Frauenbundesliga, Runde 10: SK Schwäbisch Hall unbesiegbar?!

von Martina Gerdts
19.04.2026 – Solange der SK Schwäbisch Hall die Siegesserie nicht einreißen lässt, ist der zweite Platz für Baden-Baden vorbestimmt. Der SK Schwäbisch Hall gewann 4,5:1,5 gegen TuRa Harksheide. Julia Antolak (rechts) besiegte Nino Batsiashvili (links) bei dieser Begegnung. Elisabeth Pähtz und Dinara Wagner konnten sich entspannen, da die Rodewischer Schachmiezen die ersten beiden Bretter unbesetzt ließen. Der SV Hemer bewies Kampfgeist im Abstiegskampf gegen den SC Kreuzberg mit einem 5:1-Sieg. | Foto: Gerd Densing (links) und TuRa Schach (rechts)

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Dinara Wagner und Elisabeth Pähtz schauen nur zu 

Die OSG Baden-Baden tritt zum Endrunden-Wochenende der Frauenbundesliga mit der deutschen Nummer 1, Dinara Wagner, und der deutschen Nummer 2, Elisabeth Pähtz, an – keine der beiden Spielerinnen konnte am Samstag eine echte Partie spielen. Am Freitag waren die Rodewischer Schachmiezen nur mit drei Personen angetreten, dieses Mal waren es immerhin vier. Da sie die Bretter 1 und 2 freigelassen hatten, hatten Dinara Wagner und Elisabeth Pähtz nicht viel mehr zu tun, als die Uhren zu starten und im Fall von Elisabeth Pähtz noch einen Zug mit Weiß auszuführen.

Eine spannende Partie gab es dafür an Brett 3 zu beobachten. Die Nationalspielerinnen Josefine Safarli (OSG Baden-Baden) und Fiona Sieber (Rodewischer Schachmiezen) spielten gegeneinander. Mit nur 35 Elopunkten Abstand zwischen den beiden konnte das Ergebnis schlecht vorhergesagt werden. Fiona Sieber ließ ihre Dame abtauschen und verlor im selben Atemzug einen Bauern, wodurch Josefine Safarli über weite Teile des Endspiels, bei dem beide mit zwei Türmen und einem Läufer spielten, einen Mehrbauern hatte. Die Frage der Partie war: Würde Safarli den Mehrbauern ausnutzen können? Das Partieende mit einem Punkt für Safarli spricht für sich.

Partie Sieber vs. Safarli

Fiona Sieber (Rodewischer Schachmiezen) | Foto: Hazel Morley

OSG Baden-Baden ½ Rodewischer Schachmiezen
8 IM 2418 GER Dinara Wagner + : Anastasia Bodnaruk RUS 2355 IM 1
9 GM 2403 GER Elisabeth Pähtz + : Alicja Sliwicka POL 2293 WGM 2
13 WGM 2240 GER Josefine Safarli 1 : 0 Fiona Sieber GER 2215 WGM 3
14 IM 2320 GER Ketino Kachiani-Gersinska 1 : 0 Zuzana Hagarova SVK 2264 IM 5
15 IM 2319 USA Anna Zatonskih ½ : ½ Julia Movsesian CZE 2202 WGM 6
16 WIM 2220 GER Iamze Tammert 1 : 0 Heike Sandner GER 1818 15
SK Freiburg-Zähringen 1887 ½ SC 1957 Bad Königshofen
1 WIM 2184 GER Manuela Mader 0 : 1 Jana Schneider GER 2283 FM 3
5 2093 SUI Sarah Hund 0 : 1 Mariia Manko SUI 2260 WIM 6
8 WFM 1929 GER Dr. Bergit Barthel ½ : ½ Yelyzaveta Hrebenshchykova UKR 2309 WGM 7
10 1885 GER Johanna Ehmann 0 : 1 Anastasia Savina FRA 2353 IM 9
16 1872 GER Teresa Künle 0 : 1 Olga Babiy GER 2284 WGM 10
17 WCM 1886 GER Rosalie Werner 0 : 1 Marianna Grineva UKR 2027 WFM 15

Mit nur einem halben Brettpunkt Abstand zum ersten Abstiegsplatz ist die Position des SK Freiburg-Zähringen 1887 wacklig. Bei der Begegnung gegen den SC 1957 Bad Königshofen erreichten die Freiburgerinnen nur einen halben Brettpunkt. Hierbei handelt es sich um den Brettpunkt, der sie für den Moment vom Abstieg rettet. An Brett 3 spielte WGM Yelyzaveta Hrebenshchykova (Elo: 2309) vom SC 1957 Bad Königshofen gegen WFM Bergit Barthel (Elo: 1929) vom SK Freiburg-Zähringen 1887. Es gab also eine Elodifferenz von 380 Punkten und doch erkämpfte sich Schwarz ein Remis gegen die Favoritin. Sollte dieser halbe Brettpunkt den Klassenerhalt sichern, würde es sich um einen halben Brettpunkt für die Freiburger Geschichtsbücher handeln.

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Erste Entscheidungen im Abstiegskampf

Im direkten Duell des Tabellenkellers zwischen dem SC Kreuzberg und dem SV Hemer 1932 behielt der SV Hemer die Oberhand. Sie waren an allen Brettern besser aufgestellt und gewannen 5:1. Damit kann sich der SC Kreuzberg nicht mehr aus dem Tabellenkeller befreien und steigt ab. Für den SV Hemer 1932 wird es knapp. Sollten sie in der letzten Runde gewinnen und dann mit 6 Mannschaftspunkten mit anderen Teams gleichziehen, dann spricht der Brettpunkte-Vergleich für sie. Das Team hat momentan zwischen 3,5 und 6 Brettpunkten mehr als die anderen Teams, die aktuell bei 6 Mannschaftspunkten stehen. In der letzten Runde spielen sie gegen die direkte Konkurrenz aus Chemnitz. Sollten sie diese besiegen, müssten sie nur noch ein weiteres Team überholen. 

SC Kreuzberg 1 5 SV Hemer 1932
1 WIM 2198 GER Sonja Maria Bluhm 0 : 1 Elena Luminita Cosma ROU 2242 WGM 4
3 WFM 1996 FRA Karelle Bolon 0 : 1 Carmen Voicu-Jagodzinsky ROU 2229 WGM 5
5 WIM 1952 VIE Thi Hong Nhung Khuong ½ : ½ Alessia-Mihaela Ciolacu ROU 2060 WIM 8
8 1880 GER Sana Fock 0 : 1 Michelle Trunz GER 2100 WFM 9
11 1868 GER Elnaz Bazzazi 0 : 1 Eva Kulovana CZE 2067 WGM 13
12 WFM 1956 GER Martina Skogvall ½ : ½ Olena Hess GER 2068 WIM 14
Chemnitzer SC Aufbau 95 ½ SG Solingen
1 WIM 2163 GER Anne Czäczine 0 : 1 Inna Gaponenko UKR 2329 IM 1
2 2013 GER Elina Heutling 0 : 1 Kateryna Dolzhykova GER 2280 WGM 2
3 1975 GER Margarethe Wagner 0 : 1 Machteld van Foreest NED 2299 FM 3
4 1891 GER Paula Czäczine 0 : 1 Inna Agrest SWE 2249 WIM 4
5 WIM 2009 GER Kerstin Kunze 0 : 1 Luisa Bashylina GER 2151 WFM 7
6 1915 GER Laura Czäczine ½ : ½ Melanie Müdder GER 1928 13

Die Vorlage dafür, dass der SV Hemer 1932 mit einer hohen Brettpunktezahl die Konkurrenz überholen konnte, lieferten auch die Chemnitzerinnen in ihrem Mannschaftskampf gegen die SG Solingen. Der Chemnitzer SC Aufbau 95 verlor 0,5:5,5. Dieses Ergebnis sorgte nicht für ein hohes Brettpunktekonto. Die SG Solingen konnte sich durch den Sieg den Klassenerhalt nun endgültig sichern. Mit 9 Mannschaftspunkten können sie von den Chemnitzerinnen nicht mehr eingeholt werden. Selbst die Schachfreunde Deizisau sind mit 8 Mannschaftspunkten sicher, da sie einen Vorsprung von 10 Brettpunkten haben. 

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Julia Antolak stoppt Nino Batsiashvili

Im Abstiegskampf ist das Team der Tabellenspitze kein Wunschgegner. Für TuRa Harksheide stand diese Begegnung noch offen. Große Frage der Endrunde ist, wer den SK Schwäbisch Hall noch stoppen konnte. Dies erreichte TuRa Harksheide nicht, ein anderer Erfolg konnte jedoch gefeiert werden. WGM Julia Antolak (TuRa Harksheide, Elo: 2223) besiegte GM Nino Batsiashvili (SK Schwäbisch Hall, Elo: 2472). Zusätzlich spielte Inken Köhler an Brett 5 Remis gegen Irina Bulmaga. Die Elodifferenz zwischen den beiden Spielerinnen liegt bei 387 Punkten. Momentan hat das Team aus Schleswig-Holstein die beste Ausgangslage von allen Mannschaften im Abstiegskampf. In der letzten Runde treten sie gegen die Schachfreunde Deizisau an.

Julia Antolak (TuRa Harksheide) beim achten Spieltag in Hamburg | Foto: TuRa Schach

Partie Antolak vs. Batsiashvili

SK Schwäbisch Hall TuRa Harksheide
2 GM 2472 GEO Nino Batsiashvili 0 : 1 Julia Antolak POL 2223 WGM 1
3 IM 2431 GEO Lela Javakhishvili 1 : 0 Zala Urh SLO 2280 WIM 5
4 GM 2412 GEO Bela Khotenashvili 1 : 0 Katarzyna Adamowicz POL 2081 WFM 8
5 IM 2391 FRA Deimante Daulyte-Cornette 1 : 0 Katerina Bräutigam GER 2048 WFM 9
6 IM 2394 ROU Irina Bulmaga ½ : ½ Inken Köhler GER 2007 10
8 IM 2365 TUR Ekaterina Atalik 1 : 0 Emily Rosmait GER 1963 13
Schachfreunde Deizisau 2 4 Hamburger SK
2 WGM 2360 GER Hanna Marie Klek 1 : 0 Monika Socko POL 2362 GM 1
3 IM 2327 GER Zoya Schleining 0 : 1 Zsòka Gaàl HUN 2365 IM 2
6 WGM 2202 UKR Evgeniya Doluhanova ½ : ½ Eline Roebers NED 2381 IM 3
7 WGM 2225 GER Elena Köpke 0 : 1 Sarah Papp GER 2281 IM 4
9 WGM 2193 FRA Vera Nebolsina 0 : 1 Antonia Ziegenfuß GER 2224 WIM 7
11 WFM 2195 POL Katarzyna Dwilewicz ½ : ½ Lepu Coco Zhou GER 2123 WFM 10

In diesem Videokurs dreht sich alles um das Thema Entwicklungsvorsprun: Wie entsteht ein Entwicklungsvorsprung und wie kann man ihn verwerten? Wie kann man den gegnerischen Entwicklungsvorsprung neutralisieren?

Die letzte Chance, den SK Schwäbisch Hall zu schlagen, bekommt der Hamburger SK in der letzten Runde der Saison. Im Vorjahr erreichten die Hamburgerinnen in der letzten Runde den Sieg gegen die amtierenden Meisterinnen vom SC 1957 Bad Königshofen. Entsteht hier eine Tradition? In Runde 10 spielten die Hamburgerinnen gegen die Schachfreunde Deizisau und gewannen 4:2. Durch diesen Sieg können sie sich weiter auf dem dritten Platz halten. Da der SK Schwäbisch Hall bisher keine Mannschaftspunkte abgegeben hatte, können die Hamburgerinnen trotz des Siegs auch theoretisch keine Meisterinnen mehr werden. 

Zsoka Gaal (Hamburger SK) | Foto: Hazel Morley

Tabelle nach Runde 10

Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Sp MP BP SB
1. SK Schwäbisch Hall  +  5 6 6 6 10 20 49 84
2. OSG Baden-Baden  +  5 5 4 5 10 18 46 67
3. Hamburger SK 1  +  3 3 4 4 4 10 16 36 53,5
4. SC 1957 Bad Königshofen 3  +  5 6 6 6 10 15 44½ 50
5. Rodewischer Schachmiezen ½ ½ 3 1  +  5 3 6 6 10 10 32 37
6. SG Solingen 1 2 1  +  3 4 10 9 28½ 35
7. Schachfreunde Deizisau 1 2 3 3  +  2 5 5 10 8 28½ 21,5
8. TuRa Harksheide ½ 2 0 0  +  4 4 5 10 6 21 12
9. SK Freiburg-Zähringen 1887 0 ½ ½ 4 2  +  1 2 4 10 6 19 19
10. Chemnitzer SC Aufbau 95 0 2 0 0 ½ 5  +  10 6 18½ 14
11. SV Hemer 1932 2 1 2 4  +  5 10 4 24½   8
12. SC Kreuzberg 0 1 0 1 1 2 1  +  10 2 12½ 10

Spielsaal in Bad Königshofen | Foto: Thomas Marschner

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Spielplan letzte Runde

11. Runde
Ausrichter: SC 1957 Bad Königshofen

So     19.04.26     09:00     Rodewischer Schachmiezen - SK Freiburg-Zähringen 1887
So     19.04.26     09:00     SC 1957 Bad Königshofen - OSG Baden-Baden
So     19.04.26     09:00     SV Hemer 1932 - Chemnitzer SC Aufbau 95
So     19.04.26     09:00     SG Solingen - SC Kreuzberg
So     19.04.26     09:00     SC TuRa Harksheide - Schachfreunde Deizisau
So     19.04.26     09:00     Hamburger SK - SK Schwäbisch Hall

Links

Martina Gerdts studierte portugiesische und spanische Sprachwissenschaft und arbeitet heute als Sprachdozentin und schreibt über Schach und Sprachen. Einmal für ein Turnier in Paris mit Schach angefangen, ist sie heute als Spielerin aber auch durch ihr Engagement neben dem Brett und ihre schreibenden Aktivitäten im Schach aktiv.
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