka Gaàl 0 : 1 Lela Javakhishvili GEO 2431 IM 3
3 IM 2381 NED Eline Roebers 0 : 1 Bela Khotenashvili GEO 2412 GM 4
4 IM 2281 GER Sarah Papp 0 : 1 Deimante Daulyte-Cornette FRA 2391 IM 5
7 WIM 2224 GER Antonia Ziegenfuß ½ : ½ Irina Bulmaga ROU 2394 IM 6
10 WFM 2123 GER Lepu Coco Zhou 0 : 1 Ekaterina Atalik TUR 2365 IM 8

SC 1957 Bad Königshofen besiegt OSG Baden-Baden

Die OSG Baden-Baden mit Dinara Wagner, Elisabeth Pähtz und Josefine Safarli verlor vor der Endrunde nur gegen die neuen deutschen Meisterinnen des SK Schwäbisch Hall. In dieser letzten Runde sammelten die Gastgeberinnen ihre Energien und besiegten die Zweitplatzierten 3,5:2,5. Jana Schneider (2283) remisierte gegen Dinara Wagner (2418). Neben zwei weiteren Remis an Brett 3 und 4 sorgten Anastasia Savina und Olga Babiy für ganze Punkte und so für den Sieg.

SC 1957 Bad Königshofen OSG Baden-Baden
3 FM 2283 GER Jana Schneider ½ : ½ Dinara Wagner GER 2418 IM 8
6 WIM 2260 SUI Mariia Manko 0 : 1 Elisabeth Pähtz GER 2403 GM 9
7 WGM 2309 UKR Yelyzaveta Hrebenshchykova ½ : ½ Josefine Safarli GER 2240 WGM 13
8 WGM 2308 GER Tatjana Melamed ½ : ½ Ketino Kachiani-Gersinska GER 2320 IM 14
9 IM 2353 FRA Anastasia Savina 1 : 0 Anna Zatonskih USA 2319 IM 15
10 WGM 2284 GER Olga Babiy 1 : 0 Iamze Tammert GER 2220 WIM 16

Durch den Verlust des Hamburger SK gegen den SK Schwäbisch Hall und den Sieg der Gastgeberinnen gegen die OSG Baden-Baden konnte das Team aus Bad Königshofen auf Platz 3 springen. 

Das Team des SC Bad Königshofen sichert sich zuhause den dritten Platz| Foto: Hazel Morley

Die Niederlage änderte nichts am zweiten Platz für die OSG Baden-Baden | Foto: Hazel Morley

Nach diesem zweiten Platz in der Frauenbundesliga mit der OSG Baden-Baden hat Dinara Wagner die Chance am kommenden Wochenende mit dem SC Viernheim die Bundesliga zu gewinnen. Die Medaillenjagd geht für sie weiter.

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Der Abstiegskampf wurde entschieden

Drei Begegnungen der letzten Runde standen im Zeichen des Abstiegskampfes. Die Teams mit 6 Mannschaftspunkten mussten alles darauf setzen, sich von 6 Punkten abzuheben und der SV Hemer musste auf diese 6 Punkte kommen, um noch Chancen zu bekommen.

TuRa Harksheide und Freiburg-Zähringen sicher

Der Schachbund berichtete am Vorabend, dass die Personalprobleme der Rodewischer Schachmiezen an diesem Wochenende mit Lufthansa-Problemen zusammenhingen. Von Runde zu Runde saß eine Spielerin mehr für die Rodewischer Schachmiezen am Brett. Gegen den SK Freiburg-Zähringen 1887 trat das Team um Fiona Sieber zu fünft an. Der SK Freiburg-Zähringen gewann 3,5:2,5 und konnte sich so den Klassenerhalt sichern. 

Rodewischer Schachmiezen SK Freiburg-Zähringen 1887
2 WGM 2293 POL Alicja Sliwicka : + Manuela Mader GER 2184 WIM 1
3 WGM 2215 GER Fiona Sieber 1 : 0 Barbara Hund SUI 2081 WGM 3
5 IM 2264 SVK Zuzana Hagarova 0 : 1 Sarah Hund SUI 2093 5
6 WGM 2202 CZE Julia Movsesian ½ : ½ Dr. Silvia Paddock SWE 2093 WIM 6
11 WIM 2175 GER Maria Schöne 1 : 0 Jenni Wellenreich GER 1898 11
15 1818 GER Heike Sandner 0 : 1 Sarah Neininger GER 1907 18
TuRa Harksheide Schachfreunde Deizisau
1 WGM 2223 POL Julia Antolak 0 : 1 Hanna Marie Klek GER 2360 WGM 2
5 WIM 2280 SLO Zala Urh 1 : 0 Zoya Schleining GER 2327 IM 3
7 WFM 2081 POL Maria Gosciniak 1 : 0 Evgeniya Doluhanova UKR 2202 WGM 6
8 WFM 2081 POL Katarzyna Adamowicz ½ : ½ Elena Köpke GER 2225 WGM 7
9 WFM 2048 GER Katerina Bräutigam 0 : 1 Vera Nebolsina FRA 2193 WGM 9
11 2069 GER Carina Brandt 1 : 0 Katarzyna Dwilewicz POL 2195 WFM 11

TuRa Harksheide gewann 3,5:2,5 gegen die Schachfreunde Deizisau. Durch diesen Sieg halten sich auch die Nordlichter in der 1. Frauenbundesliga. Zala Urh, Maria Gosciniak und Carina Brandt gewannen gegen Zoya Schleining, Evgeniya Doluhanova und Katarzyna Dwilewicz. Bei diesen drei Begegnungen hatten die Deizisauerinnen die höhere Elo. Auch Katarzyna Adamowicz, die gegen Elena Köpke remisierte, hatte über 100 Elopunkte weniger als ihre Gegnerin. Für den Klassenerhalt wuchsen die Spielerinnen des TuRa Harksheide über ihre Elozahlen hinaus. 

In diesem Videokurs dreht sich alles um das Thema Entwicklungsvorsprun: Wie entsteht ein Entwicklungsvorsprung und wie kann man ihn verwerten? Wie kann man den gegnerischen Entwicklungsvorsprung neutralisieren?

SV Hemer zieht die Chemnitzerinnen mit in den Tabellenkeller

Die beste Chance auf den Klassenerhalt war für den SV Hemer 1932 in der letzten Runde zu gewinnen und auf einen Verlust der Teams mit 6 Mannschaftspunkten nach Runde 10 zu hoffen. Mit einem besseren Punkteverhältnis hätten sie sich so in der Liga halten können. Das Ziel des Chemnitzer SC Aufbau 95 war, Mannschaftspunkte zu sammeln, um sich von den Teams mit 6 Punkten zu entfernen.

Mit den Siegen von TuRa Harksheide und dem SK Freiburg-Zähringen konnte sich der SV Hemer nicht mehr aus dem Tabellenkeller flüchten. Mit ihrem 5:1-Sieg sorgten sie auch dafür, dass die Chemnitzerinnen mit ihnen zusammen absteigen. In dieser Runde hatte der SV Hemer an jedem Brett eine Spielerin mit höherer Elo als der Chemnitzer SC aufgestellt. Dieses Ergebnis sollte daher nicht überraschen.  

Was sich einige Teams vom Chemnitzer SC als Vorbild nehmen können: Die Konsistenz mit der die Stammspielerinnen antraten. Vier Spielerinnen traten zu allen Runden an, aber auch die anderen beiden Stammspielerinnen haben an 7 und 8 Spieltagen teilgenommen. 

Laura Czäczine trat mit Anne und Paula Czäczine und Elina Heutling zu allen elf Runden an | Foto: Hazel Morley

SV Hemer 1932 5 1 Chemnitzer SC Aufbau 95
4 WGM 2242 ROU Elena Luminita Cosma ½ : ½ Anne Czäczine GER 2163 WIM 1
5 WGM 2229 ROU Carmen Voicu-Jagodzinsky 1 : 0 Elina Heutling GER 2013 2
8 WIM 2060 ROU Alessia-Mihaela Ciolacu 1 : 0 Margarethe Wagner GER 1975 3
9 WFM 2100 GER Michelle Trunz ½ : ½ Paula Czäczine GER 1891 4
13 WGM 2067 CZE Eva Kulovana 1 : 0 Kerstin Kunze GER 2009 WIM 5
15 WFM 2093 GER Dr. Elena Trunz 1 : 0 Laura Czäczine GER 1915 6
SG Solingen SC Kreuzberg
2 WGM 2280 GER Kateryna Dolzhykova ½ : ½ Sonja Maria Bluhm GER 2198 WIM 1
3 FM 2299 NED Machteld van Foreest 1 : 0 Karelle Bolon FRA 1996 WFM 3
4 WIM 2249 SWE Inna Agrest 1 : 0 Thi Hong Nhung Khuong VIE 1952 WIM 5
7 WFM 2151 GER Luisa Bashylina 1 : 0 Sana Fock GER 1880 8
9 IM 2225 BEL Anna Zozulia 1 : 0 Elnaz Bazzazi GER 1868 11
13 1928 GER Melanie Müdder 0 : 1 Martina Skogvall GER 1956 WFM 12

Bei der Begegnung SG Solingen gegen SC Kreuzberg ging es für beide Mannschaften um nichts mehr. Die SG Solingen konnte weder absteigen noch nach dem Meistertitel greifen und der SC Kreuzberg konnte sich nicht mehr aus dem Tabellenkeller retten. Sonja Maria Bluhm (SC Kreuzberg) remisierte gegen Kateryna Dolzhykova (SG Solingen). Martina Skogvall erkämpfte gegen Melanie Müdder den einzigen Kreuzberger Sieg der Runde. Mit 5,5 Punkten aus 11 Runden punktete Martina Skogvall mit Abstand am besten für den SC Kreuzberg in dieser Saison. 

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Endtabelle (nach Runde 11)

Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Sp MP BP SB
1. SK Schwäbisch Hall  +  5 5 6 6 6 11 22 54 110
2. OSG Baden-Baden  +  5 5 4 5 11 18 48½   75
3. SC 1957 Bad Königshofen  +  3 5 6 6 6 11 17 48   74
4. Hamburger SK 1 1 3  +  4 3 4 4 11 16 37   62,5
5. SG Solingen 1 2  +  1 3 4 11 11 33   43
6. Rodewischer Schachmiezen ½ ½ 1 3 5  +  3 6 6 11 10 34½   43
7. Schachfreunde Deizisau 1 2 3 3  +  2 5 5 11 8 31   24,5
8. TuRa Harksheide ½ 0 2 0  +  4 4 5 11 8 24½   24
9. SK Freiburg-Zähringen 1887 0 ½ ½ 4 2  +  2 1 4 11 8 22½   31
10. SV Hemer 1932 2 1 2 4  +  5 5 11 6 29½   16
11. Chemnitzer SC Aufbau 95 0 2 0 ½ 0 5 1  +  11 6 19½   18
12. SC Kreuzberg 0 1 0 1 1 2 1  +  11 2 14   10

Alle verfügbaren Partien (Runde 1-11)

In insgesamt 6 Kapiteln untersuchen wir folgende Aspekte: die richtige Entscheidung anhand taktischer Faktoren, Entscheidungen beim Abtausch & Schlagzügen, komplexe & psychologische Entscheidungen in längeren Partien und bei der Verteidigung.

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Martina Gerdts studierte portugiesische und spanische Sprachwissenschaft und arbeitet heute als Sprachdozentin und schreibt über Schach und Sprachen. Einmal für ein Turnier in Paris mit Schach angefangen, ist sie heute als Spielerin aber auch durch ihr Engagement neben dem Brett und ihre schreibenden Aktivitäten im Schach aktiv.
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